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Ektomorf - Hamburg

27.02.2011 | 21:04

10.02.2011, MarX

Vorzeitiger Start, aber am Ende kocht das MarX.

Das MarX öffnet seine Tore überraschend früh dafür, dass das Konzert erst um 19.30 Uhr starten soll. Und so kommt auch alles anders: Die Hamburger LIQUID GOD beginnen bereits um kurz vor 19 Uhr – nur bemerkt es kaum jemand, weil die wenigen Anwesenden draußen noch ein Bier trinken. Erst nachdem der Soundcheck doch etwas lang für einen Soundcheck erscheint, begeben sich mehr und mehr Leute in den kleinen Saal – da ist das halbe Set schon fast vorbei. Vor einer Handvoll Leuten rocken sich LIQUID GOD aber gut einen ab, zitieren das Publikum weiter nach vorne und nutzen die kleine Bühne, so gut es eben geht. Die Haarpracht der Musiker ist auf Dauerrotation gestellt.

Die Schwarzmetaller GORTHAUR'S WRATH spielen leider fast im Dunkeln – trotzdem ist zu erkennen, dass der Bassist große Ähnlichkeit mit Gaahl von GOD SEED hat. Wirklich voller ist es im MarX nicht geworden und die wenigen Gäste sind nicht auf Black Metal eingestellt. Im Gegensatz zu ihrem ersten Gastspiel beim Hamburger Metalbreed Festival reden die Kroaten heute überraschend viel mit dem Publikum und bedanken sich bei den anderen Bands und der Crew. GORTHAUR'S WRATH verbreiten eine düstere Atmosphäre im Saal, wirken motiviert und machen ihre Sache wirklich gut. Vor allem 'Dust Of My Enemy' ist stark. Schade, dass sie nicht auf so viel Gegenliebe stoßen.

Als nächstes stehen REPLICA aus Österreich auf der Bühne – Sänger Alexander Krumenacker erinnert nicht nur durch seinen Akzent an die ERSTE ALLGEMEINE VERUNSICHERUNG, sondern auch durch sein Äußeres. Der Komikfaktor ist allerdings deutlich niedriger – obwohl die Songtitel recht amüsant sind –, ansonsten hätten REPLICA die Zuschauer wohl etwas weiter vor die Bühne locken können. Ihr sogenannter Thrashcore trifft den Geschmack des Publikums ebenfalls nicht. Heute wollen alle Thrash Metal hören.

Ein ganz anderes Bild bietet sich bei KORZUS: Die Brasilianer sind der Geheimtipp der Tour und wenn man sie live erlebt, weiß man auch, warum. Das MarX ist mittlerweile voll und die Band geht richtig ab. Bassist Dick Siebert sieht aus wie Druide Miraculix, ist allerdings viel wendiger. Die geballte Power der Band aus Sao Paulo überzeugt die Zuschauer vollends und ruft die Headbanger auf den Plan. Die Energie ist greifbar. Gut gelaunt fragen KORZUS dann, was denn "Shit" auf Deutsch bedeutet. Begeistert sprechen sie "Scheiße" nach und bringen den Fans dann das Portugiesische Wort bei, das zumindest die ersten Reihen eifrig grölen.

Wie sollen EKTOMORF so einen Auftritt noch überbieten? Keine Ahnung, aber sie schaffen es! Das MarX ist brechend voll, die Stimmung kocht fast über. Haare fliegen, Stagediver lassen sich nach vorne tragen, die Hälfte des Saals ist mit einem ordentlichen Pogo gefüllt. Die Ungarn bauen auf der guten Stimmung auf, die KORZUS zuvor verursacht haben. Sie haben richtig Bock und feuern schon früh Hits wie 'I Know Them' und 'Gypsy' ab. Die Temperatur in dem kleinen Raum steigt stark an, fast das komplette Publikum springt auf Geheiß des Sängers und Gitarristen Zoli auf und ab und verursacht so ein kleines Erdbeben.

Trotz des frühen Anfangs entwickelt sich der Konzertabend noch in einen vollen Erfolg. Obwohl es mitten in der Woche ist, füllt sich das MarX glücklicherweise und die Fans, die nach einem harten Arbeitstag wahrscheinlich richtig Bock auf Live-Musik haben, beflügeln sich gegenseitig. Mit KORZUS als Vorband haben sich EKTOMORF den perfekten Anheizer eingeladen. Von dieser Band werden wir sicher noch viel hören.

Redakteur:
Pia-Kim Schaper

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