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Die Tauchermeister - Vöhringen

17.10.2001 | 11:09

13.10.2001, Frederick´s

In der Rock-Kneipe \"Frederick´s\" in Vöhringen finden immer wieder auch Live-Konzerte statt, meistens von unbekannteren Bands aus der Gegend. An diesem Samstag, dem 13. Oktober, gab sich jedoch eine lokale Kult-Größe die Ehre: DIE TAUCHERMEISTER. Allerdings hatten sich diese mit RANDOM TIDE und MORNING DEW auch noch etwas Verstärkung mitgebracht, damit dieser Gig eine abendfüllende Angelegenheit werden konnte.

Den Anfang machten erst einmal RANDOM TIDE, deren Musik sich nur sehr schwerlich einordnen lässt. Im Großen und Ganzen handelt es sich um Alternative Rock, der aber sehr viel psychedelische Elemente enthält und stellenweise auch ziemlich stark nach Pink Floyd klingt. Während der Opener \"Frozen In Lights\" noch relativ flott war, ging es bei dem etwas länglichen, zweiten Stück, \"Alternative Lovesong\", um einiges ruhiger zu. Und auch bei den darauffolgenden Songs (\"Plastic Fantasies\", \"Edge Of Dawn\", \"In Tune\") blieben RANDOM TIDE dem gemäßigteren Tempo treu. Allerdings fiel hierbei auf, dass inbesondere die Instrumentalteile etwas schneller und heftiger waren und gerade bei den Gesangsteilen die Power zurückgenommen wurde. Bei dem anschließenden \"Winter\" hatte die Band dann mit einigen Problemen an einem Gitarrenverstärker zu kämpfen, die aber relativ schnell wieder behoben waren, so dass man mit dem Song \"Rough Way To The Stars\" den Auftritt beschließen konnte. Da RANDOM TIDE aber noch gut in der Zeit lagen, konnten sie noch eine Zugabe nachlegen. Dafür hatten sie sich den EURYTHMICS-Hit \"Sweet Dreams\" ausgesucht, wobei sie sich aber eher an der MARILYN MANSON-Version orientierten und diese zusätzlich mit Psychedelic-Sounds anreicherten. Auch wenn diese sehr stark durch die 70´s beeinflusste Musik nicht Jedermanns Sache ist, so war es doch ein ganz ordentlicher Auftritt - obwohl ein bisschen Bewegung auf der Bühne auch nicht schaden könnte. ;-)

Die zweite Band des Abends war nach einer kleineren Unterbrechung dann MORNING DEW, die musikalisch dem Hard Rock bzw. Melodic Metal zuzuordnen sind. Mit \"Highway Riders\" rockten die fünf Jungs auch gleich ordentlich los, wobei insbesondere Benny (v.) und Daufi (g.) für entsprechendes Stage-acting sorgten (oder sollte ich es besser ´Posing´ nennen? :-)). Um die Stimmung etwas anzuheizen, ließen sie den JUDAS PRIEST-Klassiker \"Living After Midnight\" folgen, bevor sie mit \"Stillborn Child\" und \"Beyond The Door\" zwei Songs von ihrer aktuellen CD spielten. Da verschiedene MORNING DEW-Musiker früher auch in anderen Bands gespielt haben, wurden diese dann auch entsprechend bedacht: BLACK HEAD´s \"Damnation\" (hier durfte der ehemalige BLACK HEAD-Bassist J.T. Ricker am Gesang mitwirken) und \"Strange Woman\" von STORMCROW. Anschließend folgte dann der LYNYRD SKYNYRD-Song \"Simple Man\", den der Sänger Benny im Alleingang absolvierte. Weiter ging es dann mit \"Breaking The Chain\", bevor MORNING DEW mit zwei weiteren Cover-Versionen, \"Because The Night\" und \"Breaking The Law\" ihren Set beendeten. Gerade bei den JUDAS PRIEST-Cover-Versionen fiel auf, dass die Stimme von Benny in den höheren Bereichen an ihre Grenzen stößt. Aber ansonsten war auch der Auftritt von MORNING DEW mit dieser Mischung aus eigenen und fremden Songs durchaus in Ordnung.

Nach einer weiteren kurzen Umbaupause wurde es dann aber endlich Zeit für DIE TAUCHERMEISTER. Diese Band entstand letztes Jahr dadurch, dass sich der Sänger Dr. Elmex A ein paar Freunde gesucht hat, um mit ihnen seine alte Fun Punk-Band DIE TAUCHER wieder aufleben zu lassen, die zu Beginn der Neunziger im unteren Illertal ziemlichen Kultstatus genoss. Neben Peach am Bass konnte er auch Basti (dr.) von FLESHCRAWL und Cava von VALLEY´S EVE (g.) für diese Sache begeistern. Natürlich war es deshalb nicht weiter verwunderlich, dass die Hälfte der Songs von der ersten TAUCHER-CD \"Aufgetaucht\" kamen. Los legten die vier Jungs allerdings mit \"Bright Lights, Big City\" und ließen dabei keinen Zweifel aufkommen, dass sie den Anwesenden gehörig einheizen wollten. Mit \"Popper der Nation\" folgte dann auch gleich der ultimative TAUCHER-Kracher, dem sie zwei weitere Klassiker, \"Ich muss auf´s Klo\" und \"Nur eine Nacht\", folgen ließen. Wer DIE TAUCHERMEISTER schon einmal live erlebt hat, weiß, dass auch zwischen den Songs keine Langeweile aufkommt, da das Dr. Elmex A durch seine Ansagen schon zu vermeiden weiß. So animierte er dann z.B. die \"wildgepiercten jungen Menschen\", doch beim nächsten Song (\"Country Time im Illertal\") kräftig mitzuschunkeln. Nach diesem Ausflug in andere musikalische Gefielde ging es dann aber mit \"Mach´s mir\" gewohnt punk-metallisch weiter. Anschließend wurde es dann \"richtig balladesk - bis ich´s Maul aufmach\" (Zitat Dr. Elmex A), da die etwas langsamere Nummer \"Ich steh´ auf dich\" auf dem Programm stand. Aber gleich danach wurde mit dem nächsten Kracher \"Inflagranti\" das Tempo wieder deutlich angezogen und auch weiterhin hoch gehalten (\"Deppen\", \"Benzin im Blut\", \"Gut gekotzt\"). Anschließend folgte eine sehr ansprechende Interpretation der \"Biene Maja\", wobei zwischen den einzelnen Strophen verschiedene Metal-Riffs verbraten wurden (z.B. \"Smoke On The Water\"). Mit \"Alles\" setzten DIE TAUCHERMEISTER dann zu ihrem Endspurt an, bevor sie dann schließlich mit dem lautstark geforderten \"Riding On The Feldweg\" ihren Auftritt (vorerst) beendeten. Denn damit wollte sich das anwesende Publikum natürlich nicht begnügen und verlangte nach einer Zugabe. Diese wurde dann auch noch in Form von drei neueren Songs gegeben (\"Ich bin schlecht\" ist sogar so neu, dass sich Dr. Elmex A sicherheitshalber die Songtexte bereitlegte :-)), wobei der eine eine Cover-Version des Harald Juhnke-Hits \"Barfuß oder Lackschuh\" war. Auf alle Fälle war der TAUCHERMEISTER-Auftritt sehr gelungen - wenn man mal von dem mäßigen Gitarrensound absieht. Allerdings hatten auch Dr. Elmex A & Co. mit der Tatsache zu kämpfen, dass es bei einem sitzenden Publikum weitaus schwieriger ist, dieses zu begeistern.

Redakteur:
Martin Schaich

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