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Disrepute, Mathyr - Tharandt

14.10.2003 | 13:29

11.10.2003, Headbanger

"Wow, was für ein Club." Der erste Besuch im "Headbanger" entpuppt sich als Volltreffer ins Schwarze einer echten Gitarren-Schlagzeug-Seele. Denn innendrin entpuppt sich das unscheinbare Gebäude am Straßenrand als liebevoll eingerichteter Rocker-Schuppen mit geilen Holzfeeling (die Wände), sportlichen Attraktionen (Billiard und Tischfussball) und ein bisschen Todesfeeling (der Galgen). Das große Bier aus der wechselnden Flasche kostet schlappe zwei Euro, warten wir auf die ersten Gäste. Die kommen ab neun Uhr in kleineren Grüppchen.
Als MATHYR schließlich beginnen, sind rund 100 Leute da, wegen der abgeschiedenen Lage des Clubs wohl (leider) keine Seltenheit. Doch MATHYR lassen sich davon nicht beirren und brettern ohne Kompromisse los. Der Sound ist für Underground-Black Metal-Gigs göttlich, der Tonmann im "Headbanger" besitzt wohl Wunderohren. Der traumhaften Klang scheint die Thüringer noch weiter zu motivieren, ihre aggressiv-böse Mischung aus NECROPHOBIC, MARDUK und MAYHEM knallt unendlich gut. Der Sänger und seine beweglichen Mitstreiter schaffen es denn auch, dass erst etwas zögerliche Publikum ordentlich anzuheizen, am Ende kreisen zumindest einige Matten. Zurecht - allerdings verdienen MATHYR mit ihrer Mugge noch viel mehr Publikum.
Ähnlich ist es mit DISREPUTE. Die Jungs aus dem Vogtland haben mit ihrem aktuellen Demo "Deadly Prophecy" einen mörderischen Death Metal-Böller rausgebracht, live knallen die Songs wie auf der CD gnadenlos in den Nackenbereich. Denn DISREPUTE besitzen die aggressive Genauigkeit einer Guillotine, spielen mit Anleihen bei AMON AMARTH und haben schon jetzt ihren eigenen Stil gefunden. Dazu ist die Band gut eingespielt, technische Fehler gibt es kaum, der Sound ist wiederum fett und mächtig. DISREPUTE thrashen und deathen sich die Seele aus dem Leib, paaren ihr Konzert mit origineller Spielfreude und einer haarkreisenden Bühnenshow. Das Publikum honoriert ihren Auftritt mit donnerndem Applaus und etlichen Zugabenwünschen. Irgendwann gehen DISREPUTE aber die Songs aus: Also spielen sie einige Titel doppelt.

Erkenntnis Eins: Der "Headbanger" in Tharand ist ein göttlicher Club, leider nur noch viel zu unbekannt.
Erkenntnis Zwei: MATHYR und DISREPUTE sind gleichwertig, der ostdeutsche Underground bringt immer wieder Perlen hervor. Schön!

Redakteur:
Henri Kramer

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