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ANATHEMA live - München

27.11.2012 | 12:42

02.11.2012, Theaterfabrik

ANATMEMA live - Artrock von Feinsten. Dazu ein geiler Support für Frickelprogger: Die Kalifornier ASTRA!

Dass ANATHEMA eine tolle Liveband sind, weiss der Fan des gepflegten Artrock nicht schon seit gestern. Das mag unter anderem daran liegen, dass die Band mittlerweile sehr häufig tourt und dadurch immer mehr zusammenwächst. Jedenfalls gehen ich und einige Münchner Rockfans wieder mit großer Vorfreude in Richtung Theaterfabrik.

Ein besonderes Schmankerl ist diesmal auch die Vorband ASTRA. Diese sind eine große Hoffnung aus den USA und spielen sehr siebzigerlastigen Retroprog. Wie im Interview nachzulesen ist, hat sich Jamie von ANATHEMA höchstpersönlich dafür eingesetzt, ASTRA den Supportslot zu verschaffen. Herzlichen Dank, Jamie!



Leider leidet die tolle Musik der Kalifornier unter einem undiffenzierten und fast grellen Sound. Deshalb trete ich die Flucht nach vorne an, um den schönen Paula (Gibson Les Paul; siehe Foto oben) Sound wenigstens direkt von der Bühne herunter mitzukriegen. Und so langsam werde ich warm mit der komplizierten Musik von ASTRA, die hier in München außer ein paar Nerds aber eher wenige Leute mitreißt. Das macht mir als ASTRA-Vertrauter aber nichts aus, ich kann auch so versinken in den herrlich verschnörkelten Kompositionen von "The Black Chord", dem letzten Album aus dem Jahr 2012. Authentische Moog- und Hammond-Sounds von Conor
ANATHEMA-Vincent
Riley, tolle Gitarrenarbeit des Duos von Richard Vaughan und Brian Ellis (der Mann mit der Paula, Foto links) und versatiles Drumming von David Hurley prägen den Sound von ASTRA, die sich eine dreiviertel Stunde in unendliche Weiten des Universums proggen. Besonders fein ist der floydige Abschluss-Track 'The Weirding' vom gleichnamigen Debutalbum.
Bei ANATHEMA ist der Sound dann auf einmal wieder sehr gut! Woran denn das wohl immer liegt? Jedenfalls freuen wir uns über das 'Untouchables'-Doppel von der aktuellen CD "Weather Systems". Die knuffige Cavanagh-Familie (Vincent, Danny und Jamie) sieht mit jedem Mal mehr wie eine Hobbit-Bruderschaft aus, fehlen nur noch haarige Füße. Was folgt, ist einmal mehr ANATHEMA wie man sie kennt und liebt: eine gelungene Mischung aus Spaß, Emotion und musikalischer Klasse. Natürlich liegt die Songauswahl schwerpunktmäßig bei den letzten beiden Alben, somit dominiert der schwelgerische Artrock, am dem Sängerin Lee Douglas keinen unerheblichen Anteil hat, über rockige Nummern. 'Dreaming Light', 'Everything' 'The Gathering Of The Clouds' oder das überragende 'The Storm Before The Calm' lassen das Publikum eher mit geschlossenen Augen genießen als rocken. Deshalb freut man sich dann aber besonders, wenn's mal lauter wird, und bei 'Deep' wird lauthals mitgesungen. Manche von uns würden sich gerne mehr solcher älteren Nummern wünschen.
Die beiden Höhepunkte kommen für mich am Ende des regulären Sets, der wieder ganz den Tränentreibern gewidmet ist: 'A Natural Desaster' und 'Flying' sind eben doch die besten ANATHEMA-Songs. Ergreifend! Beendet wird der Gig standesgemäß mit 'Fragile Dreams'. Was soll man sonst noch groß über den Gig sagen? Vielleicht, daß sich 'Closer' mit seinem ellenlangen Ende so langsam vielleicht doch abnutzt? Oder dass Vincent (Foto rechts) von Mal zu Mal besser singt? Sagen wir einfach: Toll wie immer!

Setlist:
Untouchable, Part 1+2, Thin Air, Dreaming Light, Everything, Deep, Emotional Winter, Wings of God, A Simple Mistake, The Gathering of the Clouds, Lightning Song, The Storm Before the Calm, The Beginning and the End, Universal, Closer, A Natural Disaster, Flying, Zugaben: Internal Landscapes, Fragile Dreams
ANATHEMA from the back

Redakteur:
Thomas Becker

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