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VICTORY: Interview mit Fargo-Peter Knorn

06.01.2006 | 18:04

Nachdem die Hannoveraner Hard'n'Heavy-Legende VICTORY mit "Instinct" in der Originalbesetzung vor knapp drei Jahren ein von Fans und einschlägigen Medien abgefeiertes Comeback-Album nebst ebenso hoch gelobter Live-Aktivitäten präsentiert haben, legen die unkaputtbaren Haudegen aus Hannover nun ein neues Brikett nach. Bei "Fuel To The Fire" handelt es sich diesmal allerdings nicht um neues Material, sondern um eine Sammlung alter Goodies der 20-jährigen Bandkarriere, die neu eingespielt und mit moderner Studiotechnik zeitgemäß aufgepeppt wurden - Grund genug für POWERMETAL.de hier einmal kräftig nachzuhaken. Basser und Gründungsmitglied "Fargo"-Peter Knorn war so nett sich – schelmisch wie immer - den Fragen zu stellen.


Martin:
Hallo Peter, mit "Fuel To The Fire" startet ihr mit einem fetten Heavy-Rock-Kanonenschlag ins neue Jahr. Warum habt ihr euch anders als bei "Instinct" für die Neuaufnahme alter Songs und offensichtlich ganz bewusst gegen die Produktion neuen Materials entschieden?

FargoPeter:
Wir wollten schon immer mal unser altes Material auf den neuesten Stand bringen.
Live haben wir dies ja hier und da schon getan. Und als wir schließlich unseren neuen Sänger die alten Songs im Proberaum singen hörten, war alles klar.

Martin:
Auffällig bei "Fuel..." ist die starke Schlagseite in Richtung eurer "Temples Of Gold"-Langrille von 1990. Diese Scheibe füllt allein die Hälfte von "Fuel...". Warum legt ihr den Schwerpunkt so massiv auf dieses Album?

FargoPeter:
"Temples Of Gold" beinhaltet die meisten Songs, die in der Summe allen Bandmitgliedern auch heute noch gefallen. Wir haben das aber so in der Form zuerst gar nicht richtig wahrgenommen.

Martin:
Dafür lasst ihr andere, auch nicht gerade schlechte Alben komplett außen vor. Weshalb habt ihr hier nicht etwas gleichmäßiger verteilt?

FargoPeter:
Es ist halt immer eine geschmackliche Entscheidung. Und so entschied bei uns die Mehrheit.

Martin:
...und ihr nehmt damit bewusst in Kauf, eventuell eine Menge Fans, die vielleicht gerade an diesen Scheiben hängen, vor den Kopf zu stoßen?

FargoPeter:
Das wäre niemals unsere Absicht. Allerdings, wenn wir den einen oder anderen – jetzt neu aufgenommenen - Titel dafür hätten wegfallen lassen müssen, hätten sich wieder andere Fans beschwert, dass eben genau diese Titel nicht dabei gewesen wären.

Martin:
Mit Jioti Parcharidis habt ihr einen verdammt starken neuen Mann am Mikrofon, der aber wahrscheinlich noch nicht jedem echt bekannt ist. Wie seid ihr an ihn geraten und was hat er vorher gemacht?

FargoPeter:
Jioti war/ist Sänger der Band HUMAN FORTRESS und kam eines Tages zu Tommy Newton und wollte ein neues Album seiner Band von ihm produzieren lassen. Und als Tommy ihn uns vorgestellt hat, haben wir ziemlich lange Ohren bekommen. Zudem sieht der Kollege aus, wie man sich Jesus vorstellen könnte. Würden wir nun auch noch christliche Texte von ihm singen lassen und ihn regelmäßig auf der Bühne ans Kreuz schlagen, so hätte das sicher was...
Aber aufs Angenehmste waren wir überrascht, als wir ihn persönlich kennen lernten; er ist ein echter Loyalist und so gradlinig, dass man den Jungen einfach gerne haben muss.

Martin:
Gibt es mit ihm auch neues Songwriting? Wenn ja, in welche Richtung wird es gehen?

FargoPeter:
Noch keine Ahnung, vermutlich in Richtung griechischer Volksmusik, gemischt mit religiösen Texten auf Hebräisch.

Martin:
Na denn Prost, das kann ja heiter werden! Um aber beim Thema Sänger zu bleiben: Mit Jioti's Vorgänger Charlie Huhn scheint ihr euch nicht gerade entzweit zu haben. Auf eurer Homepage habt ihr einen direkten Link zu dessen Band FOGHAT gelegt. Heißt dies, das Thema Charlie und VICTORY ist nicht auf ewig begraben?

FargoPeter:
Doch, schon. Obwohl ich sagen muss, wenn ein verdammt reicher Tankstellenbesitzer uns einen Haufen Geld zahlen würde, um seiner lesbischen Tochter bei ihrer Heirat mit Kate Moss (die auf VICTORY stünde und gar nicht richtig lesbisch ist) ihre Lieblingsband zu präsentieren, so wäre ich dafür, Charlie wieder – ausnahmsweise – für ein paar Tage ins Boot zu holen.
Charlie und wir verstehen uns immer noch sehr gut. Aber er hat FOGHAT und wohnt in den USA. Die haben reichlich zu tun und es gäbe mit Sicherheit immer wieder ein Problem, Termine zu koordinieren.

Martin:
Mit neuem Album und neuem Sänger drängt sich zum Schluss natürlich noch die Frage nach Live-Aktivitäten auf. Wie sehen da eure Pläne aus?

FargoPeter:
Wir sind auf dem Balingen-Festival (Bang Your Head - d. Lektor) dabei und gerade werden Konzerte zusammen mit MSG im Mai diskutiert. VICTORY ist bestechlich...

Martin:
Und wie steht die Chance euch eventuell auf einem der großen Sommerfestivals 2006 erleben zu können?

FargoPeter:
Am 23. oder 24. Juli in Balingen – Bang Your Head zum Beispiel. Da biegt sicher noch was um die Ecke (W:O:A wäre schon die richtige Kragenweite).

Martin:
Klingt alles so, als würde 2006 ein echtes VICTORY-Jahr werden. Ich wünsche euch alles Gute und POWERMETAL.de wird euch sicher auf den Fersen bleiben.

FargoPeter:
Alles wird gut.

Redakteur:
Martin Rudolph

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