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Freedom Call - Osterburken

23.09.2003 | 11:06

12.09.2003, Baulandhalle

Eigentlich sollten sich die Massen ja in der niegelnagelneuen Livefaktory in Adelsheim versammeln um mit FREEDOM CALL, LANFEAR und DESTINATION'S CALLING einen ausgelassenen Abend zu verbringen. Doch wie es das Glück so will, hatte die Bauaufsicht noch etwas zu bemängeln und zog flugs noch ein paar Auflagen aus dem Ärmel, die erst noch erfüllt werden müssen, bevor sich das metallische Volk in den dröhnenden Hallen versammeln darf. Doch in der kurzen Zeit, die noch bis zum Auftritt blieb, war das leider nicht zu schaffen, und so wurde der Gig noch zwei bis höchstens drei Tage vorher nach Osterburken in die Baulandhalle verlegt.
Glücklicherweise konnten aber noch die meisten der Fans vorher informiert werden und fanden sich so doch noch äußerst zahlreich ein. Die wenigen, die die Nachricht bis dahin noch nicht erreicht hatte, mussten aber deshalb nicht alleine vor der verschlossenen Livefaktory rumlungern, sondern wurden von einem netten Security empfangen, der einzig und allein deshalb dort ausharrte, um verirrten Metallern den richtigen Weg zu weisen.


DESTINATION'S CALLING

Selten, ja eigentlich noch nie, erlebte ich eine dermaßen angeheizte Stimmung schon beim Opener eines Konzertabends. Noch bevor das Intro überhaupt ertönte versammelten sich die meisten der angereisten Metaller direkt vor der Bühne. Als es dann los ging stand das Publikum jedoch nicht abwartend da, sondern begann DESTINATION'S CALLING abzufeiern und diese hatten das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute fest in der Hand, man könnte gar von Narrenfreiheit sprechen. Sicherlich waren einige Fans aus der nicht allzu weit entfernten Heimat angereist, aber solche Begeisterungsstürme hatte ich trotzdem bei weitem nicht erwartet - vor allem da doch ein größerer Teil des Publikums offensichtlich die WHOAW Gesänge bei der Bandhymne "Destination's Calling" vor dem Konzert noch nicht kannten, jedoch später anstelle der Zugaberufe begeistert mitsangen. Mit "Still Believin'" musste die Band gar eine nicht eingeplante weitere Zugabe geben, so sehr wurden sie von den Fans bedrängt noch nicht aufzuhören. Hier gilt auch ein doppeltes Daumen hoch an den Veranstalter, der dies nicht vereitelte. Unterm Strich machten die Melodic-Speed-Metaller an diesem Abend einfach alles richtig, Sänger und Gitarrist Christian Gräter lieferte wieder einen erstklassigen Job ab, Fiedelfreund Markus Göller lies seine Finger flink übers Griffbrett wichsen, Torwart Oliver Noe sorgte einmal mehr für ein arschtightes Drummgewitter, Benjamin Kessel setzte als Keyboarder die notwendigen Akzente, Neuling Steffen Singler bot am Bass eine mehr als solide Leisung und ich staune immer noch was Underground Bands in diesen marktübersättigten Zeiten noch so alles vollbringen können.

Never Surrender
Walls Of Babylon
Rescue From Darkness
Judgement Day
Saviour
Candle In The Night
Destination's Calling
Mastery Of Light
Still Believin'

[Georg]


LANFEAR

Auch nach der Umbaupause, die ja normalerweise einer radikalen Leerungsaktion vor der Bühne gleichkommt, war es schier unmöglich einen Platz in den ersten Reihen zu ergattern. Als dann endlich wieder metallische Klänge von der Bühne zu vernehmen waren, stürmten auch die, die den menschlichen Bedürfnissen nicht entsagen konnten gleich wieder nach vorne und machten die Reihen dicht. LANFEAR wussten das zu würdigen und heizten der Menge nach einem Kurzen Intro mit "Stigmanized" gleich so richtig ein. Doch die verhielt sich noch ein wenig verhalten, was sich aber bald ändern sollte. Und zwar beim darauf folgenden "Beneath It All" , das durch seinen bestechenden Instrumentalsound mit Prügelbass und teils frickeligen Fiedelsolis die Headbanger aus den Reserven locken konnte. Auch der Titeltrack der neuen Scheibe "The Art Effect" durfte natürlich nicht fehlen - wobei Titeltrack vielleicht nicht ganz die richtige Bezeichnung ist, denn "The Art Effect" wurde Opfer eines Wortspiels und trägt deshalb den Namen "The Artefact".
Bei "Fortune Lies Within" war dann sogar 'Übermkopfklatschen' angesagt, was wohl an dem provozierenden Drumrhythmus und dem Ohrwurmrefrain lag.
Ihre Fans ein wenig zu foppen, konnten LANFEAR natürlich auch nicht lassen, und so folgte auf die Ansage "Jetzt kommt noch ein Song zum Abkühlen - für all die Verliebten da draußen! " sogleich "The Spell". Dabei handelt es sich um fast traschige Prügelmucke, bei der sich sogar Tobias Althammers Powermetalstimme Brüll- und Röchelgeräusche von sich gibt.
Den anwesenden Fans schien es jedenfalls zu gefallen und so kam es sogar so weit, dass man nach zwei Zugaben ein kleinlautes "Wir ham' eigentlich gar nix mehr! " von der Bühne vernehmen konnte. Aber nach einer kurzen Beratung unter weiteren Zugabe-Rufen konnten sich LANFEAR dann doch noch dazu durchringen "Conciens Inc." zu spielen, was begeistert abgefeiert wurde. Doch danach mussten sie dann endgültig das Feld für FREEDOM CALL räumen.

Stigmanized
Beneath It All
Deeper
Enlil/Genesis
The Artefact
Fortune Lies Within
Zero Poems
The Spell
Regression
Roll The Fire
Time's Dark Laughter
Concience Inc.


FREEDOM CALL

Die Situation vor der Bühne zu Beginn von LANFEAR hatte ja die Beschreibung "total voll" redlich verdient, doch bei FREEDOM CALL muss man wohl zur Steigerung "rappelvoll" greifen, um dem Ganzen gerecht zu werden. Jedenfalls wartete eine riesige zusammengepferchte johlende Menge darauf, dass die Jungs von FREEDOM CALL endlich auftauchten. Was die dann auch gleich zu den Klängen des als Intro verwendeten "The Spell" taten - und zwar einer nach dem anderen, was die Spannung und den Lärmpegel fast ins unermessliche steigen lies.
Die fünf Musiker legten sich auch gleich so richtig ins Zeug, weshalb es nicht verwunderlich war, dass sie die angeheizte Meute schon bei "Eyes Of The World" dazu brachten voll abzugehen. Aber wer kann so einer mit Inbrunst dargebotenen Happymucke schon wiederstehen, hinter der auch noch Musiker wie Dan Zimmermann(Drums) , Nils Neumann (Keyboard) (beide GAMMA RAY), Inker Ersin (Bass), Chris Bay (Gesang u. Gitarre) (beide LANZER) und Cede Dupont (Gitarre) (SYMPHORCE) stecken?!
Da der Gig von FREEDOM CALL im Rahmen ihrer Eternal Tour lief, waren natürlich hauptsächlich Songs von der neuen Scheibe "Eternity" mit von der Partie. So zum Beispiel "Ages Of Power", "Land Of Light" oder die Herzschmerzballade "Bleeding Heart". Aber es war keinesfalls so, dass man bei diesen Songs ein hilfloses Publikum fand, dass noch stammelnd nach dem richtigen Text suchen musste. Man hatte es hier im Gegenteil mit einer geballten Ladung FREEDOM CALL - Fans zu tun, bei denen sich die Ohrwürmer des neuen Silberlings schon längst tief in die Gehörgänge eingefressen hatten. Aber auch ältere Lieder, wie "Tears Of Taragon" und "Stairway" von der "Stairway To Fairyland" oder "Pharao" und "The Quest" von der "Crystal Empire" durften natürlich nicht fehlen und wurden vom Publikum begeistert abgefeiert. Sogar "Warriors Of Light", das auf der "Taragon"-Scheibe - welche leider nur in Frankreich und Japan veröffentlicht wurde - zu finden ist, war mit dabei.
Auch im Anfeuern wurden die Fans nicht müde und so zogen sich die lauten "Freedom Call"-Rufe vom Anfang bis zum Ende des Konzerts hin. Verstärkt natürlich nach der gleichnahmigen Freedom Call Hymne, die eigentlich auch das offizielle Ende des Gigs darstellte. Doch nachdem die fünf Jungs die Woge aus "Zugabe"- und "Freedom Call"-Rufen zu genüge genossen hatten, kamen sie noch einmal auf die Bühne und spielten noch "Metal Invasion" und "Hymn To The Brave".

The Spell -Intro
Eyes Of The World
Flying High
Tears Of Taragon
Ages Of Power
Pharao
Guitarsolo
The Quest
Land Of Light
Heart Of The Rainbow
Warriors Of Light
Drumsolo
Fairyland
Bleeding Heart
Turn Back Time
Warriors
Freedom Call
----------------------------
Metal Invasion
Hymn To The Brave

Redakteur:
Ulrike Weihrauch

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