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Deine Lakaien - Leipzig

11.04.2002 | 14:37

31.03.2002, Haus Auensee

9. März, die Nachricht war bekannt, dass das für Leipzig angekündigte Konzert der LAKAIEN ausfallen würde, wegen Krankheit Alexander Veljanovs, wie schon das Konzert einen Tag vorher in Gotha. Doch am 31. März, Ostersonntag, sollte es soweit sein, dass beide Konzerte in Form von einem wiederholt würden und zwar, wie auch schon für den 9. März geplant, in Leipzig im Haus Auensee. Ursprünglich war wohl angedacht, dies in Berlin zu tun, da es sich um das Abschlusskonzert der White Lies Tour 2002 handelte.

Kurz vor 19 Uhr dominierte auf dem Vorplatz des Hauses Auensee eine Farbe, nämlich schwarz, denn zu dieser Zeit sollte der Einlass bzw. der Kartenverkauf an der Abendkasse beginnen, wobei schon vorher eingeteilt wurde, wer sich an welchem Eingang einzufinden habe, wegen der zuvor erworbenen Karten für Gotha und Leipzig. Letztendlich waren aber auch noch Karten an der Abendkasse zu haben.

Nach dem ersten Ansturm und beim Betreten des Hauses fiel sofort der Fan-Stand von Colour-Ize auf, wo man sämtliche Alben und Singles der LAKAIEN und deren Nebenprojekte wie VELJANOV oder HELIUM VOLA erwerben konnte, teilweise sogar auf LP. Weiterhin, wie immer, waren auch Aufkleber und T-Shirts im Angebot, ebenso von der Vorband STENDAL BLAST. Zudem war auch die freundliche Standbetreuung jederzeit bereit, Fragen rund um das Thema DEINE LAKAIEN zu beantworten.

Etwa um 20:30 Uhr, der Saal hatte sich so allmählich gefüllt, begannen STENDAL BLAST mit ihrem Programm. Der Frontmann Kaaja Hoyda schien sehr von sich überzeugt zu sein und legte auch gleich los, jedoch waren sowohl Musik als auch die äußerst sinnigen Texte nicht unbedingt passend zu dem Programm, welches einen danach erwartete, somit gingen diese ca. 35 Minuten mit Warten und wenig Anerkennung des auf die LAKAIEN wartenden Publikums zu Ende – und dagegen hat auch sicher niemand etwas gehabt.
Wie man sieht, muss ein LAKAIEN-Fan noch immer kein Fan von STENDAL BLAST sein.

Danach war wieder etwas Warten angesagt, Bühnenumbau usw., bis dann so langsam gegen 21:30 Uhr Zeit für DEINE LAKAEIN war, die auch – noch in Dunkelheit – die Bühne betraten und mit viel Applaus empfangen wurden. Alexander Veljanov hatte sich neben dem Klavier zu seiner Linken, mit dem Rücken zum Publikum, platziert, während Ernst Horn fleißig am Synthesizer schraubte, um die Erwartungen auf das Folgende noch zu steigern.
Danach ging es sofort los mit "Colour-Ize" und anschließend der ersten Single-Auskopplung "Generators" aus dem neuen Album. Bekanntlich sind die Live-Versionen immer etwas anders, was sich besonders interessant gestaltete. Vor allem die einprägsame Stimme Alexander Veljanovs wusste zu gefallen und in ihren Bann zu ziehen. Bei "Stupid" war ein kleines gelbes Quietscheentschen zu bewundern, was erst durch die Hände der Bandmitglieder wanderte und letztendlich auf dem Klavier Ernst Horns landete. Bevor es mit "Where You Are" weiterging, wurden die LAKAIEN noch mit allerhand kleinen Plüschtierchen von den Fans bedacht, was wohl nicht immer vorkommt. Regelrechte Beifallsstürme gab es dann bei dem bekannten "Return" und vor allem "Mirrormen" fiel als besonders aufreibendes und fesselndes Stück auf. Zwischendurch ließ es sich Herr Velnjanov allerdings nicht nehmen, mal einen Witz über Ernst Horn zu reißen, wobei er sich allerdings eher zurückhielt damit. Unter anderem muss es wohl einen Fehler in der Videoprojektion gegeben haben, da er sich zwischenzeitlich an den Verantwortlichen wandte, wodurch sich allerdings nichts änderte. Allerdings wurde das Publikum auch mit reichlichen Lichteffekten bedacht, was die ganze Atmosphäre gut unterstützte.
Besonders hervorzuheben sei auch das herausragende Können Ernst Horns als Pianist und seine Experimentierfreudigkeit, denn wer kam schon einmal darauf, direkt per Hand auf den Saiten eines Klaviers zu spielen? Auch das Können der restlichen Bandmitglieder soll nicht unerwähnt bleiben, so gestaltete sich das Konzert teilweise sehr klassisch durch die beiden Violinistinnen und das öfters zu hörende Cello. Auch durch die E-Gitarre waren die Titel etwas anders zu hören als man es gewöhnt ist, was besonders bei "Mirrormen" zum Tragen kam.
Nach einer Vielzahl von bekannten und neuen Titeln, wovon ich "Kiss" als ausnehmend überwältigend empfand, gab es dann noch 3 Zugaben, herausgefordert durch die applaudierenden Zuhörer und das hatten DEINE LAKAEIN auch verdient. Die zweite Zugabe umfasste das Stück "Maybe" mit Veljanovs Gesang, begleitet von Ernst Horn am Klavier, was einen sehr tiefen und mitreißenden Eindruck hinterließ. Bei der letzten Zugabe sah man dann Alexander mit einem Karton unterm Arm die Bühne betreten, wobei er Süßigkeiten in die Menge warf, gefolgt von rosarotem Ostergras, immerhin war ja Ostersonntag. Und nachdem alle Colour-Ize'ler, Thüringer, Sachsen, Sachsen-Anhaltiner und Mecklenburger gegrüßt wurden und die Entschuldigung folgte, dass die neuen Bundesländer in diesem Jahr etwas benachteiligt wurden, gelobte er Besserung und versprach, eine Rückkehr der LAKAIEN für den Herbst 2002. Unter anderem bedanke er sich auch bei allen Crewmitgliedern, die an der Tour mitgewirkt hatten, stellte diese auch kurz vor, wie ganz obligatorisch die Band und Ernst Horn natürlich als "Meister im Labor". Der Abend ging dann zuende mit "Sometimes" für den Nachhauseweg, bevor nach erneutem Applaus alle das Haus Auensee verließen.

Zurück blieb der Eindruck eines sehr schönen und geradezu bewegenden Konzerts , die Vorfreude auf den Herbst und ein Wiedersehen mit DEINE LAKAIEN.


Uwe Teichmann

Redakteur:
Gastautor

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