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2. Kölner Rockgipfel - Köln

10.11.2005 | 21:18

05.11.2005, Büze Ehrenfeld

Mit dem 2. Kölner Rockgipfel hatten es die Götter nicht besonders gut gemeint. So bereitete die P.A. den Veranstaltern und der Soundabteilung schon den ganzen Tag Kopfschmerzen, aber manchmal laufen die Dinge eben nicht wie man will.

PETER PANS EARTHBAND

Bei den eröffnenden PETER PANS EARTHBAND lief aber noch alles glatt. Der bluesgetränkte, schwere Hardrock des Trios, das diesen Sound nach eigenen Angaben spielt, weil "die rechte Hand nicht gut genug für Heavy Metal" sei, kam überwiegend sehr schnell und mitreißend aus den Boxen. Hierfür sorgten besonders die treibenden und swingenden Basslinien. Aber auch die Gitarrenarbeit, die teilweise an etwas GARY MOORE erinnerte, war erste Sahne und der Drummer bearbeitete sein Kit mit solcher Hingabe, dass der Mixer gerufen werden musste, um das gerissene Snarefell notdürftig zu tapen. Mit einer Semiballade zeigten PETER PANS EARTHBAND, dass sie auch ruhigere Töne anschlagen können, die aber die Ausnahme blieben. Ein verdammt heißer Opener.

Setlist:
Train
Bye Bye My Girl
Moonlight
Alabama
Live To Fly
Where Can I Go
Jesus Gonna Make Up My Dying Bed
Carol

THE MYSTERY

Bei den anschließenden THE MYSTERY zeigte sich dann das größte Manko dieses Abends: Der Sound war zu Beginn nicht wirklich toll, Sängerin Denise kaum zu verstehen. Auch danach wirkte sie zuerst nicht wirklich fit. Nachdem Denise nach den ersten zwei Songs aufgetaut war und man sich an den Sound gewöhnt hatte, wurde der Aufritt der Melodic-Metal-Band aus Heiligenhaus auch ziemlich gut. Ihr Material bot mit vielen Tempowechseln und unterhaltsamen Soli auch einiges an Abwechslung. Dazu wurde gepost was das Zeug hält, wobei der bangende Bassist noch ganz geil war, der ultraböse Blick des Gitarristen aber mit der Zeit eher lächerlich wirkte.


Setlist:
Intro
Vengeance Is Mine
Fading Away
1.000.000 Light Years Away
Restless Heart
Scars
Another Day In Hell
Hells Gate
Facing The Storm
Running From The Law
Schizophrenia
Revenge

G(E)NOM

Danach ging es mit G(E)NOM wieder in rockigere Gefilde. Der Fünfer ließ wie gewohnt nichts anbrennen. Besonders Frontmann Conny Schmitt zeigte sich in Topform und lieferte eine Gesangsleistung par excellence ab. Aber auch der Rest der Band wirkte frisch und souverän. So wurde der Gig, der mit einem sehr geilen Cover von BLACK SABATHs 'War Pigs' beendet wurde, zu einem wahren Genuss.

Setlist:
Light My Fire
Freedom Fighter
Not My Enemy
Rock Hard
Purgatory Blues
Soldiers Song
War Pigs

FAIRYTALE

Bei FAIRYTALE war dann zum ersten Mal an diesem Abend richtig was vor der Bühne los. Leider hatten FAIRYTALE aber das gleiche Problem wie THE MYSTERY zuvor: Der Sound war einfach nicht das gelbe vom Ei. Was bei PETER PANS EARTHBAND und G(E)NOM durch den rockigeren Sound der Bands weniger auffiel, kam dann bei den melodischer ausgelegten Truppen voll durch. So sorgten die tieferen Frequenzen für einen starken Nachhall, der viele Melodien einfach verschluckte. Nichtsdestotrotz boten FAIRYTALE eine erstklassige Leistung. Die Gesangsabteilung, bestehend aus Susann Klaus und Rainer Behr, sangen, als wenn es um ihr Leben ginge und Drummer Nicky präsentierte sich als Bandspaßvogel, indem er das Schlagzeug auf demselben stehend spielte. Außerdem lieferte die Band den Beweis, das Popnummern (in diesem Fall 'Hedonism' von SKUNK ANANSIE) ordentlich aufgemöbelt auch ihren Reiz haben können. Ein zu Recht umjubelter Auftritt.

Setlist:
Neverland
Hotel New Hampshire
Loosing Your Aims
No Way
Hedonism
Break Down The Silence
Pretty In Scarler
Things To Regret
Caught Within

VICIOUS BLOW

So schnell die Menge bei FAIRYTALE vor die Bühne stürmte, so schnell war sie danach auch wieder verschwunden. So standen dann VICIOUS BLOW nur noch vor 10-20 Personen auf der Bühne. Auch der Versuch des Gitarristen, den Menschen an der Theke was vorzuspielen und sie so doch noch in die Halle zu locken, schlug fehl. Selber schuld, ihr habt was verpasst. Denn VICIOUS BLOW gaben richtig Vollgas und huldigten dem Rock'n'Roll sowie ihrem musikalischen Vorbildern (AC/DC, ROSE TATTOO, MOTÖRHEAD), von denen auch einige Coverversionen dargeboten wurden. Zu später Stunde gab es so noch mal richtig dreckig einen vor den Latz. Sehr geil. Dass man außerdem auch noch reichlich Spaß in den Backen hatte bewies man bei zahlreichen Interaktionen mit dem Publikum in der fast schon intimen Atmosphäre. So wurde die Band aus dem Publikum mit kleinen braunen Flaschen eines alkoholischen Getränkes versorgt, die sich als Revanche nicht Lumpen ließ und zu 'Mama Tequila' eine Flasche dieses Getränkes spendierte. Nach fast sechs Stunden Musik beendete 'Ace Of Spades' einen anstrengenden, aber geilen Abend.


Setlist:
Vicious Blow
Next Door R'N'R
Don't Push Me Down
Live To Ride
R'N'R Outlaw
Nice Boys (Don't Play R'N'R)
Night Away
Rock Me To Hell
Mama Tequila
Burn
Shove
Walk All Over You
Whole Lotta Rosie
Ace Of Spades

Gastautor Simon Hink

Redakteur:
Gastautor

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