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Chinchilla (Listening Session) - Winterbach

20.11.2001 | 13:06

15.11.2001, House Of Music

Nun war es also soweit: Die schwäbischen Powermetaller CHINCHILLA stellten der Weltpresse die ersten Rough Mixes ihres kommenden Albums "The Last Millenium" vor. Also begab man sich um ca. 19.30 Uhr zur Pre-Listening-Session in die House Of Music Studios von Achim Köhler in Winterbach (bei Waiblingen), um den noch nicht fertigen Mixes der neuen Scheibe ein Ohr zu leihen. Von den zehn Songs waren zumindest sechs soweit fertig, dass man sie uns vorstellen wollte.

Und die ersten Höreindrücke sind äusserst positiv ausgefallen. Irgendwo zwischen PRETTY MAIDS; JUDAS PRIEST, IRON MAIDEN und EDGUY haben CHINCHILLA einen Platz gefunden, mit dem sie - soweit das in diesem Genre überhaupt noch möglich ist - versuchen, einen eigenständigen Weg zu gehen. Fünf der sechs Songs waren im Uptempo Bereich angesiedelt, bei dem sechsten handelte es sich um ein Cover des THIN LIZZY Klassikers "The Boys Are Back In Town". Thematisch wird sich das neue Werk aus dem Schwabenland um Krieg, Hass und Gewalt drehen, wobei ein Großteil der Songs ja schon vor dem 11.09. geschrieben wurde. Manchmal holen einen die Ereignisse einfach ein.

Herausheben möchte ich von der neuen Scheibe besonders das geile "Father Forgive Me", welches sich thematisch an Goethes "Faust" anlehnt. Vom Gesangsstil her werden hier gelegentlich Erinnerungen an Passagen aus "Avantasia" wach. Thomas Laasch singt hörbar tiefer als bei den anderen Songs und intoniert den geilen Refrain auf hervorragende Art und Weise.

Auch die beiden Tracks "War Machine" und "Demon´s Recall" wissen zu gefallen. Ersterer hat allerdings deutliche PRIEST / MAIDEN-Anleihen, so dass die Innovationsfanatiker diesen Song von ihrer "Must-Have" Liste streichen können. "Demon´s Recall" ist entgegen dem düsteren Inhalt ("die Geister die ich rief, werd ich nun nicht mehr los") ein sehr fröhliches Stückchen Musik geworden.

"After The War" wurde schon vor dem Afghanistan-Krieg geschrieben, behandelt aber genau diese Thematik. Der Song beginnt mit einem fernöstlichen Intro, dessen Thema sich auch immer wieder im Song wiederfindet.

Die Coverversion "The Boys Are Back In Town" ist gut gelungen, aber mehr auch nicht. Zu nah hält man sich am Original, um hier von einem Highlight zu sprechen. Hierzu muß ich allerdings sagen, dass mir Covers dann am liebsten sind, wenn die Band den Song so sehr überarbeitet hat, dass er auch aus ihrer Feder hätte stammen können. Dazu reicht es jedoch meiner Ansicht nach nicht aus, wenn man einen Song nur stellenweise härter und flotter gestaltet.

Mit "Nighttrain Of Death" konnte ich bei nur einem Hördurchlauf überhaupt nichts anfangen.

Abschließend bleibt noch zu bemerken, dass ein Hördurchgang einfach zu wenig ist, um sich mit dem Songmaterial tiefer zu beschäftigen, so dass dieser erste Höreindruck nicht als das Maß der Dinge bewertet werden kann. Es fiel jedoch auf, dass CHINCHILLA auf einem guten Weg sind, in Deutschland eines Tages ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Die Qualität des Songmaterials lässt zumindest hoffen.

Redakteur:
Georg Weihrauch

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