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DEATH ANGEL - Essen

19.01.2014 | 00:51

01.01.1970, Zeche Carl

Death Angel bricht zum Bay-Area-Paukenschlag auf!

Exakt an dem Ort, wo die Hardcore-Götter von PRO-PAIN die heiligen Hallen in Schutt und Asche gelegt haben, will die Bay-Area-Thrash-Legende DEATH ANGEL dieser Tradition folgen. Mit ADIMIRON, EXTREMA und den einheimischen Vertretern von DEW-SCENTED wird es Mark und Konsorten ein Vergnügen sein, der Zeche Carl in Essen einen äußerst denkwürdigen Abend zu bereiten.

Aufgrund des üblichen Ruhrgebietverkehrs und des dichten Nebels, der uns die Hinfahrt in eine regelrechte Odyssey verwandelte, werden ADIMIRON und EXTREMA leider verpasst. Aufgrund diverser zufriedener Gesichter darf man aber annehmen, dass der ausgefeilte Thrash, in tödlicher Form von ADMIRON und in grooviger von EXTREMA, gut aufgenommen wurde.

Als nächstes macht es sich DEW-SCENTED zur Aufgabe, die heiligen Hallen der Zeche Carl zu zerstören. Tight, punktgenau und brachial kann man sich vom ersten bis zum letzten Schlag auf Leif und seine Mannen verlassen. Ob wir es nun mit 'Turn To Ash', 'Cities Of The Dead' oder dem Rausschmeisser 'Acts Of Rage' zu tun haben, die Songs stehen wie Felsen in den Brandung und machen Laune. Sichtlich stolz, im Vorprogramm von DEATH ANGEL werkeln zu dürfen, gibt es an diesem Abend wohl keinen besseren Anheizer als DEW-SCENTED.

Doch bevor ich zum eigentlichen DEATH ANGEL-Beitrag komme, möchte ich mich direkt an unsere Leserschaft richten. Warum wart ihr nicht dort? Euch sollte klar gewesen sein, dass wir es hier mit einer unglaublichen Live-Band zu tun haben werden. Die Bay-Area hat mit DEATH ANGEL eine Legende in ihren Reihen, die überdies mit "The Dream Calls For Blood" einen schmetternden Fausthieb neuerdings vorzuweisen hat. Und wer nicht vor Ort war, hat definitiv etwas verpasst. Unheimlich fannah, spielerisch auf höchstem Niveau und druckvoll wie eh und je sollten sich Mark "wo sind meine langen Dreadlocks hin" Osegueda und seine Truppe heute präsentieren. Darum verwundert es zu jeder Sekunde, dass die Zeche Carl nicht aus allen Nähten platzt. Ob es nun an der ungünstigen Terminierung oder an der Tatsache liegt, dass sich einige Kilometer weiter das Ruhrgebiet in die nächste Runde der Champions League zittert, man weiß es nicht. Fest steht, dass DEATH ANGEL ein absoluter Live-Garant ist und die Jungs diesen Status, trotz vieler lichter Reihen in der Zeche, abermals untermauern.

So stürmen die Jungs zielstrebig mit dem aktuellen Opener 'Left For Dead' auf die Bühne und entfachen ein Bay-Area-Feuerwerk der besonderen Art. Der Sound ist in der gesamten Zeche eine Wucht und die Band macht einen unheimlich agilen und vitalen Eindruck. Als wenn sie jeden Anwesenden einzeln ansprechen würde, kümmert sich DEATH ANGEL darum, niemanden an diesem Abend zu kurz kommen zu lassen. Zudem fügen sich neue Brecher der Marke 'Son Of The Morning', 'Fallen' oder das erstklassig vorgetragene 'Succubus' wunderbar in die altbewährten Klassiker. Speziell bei letztgenanntem Song wird der tadellose Sound deutlich spürbar, sodass sich die Riffanschläge wie einzelne Pistolenschüsse in Knochenmark schießen. So dürfen auch an diesem Abend 'Mistress Of Pain', 'Relentless Revolution', 'Seemingly Endless Time' und 'Sonic Beatdown' im zweiten Frühling der Bay-Area-Thrasher selbstverständlich nicht fehlen. Rob und Mark sprudeln vor Energie, Ted Aguilar zockt sein Set souverän herunter und Damien am Bass sowie der bärtige Schießbuden-Will scheinen nun endgültig im DEATH ANGEL-Camp angekommen zu sein.

Zu diesem Anlass fühlte sich Frontshouter Mark dazu verleitet, einige denkwürdige Sätze über die vergangenen drei Jahre, zwei Alben und die jetzige Situation zu verlieren. Der Stolz und die Freude, DEATH ANGEL nach dem Abgang zweier Originalmitglieder nicht zu Grabe getragen zu haben, steckt in jedem seiner Worte und fesselt sichtlich das Publikum, welches es ihm nach dieser Ansprache unter großem Beifall würdigt. Hiernach geht das Programm mit 'Caster Of Shame' und dem Highlight 'Thicker Than Blood' dementsprechend weiter, bis sich die Thrasher zunächst vorläufig vom Publikum verabschieden. Nach einer kurzen Verschnaufpause kehrt DEATH ANGEL jedoch für 'Truce' und das unnachahmlich vorgetragene und im Mittelteil mit 'The Ultra-Violence' garnierte 'Thrown To The Wolves' zurück, um den Anwesenden den Rest zu geben.

Nach dieser Sternstunde des Bay-Area-Thrashs verschwinden Mark, Rob und Co. nun endgültig hinter die Kulissen und hinterlassen ein Trommelfell-Schlachtfeld der besonderen Art. Die Riffs saßen wie eine Eins, das Drumming malträtierte wohlig die Magengegend und DEATH ANGEL hinterließ eine Vielzahl von besonderer Ohrwürmer und einschneidender Songs. Wir resümieren, dass sich das Material von "The Dream Calls For Blood" live bestens etabliert und die Truppe nichts von ihrem Esprit und Spirit der vergangenen Tage vermissen ließ. Diese Truppe schenkte uns einen modern-nostalgischen Abend der besonderen Art und untermauerte ihren immensen Status in der Szene. Lasst euch diese immens sympathische und charismatisch thrashende Band niemals entgehen, ihr werdet es bereuen.

Redakteur:
Marcel Rapp

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