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Backfire / Breakdown - München

30.09.2001 | 04:33

25.09.2001, Metropolis

Unter dem Motto \"Resistance-Tour 2001\" fanden sich an dem verregneten Dienstag Abend die beiden NY-HC Combos MAXIMUM PENALTY und BREAKDOWN, sowie der Headliner dieser Tour BACKFIRE aus Holland im METROPOLIS zu München ein.
Ob der Tourtross allerdings allzu großen Spaß in der bayrischen Landeshauptstadt hatte, wage ich zu bezweifeln. Erstens, wie erwähnt war das Wetter mehr als bescheiden und zweitens, indirekt proportional zu den Wassermassen die vom Himmel stürzten, plätscherte es in Sachen Zuschauer eher so dahin … alles in allem dürfte es wohl so um die 60 Nasen gewesen sein, die sich das besagte Spektakel zu Gemüte führen wollten. Dieses begann allerdings erst nach dem Opener MAXIMUM PENALTY, der wohl für einige Verwirrung in den spärlichen Zuschauer-\"Reihen\" gesorgt hat. Schlagzeuger und Klampfer gingen ja durchaus noch als HC-Vertreter durch, aber der etwas abwesend wirkende und Stoner-Rock kompatible Basser, wollte so gar nicht ins Bild einer NY-HC Band passen. Noch deplazierter allerdings wirkte der Mann am Mic bzw. Percussion … die Mischung aus Pitbull und Blaze Bayley (Pitbull vom Aussehen her und Blaze B. was den Gesang angeht) machte die Verwirrung komplett. Mag ja sein, daß der Knabe ganz gut bei Stimme ist, aber diese wollte so ganz und gar nicht zum Rest der Chose passen. Zur Krönung, baute Kollege \"Blaze Pitbull\" immer wieder Percussion-Einlagen ein, die das Faß allerdings dann endgültig zum überlaufen brachten. Experimentierfreudigkeit und Abwechslung in allen Ehren, aber was zu viel ist, ist einfach too much! Die Ironie dabei, die 4 Knaben vom Big Apple machten ihrem Namen alle Ehre und brummten den Anwesenden die maximale Strafe auf … 45 Minuten on stage!
Mein Tip, Haare wachsen lassen und bei nächsten Maiden / Dickinson - Split, ein Tape an Mr. Harris geschickt und hoffen, daß die Umsiedlung von NY nach England klappt.
Nach ´ner wirklich kurzen und zügigen Umbaupause, ging\'s dann eigentlich erst so \"richtig\" los - mit BREAKDOWN nämlich.
Ohne viel hin und her schüttelte das Quartett Song für Song aus dem Ärmel, wobei die Jungs sich zu keiner Minute ihres 30 minütigen Sets von der mageren Kulisse und dem bescheidenen Höflichkeitsapplaus beeindrucken ließen. Teils erinnerten mich BREAKDOWN stark an SICK OF IT ALL zu deren Anfangstagen, wobei dies vor allem an Sänger Jeff oder wahrscheinlich zutreffender \"Baumstamm am Mikro\" zutraf ... weniger der Optik wegen, da liegen doch Welten zu einem souverän agierenden Lou Koller und dem etwas orientierungslos, weil \"Bewegungsdepp\" (nicht böse gemeint, mir fällt nur kein besseres Wort dafür ein), wirkenden BREAKDOWN Fronter, nein schlicht wegen der stimmlichen Ähnlichkeit. Nicht daß jetzt die Vermutung aufkommt, die BREAKDOWNer wären lediglich ein Plagiat, das ihren großen Helden nacheifert. Ganz und gar nicht, die 4 Knaben sind mittlerweile auch schon 15 Jahre im Biz unterwegs und somit keineswegs mehr grün hinter den Ohren bzw. haben es nicht nötig sich ihre Ideen zusammenzuklauen.
Anyway, lange Rede kurzer Sinn, coole Band, starke Show!
Vor gut einem halben Jahr waren BACKFIRE schon einmal in München am Start, zu dem Zeitpunkt als Support von MADBALL. Damals allerdings im bis unter die Decke gefüllten Backstage, von dem man am heutigen Abend leider weit entfernt war. Diese Umstände zu ignorieren und trotzdem eine überzeugende Show zu bieten, das macht eine Band mit Profi-Ambitionen aus … und genau diese sind bei dem Vierer aus Maastricht mehr als genug vorhanden. Mit \"Don\'t Wanna Die Young\" ging\'s gleich zu Anfang mächtig in die vollen und man sprang, zappelte und hüpfte was die alten Knochen hergaben. Absolut überzeugend und mit einem mächtig druckvollen und klaren Sound ausgestattet, zockten sich Sänger Pat und seine Mitstreiter durch einen viel zu kurzen Set von gerade mal schlappen 30 Minuten, bei dem alte Klassiker, wie auch Material vom aktuellen Album \"Still Dedicated\" nicht zu kurz kamen. Absoluter Höhepunkt, die ultimative HC-Hymne vom gleichnamigen Album \"Still Dedicated\", bei dem auch Teile des sonst überwiegend müden und lahmarschigen Publikums sich mikrotechnisch verewigen durften … tja und dann war Schicht im Schacht!
Fazit: MAXIMUM PENALTY war Folter pur. BREAKDOWN kurzweilige Unterhaltung und BACKFIRE der schlichte Hammer … nur viel zu kurz!
Zweimal hab ich BACKFIRE dieses Jahr gesehen, zweimal war ich mehr als begeistert und daher bin ich mittlerweile davon überzeugt, aus Maastricht / Holland kommt die Nr.1 in Sachen European-HC … NY hat sich warm anzuziehen!

Redakteur:
Oliver Kast

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