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Black Head - Vöhringen

02.04.2002 | 12:47

30.03.2002, Frederick´s

Wie ich ja schon des öfteren erwähnt habe, bietet der Wirt der Rock-Kneipe "Frederick´s" in Vöhringen lokalen Bands die Möglichkeit, in seinen Räumlichkeiten ein Konzert durchzuziehen. Die vier Jungs von BLACK HEAD haben dieses Angebot auch schon mehrmals genützt und sind dabei nie schlecht gefahren. Deshalb haben sie für den 30. März 2002 eine weitere "Metal Night" geplant und sich mit den beiden Bands SYMPHONADIUM und OCKMONEX auch tatkräftige Unterstützung geholt. Und wie es bei Konzerten im "Frederick´s" üblich ist, so war auch dieses Mal wieder einiges los - etwa 160 Leute wollten bei dieser metallischen Oster-Party dabei sein.

Den Anfang machten die fünf Jungs von SYMPHONADIUM, die im letzten Jahr noch unter dem Namen FIGUREHEAD im Vorprogramm von PAUL DI´ANNO gespielt haben. Doch aufgrund einiger Besetzungswechsel hielten sie es für angebracht, der Band einen neuen Namen zu geben. An der musikalischen Ausrichtung hat sich jedoch nichts geändert - SYMPHONADIUM spielen nach wie vor ziemlich druckvollen Power Metal. Nach einem ziemlich simplen Intro, das der Sänger Jürgen auf dem Keyboard gespielt hat, starteten die Jungs mit "Slave Of Time" kräftig durch. Das Schlagzeug sorgte für den nötigen Druck nach vorne, während der Lead-Gitarrist Florian mit seinen Riffs und Frickeleien den Songs seinen Stempel aufdrückte. Weiter ging es mit dem ziemlich schnellen "Forbidden Fruits" und einem mehr oder weniger überflüssigen Bass-Solo. Es folgte dann mit "Access Denied" ein ordentlicher Doublebass-Kracher, wobei die Jungs im Instrumentalteil die Bandvorstellung eingebaut hatten. Bei diesem Song war der Gesang von Jürgen glücklicherweise etwas tiefer, da er gerade hier seine Stärken und bei den höheren Passagen teilweise kleine Probleme hat. Aber auch beim nächsten Song war der Gesang einwandfrei, und somit kann man die Cover-Version des JUDAS PRIEST-Klassikers "Freewheel Burning" durchaus als gelungen bezeichnen. Anschließend gab es wieder zwei eigene Songs zu hören, nämlich "One Night Lady" (zum Teil recht frickelig) und "Last Command". Und hier hätten SYMPHONADIUM dann auch ihren Gig beenden sollen, denn der letzte Song, eine Cover-Version der STRATOVARIUS-Ballade "Forever", war alles andere als gelungen, so dass der bis dahin recht gute Gesamteindruck etwas zerstört wurde. Das Stage-Acting ging im Großen und Ganzen in Ordnung, auch wenn zum Teil schon recht gepost wurde - allen voran der Bassist Alex. Aber dennoch steckt in dieser Band einiges an Potential, und man darf gespannt sein, wie sich SYMPHONADIUM weiterentwickeln.

Als zweite Band des Abends kamen nach einer kurzen Unterbrechung die fünf "US-Boys" (US = Ulmer Schwaben) von OCKMONEX auf die Bühne. Die Jungs spielen zwar keinen Heavy Metal, aber dafür erstklassigen California High School Punk Rock, der beim Publikum auch hervorragend ankam. Denn schon beim ersten Song, "When Everything Goes Wrong", fanden sich einige Leute vor der Bühne ein, um kräftig mitzupogen. Und die Stimmung wurde von Song zu Song besser - vor allem bei so schnellen Nummern wie "Hey" oder "S.M.B.". Aber die Jungs zeigten durchaus auch, dass sie nicht nur Vollgas-Mucke spielen können, denn beispielsweise bei "Changes" ging es etwas gemäßigter und rock ´n´ rolliger zur Sache, oder bei "Hate" wechselten sich schnelle Parts mit fast schon poppigen Passagen ab. Nach dem eher rockigen "No Mercy" folgte das pfeilschnelle und doublebass-lastige "Polluted Souls", ehe mit "See" der erste Hit (?) der Band gespielt wurde (besonders auffällig waren hier die melodischen und dadurch recht eingängigen Vocals von Sänger Martin). "Silly Sally" wurde anschließend als Ballade angekündigt, aber der Song war das genaue Gegenteil und wurde dementsprechend gut abgefeiert, ebenso wie "Bad Marks", das wieder mit einem ziemlich ohrwürmigen Refrain daherkam. Nach der obligatorischen Bandvorstellung holten OCKMONEX ihren ehemaligen Bassisten mit auf die Bühne, um mit ihm zusammen den nächsten Song, "Loose", zu spielen, der mit wahnsinnig schnellen Zwischenparts ausgestattet war. Mit dem sehr passenden "Saturday Evening", das stellenweise fast schon balladische Züge hatte, aber ansonsten gewohnt schnell war, beendeten die Jungs dann ihren Auftritt. Zumindest hatten sie sich das so gedacht, denn das Publikum forderte lautstark nach einer Zugabe, die es in Form von "Inside", einer Cover-Version des STILTSKIN-Hits, gab. Für OCKMONEX war es auf alle Fälle ein gelungener Gig, und die Jungs konnten eindrucksvoll zeigen, dass Punk Rock vor allem live sehr gut funktioniert, denn sogar die eingefleischtesten Metaller gingen ganz gut mit. Jungs, macht weiter so!

Als dritte und letzte Band stand dann schließlich noch BLACK HEAD auf dem Programm, die nach einer kurzen Umbaupause und nochmaligem Soundcheck (hier musste "Bis Zum Bitteren Ende" herhalten) loslegten. Die Musik der vier Jungs lässt sich ganz grob mit Melodic Power Metal umschreiben - auch wenn sich in dieser Schublade ja inzwischen die unterschiedlichsten Bands tummeln. Nachdem das kurze Intro vom Band verklungen war, startete BLACK HEAD mit "Helpless Cry Unheard" dann auch ordentlich durch, und die Jungs legten gleich noch "Soldier Of Emptyness" nach. Allerdings musste man bei den ersten Songs schon feststellen, dass der Sänger/Gitarrist Marc nicht seinen besten Tag hatte (aufgrund einer abklingenden Grippe war er vor allem stimmlich nicht ganz auf der Höhe), und das wirkte sich auch auf die Band aus. Es ist eben nicht zu übersehen bzw. -hören, dass BLACK HEAD an Marc und Peter (dr.) hängt. Aber die Jungs versuchten dennoch, den Gig so gut wie möglich über die Bühne zu kriegen. Sie gaben weiterhin ordentlich Gas und machten weiter mit "Surviving The Game" mit seinem langsameren Zwischenpart und "Environmental Overkill" mit dem ruhigen, gesprochenen Einleitungsteil. Anschließend kam der wohl größte Hit der Band, die Power-Ballade "Make My Day" und das wieder flottere "The Traveller". Wie bei einem BLACK HEAD-Gig üblich, durfte natürlich der eine oder andere FRIGHT NIGHT-Song (ehemalige Band von Marc und Peter) nicht fehlen, und so gab es dann "Fright Night" zu hören - nur leider haben sie sich die Jungs gegen Ende des Songs total verspielt. Aber die Vorderleute hatten ja dann ein paar Minuten Zeit, um sich wieder zu sammeln, da Peter sein Können bei einem Drum-Solo unter Beweis stellen konnte. Anschließend folgten "Wasted Time" und der Wahnsinnssong "No More Foolin´", die wieder recht ordentlich präsentiert wurden. Danach war es dann wieder Zeit für den inzwischen auch schon obligatorischen Gag-"Song" ("Wumm"), der immer wieder ganz gut ankommt. Als zweiten FRIGHT NIGHT-Song an diesem Abend gab es die Ballade "Wonderland" zu hören, die auch von einigen Leuten lautstark mitgesungen wurde. Nach einer kleinen Spontanaktion (auf ein paar Zwischenrufe hin spielte Peter das Drum-Intro zu "Painkiller") kam dann auch schon der letzte Song des BLACK HEAD-Sets, und zwar passenderweise "Time Has Come". Doch auch damit gab sich das Publikum nicht zufrieden und forderte eine Zugabe, die es schließlich auch gab. Und auch die BLACK HEAD-Jungs hatten sich dafür eine Cover-Version ausgesucht, nämlich "Rock ´n´ Roll Is Easy" von GRAVESTONE, und damit war der Auftritt dann auch endgültig beendet. Auch wenn ich vorher schon bemerkt habe, dass BLACK HEAD durchaus schon bessere Gigs gespielt haben, so war die Vorstellung natürlich nicht schlecht - im Großen und Ganzen war der Auftritt mehr als ordentlich, aber die Jungs können es halt noch besser.

Unter dem Strich war dieser Abend im "Frederick´s" wieder ein voller Erfolg. Und ich kann nur immer wieder sagen: Leute, geht zu solchen kleineren Konzerten - da kriegt ihr noch was für euer Geld! Denn in Anbetracht dessen, dass bei den Großen der Szene die Eintrittspreise regelrecht explodieren, ist es doch gut zu wissen, dass man auch für 5 EUR einen tollen Konzertabend erleben kann. Und den Bands ist damit auch noch geholfen. In diesem Sinne: Support The Underground! ;-)


Setlist BLACK HEAD:

Intro
Helpless Cry Unheard
Soldier Of Emptyness
Surviving The Game
Environmental Overkill
Make My Day
The Traveller
Fright Night
Drum Solo
Wasted Time
No More Foolin´
Wonderland
Time Has Come
---
Rock ´n´ Roll Is Easy

Redakteur:
Martin Schaich

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