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DEATHSTARS/DIARY OF DREAMS - Hamburg

03.11.2009 | 10:18

22.10.2009, Grünspan

When the dark does what the dark does best, it's darkness!

Zum vorgezogenen Wochenende ist das Grünspan gut gefüllt. Auch ein paar stark aufgestylte Gestalten haben den Weg auf den Kiez gefunden. Trotz des frühen Starts um 19 Uhr ist bei den DOPE STARS INC. schon verhältnismäßig viel los. Die Italiener um Sänger und Gitarrist Victor Love rocken auch sofort los und spielen ein gemischtes Set mit alten Hits à la 'Bang Your Head' und Songs des aktuellen Longplayers "21st Century Slave", wie zum Beispiel 'Digital Warriors'. Herr Love erinnert mit seinem Outfit stark an CHILDREN OF BODOM-Fronter Alexi Laiho: Mütze und Sonnenbrille dürfen im dunklen, warmen Club natürlich nicht fehlen. Auch die übrigen Bandmitglieder haben nicht an Make-Up und Accessoires gespart – und trotzdem sehen sie sehr männlich aus, wenn man vom Glitzerlidschatten des Gitarristen Fabrice LaNuit absieht. Leider verabschieden sich die DOPE STARS viel zu früh nach einem sehr gelungenen Auftritt unter dem verdienten Applaus.


Jetzt stehen LACRIMAS PROFUNDERE auf dem Plan. Die Jungs sind kurzfristig für die Kanadier THE BIRTHDAY MASSACRE eingesprungen, die aus Zeit-, Geld- und Entfernungsgründen abgesagt haben. So richtig auf Tour eingestellt scheinen die Gothic-Rocker aber noch nicht zu sein: Sänger Rob Vitacca klebt an seinem Mikrophonständer fest und lässt sich nur selten zu einem kleinen Tänzchen oder ein bisschen Performance hinreißen. Die Saitenfraktion läuft zwar viel, bringt dadurch aber nicht wirklich mehr Schwung auf die Bühne. Hinzu kommt, dass durch den späten Bandwechsel nur wenige LACRIMAS PROFUNDERE-Anhänger anwesend sind. Unter diesen Umständen ernten sie noch recht viel Applaus. Die Zuschauerreaktionen gehen aber kaum über Kopfnicken und ein bisschen Schunkeln hinaus.

Wie man es richtig macht, können sie sich dann von der zweiten Etage des Grünspans bei den DEATHSTARS abschauen: Die Schweden in ihren Uniformen sind nicht nur super gestylt, sondern sparen auch nicht mit Posen. Kredenzt werden hauptsächlich Songs der letzten beiden Alben "Night Electric Night" und "Termination Bliss". Wie immer kommt der Überhit 'Blitzkrieg' am besten an, doch auch 'Cyanide', 'Motherzone', 'Tongues', sowie der Titelsong des aktuellen Albums und am Ende 'Death Dies Hard' werden abgefeiert. Die Halle ist mittlerweile fast voll – scheinbar hatten viele Besucher erst später Feierabend. Zum Ende hin lassen fast alle Musiker ihre Hüllen fallen – nur Gitarrist Nightmare Industries und Aushilfsdrummer Thunder halten sich bedeckt. Thunder ist schon zu Beginn der Tour für Schlagzeuger Bone W Machine eingesprungen, weil dieser an einem Tennisarm leidet, und er macht seinen Job wirklich gut. Nach einer guten Stunde ist für die DEATHSTARS Schluss und damit auch für den Großteil der Zuschauer.

Die Headliner-Position wechselt zwischen den DEATHSTARS und DIARY OF DREAMS. In Hamburg wären die schwedischen Industrial-Helden die bessere Wahl gewesen, aber da wir uns auf einer Festival-Tour befinden, ist es legitim, dass nach dem eigentlichen Hauptact noch eine weitere Band spielt. Bei den Elektronikern DIARY OF DREAMS ist kaum noch was los. Nach dieser Ladung druckvoller, scheppernder Sounds ist die ruhige Musik des optisch ungleichen Trios auch wirklich ermüdend. Viel Bühnenshow machen der langhaarige Sänger und sein stacheliger Kollege nicht, aber sie laufen viel von einem Ende der Bühne zum anderen. Hier und da wird auch ein bisschen Lichtshow gemacht – mitreißen kann das allerdings nur beinharte Fans der Kombo. So klingt der Abend im Grünspan leider etwas schwach aus; der arbeitenden Bevölkerung, die wegen der DEATHSTARS hier war, kommt dies jedoch sehr gelegen.

Redakteur:
Pia-Kim Schaper

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