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EQUILIBRIUM - Bochum

03.10.2016 | 08:19

01.10.2016, Matrix

Heiß, heißer, Matrix!

Der Abstecher der "Armageddon"-Tour von EQUILIBRIUM in die Bochumer Matrix am Sonntag, den 1. Oktober, ist vor allem eins: Im wahrsten Sinne des Wortes ganz schön heiß. In der Enge der schmalen Tube im Erdgeschoss des ehemaligen Rockpalasts wurden die Zuschauer nicht nur von der Pagan Metal Band aus Bayern und ihren Gästen gegrillt. Doch eines nach dem anderen.

Drei Vorgruppen hat EQUILIBRIUM zur Unterstützung in der Ruhrpott-Stadt dabei: „Fast schon ein kleines Indoor-Festival“, wie ein Zuschauer treffend bemerkte. So zieht es nicht nur viele Fans der Musiker um Rene Berthiaume an diesem Abend in die Matrix – auch stilecht in Gewandung gehüllte Liebhaber von HEIDEVOLK pilgern am frühen Abend zur Konzertstätte in Bochum und sorgen damit schon vor der eigentlichen Show optisch für echte Hingucker. Ob gefütterte Stiefel und Pelzkragen die richtige Wahl für die Pagan/Melodic Death Party sind, sei einmal dahingestellt.
Denn schon NOTHGARD erweist sich als echter Publikumsmagnet: Bereits um 18:30 Uhr ist die Tube in der Matrix gut gefüllt – was umso erstaunlicher ist, zieht man die Tatsache hinzu, dass die Eröffnung des illustren Reigens sowohl auf den Tickets als auch auf der Homepage für 19:00 Uhr angekündigt war.
Viel Zeit zum Meckern bleibt da allerdings nicht, liefern die Jungs um Dom R. Crey doch einen beeindruckenden Querschnitt durch die bisherigen Veröffentlichungen der bayrischen Truppe – inklusive der virtuosen Gitarrensoli der neuen Scheibe „Sinner’s Sake“, die NOTHGARD vor einer Woche auf den METAL DAYZ in Hamburg releaste.
Nach einer kurzen Umbaupause erhellt schließlich die grüne Brille von FINSTERFORSTs Oliver Berlin die Matrix und bleibt auf lange Strecken hinweg der einzige Lichtblick der Schwarzwälder. Die neuen Lieder von „#YOLO“ sind live genauso farblos wie auf der Platte – die beiden Stücke aus früheren Alben sind da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Für diejenigen, die uns hassen, weil wir mal ein nicht so ernstes Album gemacht haben“, moderiert Oliver die Songs an. Das soll vielleicht sarkastisch klingen, hört sich in diesem Moment allerdings mehr nach kindischem Trotz an.
Mit HEIDEVOLK heizt da ein Kaliber der ganz anderen Art dem Publikum ein, ehe EQUILIBRIUM spielt: Denn während die Matrix bei NOTHGARD zu früher Stunde schon beachtlich voll war, wird es jetzt bei den Niederländern richtig kuschlig.
Bestens aufgelegt macht HEIDEVOLK vor allem mit Klassikern wie ‚Nehalennia‘ oder der Normaal-Cover ‚Vulgaris Magistralis‘ richtig Spaß – die Tube gleicht jetzt einer riesigen Sauna. Mittlerweile ist es so heiß, dass sich Kondensat auf den schwarzen Fliesen gebildet hat.
Mitten hinein in diese Hitze entert schließlich um 21:45 Uhr EQUILIBRIUM die Bühne. Passend zur düsteren Endzeit-Stimmung des neuen Albums „Armageddon“ besteht das Bühnenbild aus zwei trostlosen Bäumen – liebevoll sogar mit einem Vogel bestückt. Die Gastgeber des Abends eröffnen ihre Show mit dem instrumentalen ‚Sehnsucht‘, dessen Sprecher-Text vom Band abgespielt wird, ehe es mit ‚Erwachen‘ heißt: Feuer frei! Mit sechs Songs der neuen Scheibe besteht die Hälfte der Setlist aus „Armageddon“-Titeln.
Aber neben den ernsten, epischen Neulingen zaubert EQUILIBRIUM auch liebgewonnene (fast scheue ich mich, das Wort in den Mund zu nehmen) „Happy Metal“-Songs wie ‚Karawane‘, ‚Uns’rer Flöten Klang‘ oder meinen geliebten ‚Waldschrein‘ aus dem Ärmel.
Den Jungs selbst scheint die Hitze im Übrigen nichts auszumachen: Es fliegen die Haare beim Headbangen, Hati am Schlagzeug gibt auch bei den Publikumsjubeln virtuos den Takt vor, gewohnt launisch-sympathisch interagiert Robse mit den Zuschauern und die Hochleistungen an Bass und Gitarre von Makki, René und Dom werden mehr zelebriert als gespielt.
Dass EQUILIBRIUM auf die „Armageddon“-Tour richtig Bock haben, sieht und hört man an diesem Abend.
Wie auf den Sommer-Festivals ist jedoch nach dem gewohnten Rausschmeißer ‚Unbesiegt‘ Schluss.
Denkst’e!
Denn nach einer kurzen Pause kehren die Musiker mit einer dicken, fetten Zugabe im Gepäck auf die kleine Bühne der Matrix zurück. Euphorisch wird EQUILIBRIUM zu den Tönen von ‚Rise Again‘ auf der Bühne zurück empfangen, spätestens bei ‚Freiflug‘ singt die ganze Matrix geschlossen mit.
Bewegung ist zwischenzeitlich allerdings ohne augenblickliche Totalerschöpfung bei der schneidenden Luft und der erdrückenden Wärme gar nicht möglich. So sei es dem Publikum verziehen, dass ich trotz der Aufforderungen von Robse Dahns erstaunlich wenige Headbanger gesehen habe. Die Bochumer machen das mit Lautstärke aber wieder wett: Minutenlange Schreie, die sich zu einem skurrilen Chor steigern, werden von Robse spontan „mal als Kompliment genommen“.
Für mich hat das Album „Armageddon“ an diesem Abend die Bewährungsprobe bestanden: Sehr düster-symphonisch und episch angelegt, habe ich mich im Voraus des Öfteren gefragt, ob das Quintett eben diese Epik und den Bombast auch live so überzeugend rüberbringen kann. Was sich für mich durch die Festival-Slots auf dem WACKEN OPEN AIR und dem SUMMERBREEZE als leise Ahnung anbahnte, bestätigt EQUILIBRIUM an diesem Abend in der Matrix in Bochum: Und ob sie es können.
Am Konzert gibt es da also eigentlich gar nichts zu meckern. Wenn da nicht die Location selbst wäre. Nichts gegen kleine Hallen oder Club-Konzerte, doch die Matrix reicht am Samstagabend nicht einmal in Ansätzen für Publikumsmagneten wie HEIDEVOLK oder EQUILIBRIUM. Es ist kaum Platz zum Tanzen oder Headbangen, die kleinste Bewegung verursacht Schweißausbrüche – den Titel „Heißestes Konzert des Jahres“ hat die „Armageddon“-Tournee für mich persönlich jetzt schon gesichert!
Setlist Nothgard: Draining Veins, Warhorns Of Midgard, Age Of Pandora, Sinner’s Sake, Blackened Seed, In Blood Remained, Lex Talionis
Setlist Finsterforst: Bottle Gods, Zeit für Hass, Auf die Zwölf, #YOLO, Mach dich frei
Setlist Heidevolk: Winter woede, Opstand der Bataven, De toekomst lonk, Saksenland, Urth, Drankgelag, Nehalennia, Vinland, Veluua, Een met de storm, Vulgaris Magistralis
Setlist Equilibrium: Sehnsucht, Erwachen, Katharsis, Waldschrein, Heimat, Karawane, Blut im Auge, Prey, Born To Be Epic, Uns’rer Flöten Klang, Himmelsrand, Unbesiegt
Zugabe: Rise Again, Freiflug, Der Sturm, Heimwärts, Eternal Destination

Drei Vorgruppen hat EQUILIBRIUM zur Unterstützung in der Ruhrpott-Stadt dabei: "Fast schon ein kleines Indoor-Festival", wie ein Zuschauer treffend bemerkt. So zieht es nicht nur viele Fans der Musiker um Rene Berthiaume an diesem Abend in die Matrix, sondern auch stilecht in Gewandung gehüllte Liebhaber von HEIDEVOLK pilgern am frühen Abend zur Konzertstätte in Bochum und sorgen damit schon vor der eigentlichen Show optisch für echte Hingucker. Ob gefütterte Stiefel und Pelzkragen die richtige Wahl für die Pagan/Melodic Death Party sind, sei einmal dahingestellt.

Denn schon NOTHGARD erweist sich als echter Publikumsmagnet: Bereits um 18:30 Uhr ist die Tube in der Matrix gut gefüllt – was umso erstaunlicher ist, zieht man die Tatsache hinzu, dass die Eröffnung des illustren Reigens sowohl auf den Tickets als auch auf der Homepage für 19:00 Uhr angekündigt war. Viel Zeit zum Meckern bleibt da allerdings nicht, liefern die Jungs um Dom R. Crey doch einen beeindruckenden Querschnitt durch die bisherigen Veröffentlichungen der bayrischen Truppe inklusive der virtuosen Gitarrensoli der neuen Scheibe "Sinner's Sake", die NOTHGARD vor einer Woche auf den METAL DAYZ in Hamburg releaste.

Nach einer kurzen Umbaupause erhellt schließlich die grüne Brille von FINSTERFORSTs Oliver Berlin die Matrix und bleibt auf lange Strecken hinweg der einzige Lichtblick der Schwarzwälder. Die neuen Lieder von "#YOLO" sind live genauso farblos wie auf der Platte – die beiden Stücke aus früheren Alben sind da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. "Für diejenigen, die uns hassen, weil wir mal ein nicht so ernstes Album gemacht haben", moderiert Oliver die Songs an. Das soll vielleicht sarkastisch klingen, hört sich in diesem Moment allerdings mehr nach kindischem Trotz an.

Mit HEIDEVOLK heizt da ein Kaliber der ganz anderen Art dem Publikum ein, ehe EQUILIBRIUM spielt: Denn während die Matrix bei NOTHGARD zu früher Stunde schon beachtlich voll war, wird es jetzt bei den Niederländern richtig kuschlig. Bestens aufgelegt macht HEIDEVOLK vor allem mit Liedern wie 'Nehalennia' oder dem NORMAAL-Cover 'Vulgaris Magistralis' richtig Spaß. Die Tube gleicht jetzt einer riesigen Sauna. Mittlerweile ist es so heiß, dass sich Kondensat auf den schwarzen Fliesen gebildet hat.

Mitten hinein in diese Hitze entert schließlich um 21:45 Uhr EQUILIBRIUM die Bühne. Passend zur düsteren Endzeit-Stimmung des neuen Albums "Armageddon" besteht das Bühnenbild aus zwei trostlosen Bäumen, liebevoll sogar mit einem Vogel bestückt. Die Gastgeber des Abends eröffnen ihre Show mit dem instrumentalen 'Sehnsucht', dessen Sprecher-Text vom Band abgespielt wird, ehe es mit 'Erwachen' heißt: Feuer frei! Mit sechs Songs der neuen Scheibe besteht die Hälfte der Setlist aus "Armageddon"-Titeln. Aber neben den ernsten, epischen Neulingen zaubert EQUILIBRIUM auch liebgewonnene (fast scheue ich mich, das Wort in den Mund zu nehmen) "Happy Metal"-Songs wie 'Karawane'‚ 'Uns’rer Flöten Klang' oder meinen geliebten 'Waldschrein' aus dem Ärmel.

Den Jungs selbst scheint die Wärme im Übrigen nichts auszumachen: Es fliegen die Haare beim Headbangen, Hati am Schlagzeug gibt auch bei den Publikumsjubeln virtuos den Takt vor, gewohnt launisch-sympathisch interagiert Robse mit den Zuschauern und die Hochleistungen an Bass und Gitarre von Makki, René und Dom werden mehr zelebriert als gespielt. Dass EQUILIBRIUM auf die "Armageddon"-Tour richtig Bock haben, sieht und hört man an diesem Abend. Wie auf den Sommer-Festivals ist jedoch nach dem gewohnten Rausschmeißer 'Unbesiegt' Schluss. Denkste! Denn nach einer kurzen Pause kehren die Musiker mit einer dicken, fetten Zugabe im Gepäck auf die kleine Bühne der Matrix zurück. Euphorisch wird EQUILIBRIUM zu den Tönen von 'Rise Again' auf der Bühne zurück empfangen, spätestens bei 'Freiflug' singt die ganze Matrix geschlossen mit.

Bewegung ist zwischenzeitlich allerdings ohne augenblickliche Totalerschöpfung bei der schneidenden Luft und der erdrückenden Wärme gar nicht möglich. So sei es dem Publikum verziehen, dass ich trotz der Aufforderungen von Robse Dahns erstaunlich wenige Headbanger gesehen habe. Die Bochumer machen das mit Lautstärke aber wieder wett: Minutenlange Schreie, die sich zu einem skurrilen Chor steigern, werden von Robse spontan "mal als Kompliment genommen".

Für mich hat das Album "Armageddon" an diesem Abend die Bewährungsprobe bestanden: Sehr düster-symphonisch und episch angelegt, habe ich mich im Voraus des Öfteren gefragt, ob das Quintett eben diese Epik und den Bombast auch live so überzeugend rüberbringen kann. Was sich für mich durch die Festival-Slots auf dem WACKEN OPEN AIR und dem SUMMERBREEZE als leise Ahnung anbahnte, bestätigt EQUILIBRIUM an diesem Abend in der Matrix in Bochum: Und ob sie es können.

Am Konzert gibt es da also eigentlich gar nichts zu meckern. Wenn da nicht die Location selbst wäre. Nichts gegen kleine Hallen oder Club-Konzerte, doch die Matrix reicht am Samstagabend nicht einmal in Ansätzen für Publikumsmagneten wie HEIDEVOLK oder EQUILIBRIUM. Es ist kaum Platz zum Tanzen oder Headbangen, die kleinste Bewegung verursacht Schweißausbrüche – den Titel "Heißestes Konzert des Jahres" hat sich die "Armageddon"-Tournee für mich persönlich jetzt schon gesichert!

Setliste Nothgard: Draining Veins, Warhorns Of Midgard, Age Of Pandora, Sinner’s Sake, Blackened Seed, In Blood Remained, Lex Talionis

Setliste Finsterforst: Bottle Gods, Zeit für Hass, Auf die Zwölf, #YOLO, Mach dich frei

Setliste Heidevolk: Winter woede, Opstand der Bataven, De toekomst lonk, Saksenland, Urth, Drankgelag, Nehalennia, Vinland, Veluua, Een met de storm, Vulgaris Magistralis

Setliste Equilibrium: Sehnsucht, Erwachen, Katharsis, Waldschrein, Heimat, Karawane, Blut im Auge, Prey, Born To Be Epic, Uns’rer Flöten Klang, Himmelsrand, Unbesiegt; Zugabe: Rise Again, Freiflug, Der Sturm, Heimwärts, Eternal Destination

Redakteur:
Leoni Dowidat

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