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CRADLE OF FILTH - Bochum

11.12.2012 | 14:52

08.12.2012, Matrix

Die Finster-Institution macht Halt in Deutschland, ein Fest für alle Extreme-Metaller!

Tourneen mit drei oder mehr Bands sind mittlerweile eher die Regel denn die Ausnahme, was aber für kurze Sets und genervte Fans der Main-Acts sorgt. CRADLE OF FILTH haben auf ihrer aktuellen Tour neben GOD SEED auch ROTTING CHRIST, DARKENED und BLYND (spielen jeweils nur einen Teil der Tour) im Gepäck.

Bei unserer Ankunft eine Stunde nach Beginn der dunklen Zusammenkunft sind GOD SEED jedenfalls schon mitten in ihrem Set, aber viel kann man nicht verpasst haben. Denn der Sound der Norweger ist selbst für Matrix-Verhältnisse übel. Außer Drums und Gitarren (man hört nur, dass sie spielen - nicht aber, was) ist nicht viel Erkennbares dabei. Somit leidet auch die Atmosphäre und die Protagonisten auf der in Grün illuminierten Bühne entern nicht so viel Applaus, wie ihre Musik es eigentlich verdient hätte. Ein Blick auf die Shirts im Publikum verrät, dass ohnehin nur wenige Fans für die Support-Bands hier sind.

Mit der Umbaupause vor dem Headliner füllt sich die "Röhre" auch standesgemäß für einen Samstagabend. Ein paar Accessoires wie der prunkvoll überdimensionierte Mikro-Ständer und ein Podest samt Nebelmaschinerie sind fix aufgestellt und pünktlich kommt die britische Dark-Metal-Institution auf die Bretter. Die ersten Takte sind ausreichend um das vorher etwas zurückhaltende Publikum in eine kreischende Meute zu verwandeln: Dani Filth und Mannen haben keine Schwierigkeiten, diesen Zustand bis zum Ende des Abends zu halten. Sehr vorbildlich ist auch die Setlist, die bis auf "Thornography" sämtliche Werke mit mindestens einem Song bedenkt. Den Anfang macht 'Tragic Kingdom', das sich wie auch die folgenden Darbietungen mitten in die Magengrube der Anwesenden schlägt. CRADLE haben scheinbar einen guten Abend erwischt, was natürlich am meisten von der Performance des kleinen Mannes an der Front hängt. Selbiger post, keift, brüllt und feuert das Publikum an, was das Zeug hält. Lediglich die ganz hohen Kreisch-Attacken scheinen ihm etwas Mühe zu bereiten, was im Bombast-Sound aber keinen Schaden anrichtet. Überhaupt scheint man entweder den Soundmann gewechselt oder die richtigen Regler an der Konsole gefunden zu haben. Bei der Hauptattraktion der "Creatures From The Black Abyss"-Tour kommen auch die Ohren auf ihre Kosten.

Siegessicher und mit zahlreichen Band-Hits wütet sich der Sechser durch das Programm, was das Publikum mit Euphorie annimmt. Crowdsurfer bei jedem Song und der immer wieder aufkeimende Versuch eines Circle Pit sind auch für Matrix-Verhältnisse nicht die Regel, das Konzert ist von vorne bis hinten ein Erfolg auf ganzer Linie. Wenn es am Ende etwas zu bemängeln gibt, dann die Tatsache, dass es lediglich ein Track des aktuellen Longplayers "The Manticore and Other Horrors" in die Show geschafft hat. Fans der Frühwerke können darüber sicherlich wohlwollend hinwegsehen. Angesichts der vergangenen 90 Minuten lässt sich feststellen: CRADLE OF FILTH sind in ihrer schwarz gefärbten Dunkelmetall-Nische eine Größe für sich und auch 20 Jahre nach Gründung ist Dani Filth mit seiner Söldnertruppe auf dem richtigen Weg. Mit Caroline Campbell hat man zudem eine gute Frau an den Keyboards verpflichtet, deren Vocals vielen Songs das gewisse Etwas geben. In dieser Verfassung sollte man sich CRADLE OF FILTH nicht entgehen lassen!

Setlist CRADLE OF FILTH: Tragic Kingdom, Cthulhu Dawn, Funeral in Carpathia, Summer Dying Fast, Lilith Immaculate, Nymphetamine, For Your Vulgar Delectation, Born in a Burial Gown, The Forest Whispers My Name, Cruelty Brought Thee Orchids, Her Ghost in the Fog, From the Cradle to Enslave

Redakteur:
Nils Macher

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