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Dark Light Over Germany - Kaiserslautern

28.05.2005 | 14:01

20.05.2005, Jugendzentrum

Etwas läuft verkehrt in Kaiserslautern. Da bieten die roten Teufel schon seit Jahren einen Fußball zum abgewöhnen und dennoch marschieren die Fans ins Fritz Walter Stadion. Auf der anderen Seite werden hochwertige Musikveranstaltungen geboten und die Leute bleiben fern. Diese Tatsache ist aus Veranstaltersicht richtig schade, denn unter diesen Umständen ist es kaum möglich, erneut etwas Ähnliches auf die Beine zu stellen. Einziges Manko könnte gewesen sein, dass nicht auf eine lokale Band als Vorgruppe zurückgegriffen wurde. Gründe, die für einen regionalen Opener sprechen, gibt es jedenfalls viele..
An zu wenig Werbung hat es jedenfalls nicht gelegen (unzählige Flyer, Plakate und direkte Einladungen wurden verteilt) und die Räumlichkeiten, sowie Eintritts- und Getränkepreise des Jugendzentrums sind herausragend. Letztlich waren etwa 50 zahlenden Gäste anwesend und manche waren so begeistert, dass sie Tags darauf noch nach Kusel fuhren, um DARK HORIZON ein weiteres Mal zu bewundern.

Den Anfang machten die Koblenzer RA'S DAWN und die Band lieferte einen richtig guten Gig ab. Dazu passte auch der vortreffliche Sound und obwohl Sänger Olaf Reimann erkältet war, gab er sein bestes. Interessant ist die Zusammenstellung von RA'S DAWN, denn die Bandmitglieder dürften altersmäßig relativ weit auseinander liegen. Musikalisch funken sie jedoch auf einer Wellenlänge und IRON MAIDEN und METALLICA sind bestimmt bei allen Mitgliedern beliebt, zumindest waren diese Einflüsse deutlich auszumachen. Hinzu traten hie und da Progressive Elemente auf und somit ist die musikalische Richtung von RA'S DAWN umschrieben. Diese Mischung konnten sie auch ansprechend rüberbringen. Auf der Bühne hinterließen die sechs Männer jedenfalls einen starken Eindruck, was ihnen definitiv neue Interessenten bezüglich ihrer CD-Produktionen bescherte. Mit 'Perfect Strangers' (DEEP PURPLE) und vor allem 'Love Gun' von KISS im Gepäck rundeten sie den gelungenen Auftritt ab und so konnte die Band diesen zweifelsfrei als Erfolg verbuchen.

Mit Spannung erwartete ich den Auftritt der Hessen-Metaler um LIGHTMARE. Lange war es her, dass man sie live bewundern konnte und da sich eine neue CD in Arbeit befindet, bekam man auch die ein oder andere Weltpremiere präsentiert. Vor allem bei den ersten beiden Songs ('Fear' und 'River Of Life') ging die Post ab und hier dürfte sich die Tatsache bemerkbar machen, dass Gitarrist Andi Gutjahr schon seit einigen Jahren bei TANKARD die Saiten bearbeitet. Es folgte die LIGHTMARE-Hymne 'Rebellion' und die Band befand sich spielerisch auf einem Top-Level, was bei dieser Besetzung kein allzu großes Wunder sein dürfte: Gerd Lücking an den Drums (ebenfalls REBELLION, sowie COURAGEOUS Gitarre) zeigte jedenfalls, was Timing ist und Bassist Thomas Berghofer spielte äußerst solide. So einen Bassisten kann man sich in seiner Band nur wünschen. Marion konnte an den Keyboards Akzente setzen und Andi ist schon alleine den Eintritt wert: Man sollte sich einen Platz direkt vor der Bühne sichern, denn sein Gitarrenspiel ist wirklich unglaublich. Es gibt unzählige großartige Gitarristen, aber dennoch würde ich sagen, dass Herr Gutjahr mit seinem eigenständigen Spiel irgendwie heraussticht. Ich glaube auch, dass er mehr Läufe und Soli als Rhythmus-Gitarre spielt, jedenfalls waren seine Finger ständig in Bewegung.. Sänger Timon Schreiber war auch absolut gesangessicher, hatte nur mit Magen-Problemen zu kämpfen und man konnte mit ihm leiden, aber dennoch wurde der Auftritt professionell durchgezogen.
Es hat definitiv wieder Spaß gemacht, LIGHTMARE zu sehen und den besonderen Glücksmoment stellte 'Messiah' von den alten White-Metal-Haudegen BLOODGOOD dar. Solche Gänsehautsongs schreiben nicht viele Bands und LIGHTMARE haben die Nummer auch sehr gut dargeboten. Ich freue mich auf die neue CD und ein baldiges Wiedersehen!

LIGHTMARE Setlist:
Fear
River Of Life
Rebellion
Darkness
Terrion
Vampires
Autumn Of Life
The One
Grey World
Sense Of Life
Messiah (BLOODGOOD)


Es folgte DIE Überraschung des Abends, denn DARK HORIZON konnte sämtliche Erwartungen noch überbieten. Diese Band hat einfach das gewisse etwas und kann Live ein paar Schippen nachlegen und ihre Songs noch besser darstellen, als auf CD. Sie entfachten eine regelrechte Begeisterung und ernteten überall viel Beifall und anerkennende Worte. Auch die LIGHTMARE-Musiker waren angetan von den Italienern und blieben bis zum Schluss. Diese beiden Bands hinterließen insgesamt einen sehr sympathischen Eindruck beim Veranstalter und auch im Vorfeld lief hier alles tadellos. Obwohl den Jungs von DARK HORIZON doch etwas die Müdigkeit von der langen Anreise in den Knochen steckte, lieferten sie eine tolle Show. Vor allem Sänger Roberto Quassolo zog die Blicke auf sich, während es auch Bassist Davide Marino verstand, sich immer wieder in den Vordergrund zu spielen und Schlagzeuger Luca Capelli Grimassen zog. Die Spielzeit des Headliners musste zwar leider wegen der vorgerückten Stunde gekürzt werden, weshalb die aufgeführte Setlist auch nicht ganz korrekt ist, aber als letztes Stück wurde schließlich noch 'The Spell You're Under' gezockt, was einfach eine sehr geile Nummer ist und einen würdigen Abschluss darstellte. Bleibt zu hoffen, dass man diese Band wieder einmal in Deutschland präsentiert bekommt – Pläne hierfür existieren bereits - einfach mal bei den Metalheads Remigiusland nachhaken..

DARK HORIZON Setlist (ohne Gewähr):
Painted In Blood
Victim Of Changes
My Dark Lord
Dragon's Rising
Power Of The Rune
The Oath
The Glory
The Weeping
Wind Of Tomorrow
The Spell You're Under
Flying In The Wind
Crimson Sky
Master Of The Bright Sea

Redakteur:
Stefan Lang

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