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Annihilator/Nevermore - berlin

25.04.2001 | 07:54

10.03.2001, Music Hall

Schon vom Line-Up her war das die Tour des Frühjahrs und da ich das Package in Hamburg nicht sehen konnte, fuhr ich nach Berlin..und es hat sich wahrlich gelohnt!!

Nur eins war merkwürdig: wieso schickt man die erste Band knapp eine Stunde vor angekündigtem Beginn auf die Bühne? So waren nur wenige Banger da, um RAWHEAD REXX zu sehen. Und sie haben was verpasst! Ich bekam zwar nur die letzten beiden Songs mit, die hatten es aber in sich. Kraftvoller Power Metal, der ein ums andere Mal an Bands wie METAL CHURCH oder VICIOUS RUMORS erinnerte, wurde den Leuten um die Ohren geblasen, die auch gut mitgingen. Der Sound war o.k., das Stageacting auch und so hatte ich nach dem Auftritt eine CD mehr auf meiner Einkaufsliste.

Die nachfolgenden SOILWORK spielten schon vor wesentlich mehr Leuten, schienen aber mit ihrem melodischen Death Metal nicht so recht zu den anderen Bands zu passen. Trotzdem wurden die Jungs, die sich engagiert zeigten, obwohl der Sound nicht der beste war, gut abgefeiert. SOILWORK spielten einen Querschnitt aus allen drei Alben, gekrönt vom Überhammer „Like An Average Stalker“ vom neuen Meisterwerk „A Predator’s Portrait“. Die Saitenfraktion war ständig am Bangen und Sänger Björn Strid wechselte gekonnt zwischen cleanem Gesang und bösartigem Gegrowle. Ein astreiner Auftritt einer Band, die jetzt schon besser ist als es Bands wie IN FLAMES je waren.

Als NEVERMORE mit „Narcosynthesis“ in ihren Set einstiegen, rastete die mittlerweile gut gefüllte Music Hall komplett aus. Kein Wunder, denn die Band mit den längsten Haaren diese Planeten spielte mal wieder alles und jeden gnadenlos an die Wand. Ob nun Kracher vom Überhammer „Dead Heart In A Dead World“ wie „Believe In Nothing“, „The Heart Collector“, „We Disintegrate“ oder das SIMON & GARFUNKEL Cover „The Sound Of Silence“, NEVERMORE zeigten allen Power Metal Bands, was dieser Terminus beinhaltet, nämlich Songs voller Melodie, Dynamik und Aggression. Die älteren Songs wie „Beyond Within“, „Next In Line“ und „Seven Tongues Of God“ fügten sich nahtlos ein und machten den Gig für NEVERMORE zu einem wahren Triumphzug. Warrel Dane sang mal wieder absolut göttlich, Jeff Loomis brillierte auf seiner siebensaitigen Klampfe und Basser Jim Sheperd bangte mit Tourgitarrist Curran (Kommentar meiner Bekannten: der hat so schöne Augen...) Murphy um die Wette. Klar, dass Nevermore noch zu zwei Zugaben zurückgebrüllt wurden und nach den letzte Akkorden von „Dead Heart In A Dead World“ war wohl auch dem letzten Anwesenden klar, wie geil NEVERMORE live sind. Wer das nicht erkennt, sollte sich nicht Metaller nennen!

Eins war klar: übertreffen konnten ANNIHILATOR, die haartechnisch nicht mit NEVERMORE mithalten konnten, diesen Wahnsinnsgig nicht mehr. Aber sie knüpften an die Stimmung an und spätestens beim zweiten Song „King Of The Kill“ hatten ANNIHILATOR das Publikum in ihrer Hand und wurden genau wie NEVERMORE abgefeiert. Vor allem Sänger Joe Comeau brillierte und ist der beste ANNIHILATOR Sänger ever. Übertroffen wurde seine Leistung nur von Guitarwizard Jeff Waters, der einwandfrei und megagenial aufspielte, dabei ständig wirre Grimassen zog und zusammen mit Dave Scott Davis für offene Münder im Publikum sorgte. Auch bei ANNIHILATOR lag der Schwerpunkt auf dem neuen, sehr guten Album „Carnival Diablos“, von dem neben dem Titeltrack unter anderem noch „Time Bomb“, „Battered“ und „The Perfect Virus“ gespielt wurden. Aber natürlich gab es auch genügend ANNIHILATOR Klassiker, die Joe Comeau überzeugend rüberbrachte, z.B. „Set The World On The Fire“, die Speedgranate „Bloodbath“ und das geniale „Alison Hell“. Auch ANNIHILATOR wurden noch zu zwei Zugaben zurückgerufen, nämlich dem AC/DC-lastigen „Shallow Grave“ und „Phantasmagoria“. Danach war dann endgültig Schluss und das bisherige Konzert des Jahres hatte ein würdiges Ende gefunden. Es war der absolute Wahnsinn!!!!!!!!!!!

Redakteur:
Herbert Chwalek

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