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VALLENFYRE: Interview mit Gregor Mackintosh

16.10.2011 | 17:16

Alles auf Anfang. Der englische PARADISE-LOST-Gitarrist Gregor Mackintosh gilt als Mitbegründer des Gothic Metals. Allerdings begann seine musikalische Laufbahn mit handfestem Death Metal und da alte Liebe bekanntlich nicht rostet, huldigt Mackintosh mit seiner neuen Band VALLENFYRE dem guten alten Todesblei. Grund genug, um mit dem Engländer ein wenig über das anstehende Album "A Fragile King" zu reden.

Ich bin froh, dass du die Zeit gefunden hast meine Fragen zu beantworten. Ich glaube nicht, dass du dich vorzustellen brauchst, da dich die meisten Metaller kennen werden. Allerdings wird wohl kaum jemand VALLENFYRE kennen. Erzähle uns deswegen warum du die Band ins Leben gerufen hast und was hat dich motiviert wieder Death Metal zu spielen.

Die Freude ist ganz auf meiner Seite. Death, Doom, Crust und Grind waren die erste Musikrichtungen in die ich mich als Teenager verliebt habe und was auch immer dein Leben über passiert, du vergisst nie die Musik, mit der du angefangen hat. Seit den letzten fünf Jahren oder so habe ich meine alten Platten und Demos durchgeschaut und habe außerdem neueres Zeug einer Szene angetestet, die überlaufen ist. Als mein Vater im Dezember 2009 verstarb, begann ich damit die Songtexte für die Platte zu schreiben. Es war wie eine Art Therapie. Kurze Zeit später begann ich die beiden anderen in etwas einzuspannen, was ich als perfekte Hommage ansah. Langsam nahmen die Lieder Form an und ich fragte zwei enge Freunde, ob sie der Band beitreten wollen. Ich bin zufrieden, dass ich es geschafft habe, etwas so Negatives in etwas zu verwandeln, das so viel Spaß gemacht.

War es schwer Musiker zu finden, die der Band beitreten wollten?

Ich glaube das war der einfachste Teil des Prozesses. Ich hatte drei Bedingungen. Die erste und wichtigste war, dass es gute Freunde von mir sein mussten. Dann mussten sie Leidenschaft für diese Art von Musik mitbringen und einen ähnlichen musikalischen Hintergrund wie ich haben. Außerdem sollten sie gut spielen können. Zum Glück bin ich schon sehr lange in der Musik-Branche tätig und die meisten meiner engen Freunde sind Musiker. Adrian (Erlandsson) spielt ja auch bei PARADISE LOST und Hamish (Hamilton Glencross - Gitarrist von MY DYING BRIDE) ist ein Kumpel mit dem ich häufiger mal trinken gehe. Scoot ist einer meiner ältesten Freunde. Mully und ich treffen uns jeden Donnerstag, um Metal zu hören und zu saufen.

Ich glaube ich übertreibe nicht wenn ich sage, dass VALLENFYRE eine All-Star-Band ist, obwohl ihr ja auch alle gute Freunde seid. War es da ein Problem für irgendein Bandmitglied die Aktivitäten mit VALLENFYRE und anderen Projekten zu koordinieren? Ich denke da gerade an Adrian Erlandsson, der ja auch in einigen anderen Bands spielt.

Ich hasse es wenn man uns als All-Star-Band bezeichnet. Hat deine Mutter je von mir gehört? Das bezweifle ich. Jedenfalls war es manchmal etwas schwierig alle Beteiligten zum Aufnehmen an einen Ort zu bekommen. Bei Adrian war das noch nicht mal so schwer wie bei Scoot. Scoot hatte viele Auftritte mit DOOM und EXTINCTION OF MANKIND das letzte Jahr über.

Wie lange hat es dauert, um die Songs für das kommende Album "A Fragile King" zu schreiben und aufzunehmen?

Die Songs nahmen nach und nach Gestalt an und das über ein Zeitraum von zehn Monaten hinweg, zwischen Januar 2009 und Dezember 2010. Die Aufnahmen dauerten vier Monate, von Weihnachten 2010 bis April 2011. Es dauerte nur so lange weil wir uns nur hier und da mal ein paar Tage im Haus unseres Tontechniker treffen konnten, was die Schuld der individuellen Zeitpläne ist.

Wie war das, wieder Death Metal zu spielen? War es schwer, wieder in diese Art von Musik reinzukommen nach all den Jahren?

Es war verdammt erfrischend. Als schlüpfe man in gutes altes Paar Pantoffeln. Es hat sich sehr natürlich angefühlt, da es sehr nah an dem dran war, was ich vor 20 Jahren getan habe.

Hast du die Entwicklung des Death Metals über die letzten Jahre verfolgt? Was sind deine Haupteinflüsse und deine Lieblingsbands?

Ich muss sagen, dass moderner Death Metal weitestgehend schrecklich ist. Das Schlagzeug ist gesamplet und die Solos erinnern an DREAM THEATER. Ich denke, dass es viele hochwertige Bands über die letzten Bands gegeben hat, aber unglücklicherweise ist keine dabei, die man als Death Metal bezeichnen kann, wie zum Beispiel TYRANT, BLACK BREATH oder TRAP THEM um nur einige zu nennen. Die einzige halbwegs annehmbare Todesblei-Truppe an die ich mich erinnern kann, war in den letzten Jahren COFFINS. Wenn ich Death Metal hören will, höre ich mir Zeug an, das einen gewissen Crust-Vibe hat. So Bands wie REPULSION. CELTIC FROST (ja, ich weiß, das ist kein reiner Death Metal), NAPALM DEATH, AUTOPSY, NIHILIST, CARNAGE und Co, die diesen Vibe in den späten 80ern und frühen 90ern verkörpert haben.

Ich habe gelesen, dass du erst die Songs von VALLENFYRE gar nicht veröffentlichen wolltest. Warum hast du so gedacht und was hat deine Meinung darüber verändert?

Zuerst waren es nur Zeilen, in denen ich darüber darüber geschrieben habe, wie scheiße ich es finde, dass mein Vater sterben musste. Dann wurden daraus Songtexte, aus denen Lieder wurden, aus denen wiederum eine Band und eine Demo hervorging. Letztendlich hat mich ein Freund bei Century Media davon überzeugt, die Tracks auf eine Platte zu packen.

Du erwähnst auf der Facebook-Seite von VALLENFYRE, dass der Bandname auf ein altes englisches Buch zurückgeht. Das auch "A Fragile King" heißt, wenn ich mich nicht irre. Kannst du etwas über die Handlung des Buches erzählen? Und warum hast du ausgerechnet diesen Namen für dein Band gewählt?

Da irrst du dich aber ein wenig. Der Name VALLENFYRE geht auf ein Buch zurück, dass sich mit altem Englisch beschäftigt. >Vallen< bedeutet stark und >Fyre< heißt Feuer. Ich habe lediglich diese beiden Worte verbunden. Der Titel "A Fragile King" hat mit meinem Vater zu tun, den ich idealisiert habe und an seine Unverwundbarkeit glaubte bis wir mit dieser Verwundbarkeit konfrontiert wurden.

Werdet ihr live auftreten?

Absolut. Es wäre eine Schande so ein Album zu veröffentlichen und es dann nicht live zu präsentieren. Leider wird es wegen unseren unterschiedlichen Zeitplänen bis nächstes Jahr dauern, aber wir wollen sowohl in Clubs als auch auf Festivals spielen. Wenn die Leute uns sehen wollen und wir Spaß haben, werden wir es durchziehen.

Was sind eure Pläne für die Zukunft und was würdest du gerne mit VALLENFYRE erreichen?

Ich versuche nicht zu weit voraus zu planen, weil es sonst zu entmutigend wird. Jetzt bin ich erst einmal froh, dass wir ein Album auf den Markt bringen und freuen uns auf Live-Auftritte.

Die letzten Worte gehören dir. Gibt es etwas was du unseren Lesern noch sagen möchtest?

Nutzt den Tag!


http://www.facebook.com/Vallenfyre

Redakteur:
Adrian Wagner

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