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TRANSATLANTIC - Interview mit Neal Morse

06.12.2009 | 08:19

Die Rückkehr von TRANSATLANTIC hat durchaus Jubel in der Szene hervorgerufen, immerhin gelten die beiden ersten Werke der Prog-All-Stars als Meilensteine des Genres. Und das völlig zu Recht. Ganz daran anknüpfen kann das neue Werk "The Whirlwind" zwar nicht, dennoch ist nach acht Jahren Pause der Spirit eindeutig zurück. Das sieht auch Neal Morse so, wie er uns im netten Plausch erzählt.

Den Einstieg ins Gespräch bestimmt Neal, da er nebenher seinen 13-jährigen Sohn vom Videospiel abzieht, um die Bonus-DVD noch mal zu checken, bevor sie nach Europa geschickt wird. "13 ist ein tolles Alter. Er beginnt gerade damit Musik zu entdecken und hört sich durch die alten Alben von TRANSATLANTIC, SPOCK'S BEARD und den BEATLES" erzählt Neal. "Und dabei entdecke ich meine eigene Musik wieder. Das ist ziemlich spannend." Das war allerdings kein Grund für Neal ein neues TRANSATLANTIC-Album zu initiieren. "Wie es für mich begonnen hat, war ein bisschen merkwürdig. Ich war mit einem Freund essen, der mit TRANSATLANTIC und meiner Musik eigentlich nicht viel zu tun hat. Und aus heiterem Himmel meinte er, ich solle ein Stück "The Whirlwind" schreiben und es mit TRANSATLANTIC aufnehmen. Ich habe später dann ein bisschen über diesen Satz nachgedacht und mich gefragt, ob da nicht tatsächlich Gott zu mir gesprochen hat und so habe ich angefangen zu beten und Gott, um eine Antwort zu bitten. Ich habe dann letztes Jahr begonnen ein Demo aufzunehmen, das "The Whirlwind" hieß, aber das hat mit dem, was du auf dem Album hörst, nicht mehr viel zu tun. Als ich dann eine Version hatte, mit der ich zufrieden war, habe ich die anderen eingeladen. Und was soll ich sagen: sie haben es auseinandergenommen, ihre eigenen Ideen eingebracht und so ein völlig neues Stück erschaffen."

Dabei war es nicht der Ausgangsplan einen 76-minütigen Song zu komponieren. "Eigentlich dachte ich, wir würden ein Doppelalbum aufnehmen mit mehreren langen Songs. Alleine "The Whirlwind" war ja bereits 45 Minuten lang. Und ich weiß, dass TRANSATLANTIC alles immer länger macht. Ganz im Gegensatz zu SPOCK'S BEARD übrigens, die immer alles kürzer machen. Die anderen hatten daran gedacht nur kurze Songs zu schreiben, weil das nicht so vorhersehbar wäre. Am Ende haben wir uns dann einfach zusammengesetzt und geschaut, was dabei rauskommt. Auch das war eine kuriose Sache. Die Jungs sind am Nachmittag bei mir angekommen, wir haben zusammen gegessen und sind dann ins Studio gegangen und haben angefangen zu jammen. Und das, was wir in dieser ersten Nacht gespielt haben, ist im Prinzip schon das Grundgerüst für das Album. Die Magie war wirklich auf Anhieb wieder da. Wir haben eigentlich nur sieben Tage gebraucht, um das Album fertigzustellen."

Auch wenn es weniger offensichtlich ist, als auf den letzten Solo-Alben von Neal, dreht sich auch diesmal das lyrische Konzept um Gott. "Kurz gesagt geht es darum wie Gott die Konfusion in der Welt nutzt, um zu erreichen, was er erreichen möchte. Das Erstaunliche dabei ist, dass die Texte von Pete und Roine so gut in dieses Konzept gepasst haben. Da geht es zum Beispiel um die geistige Verwirrung, die viele Menschen haben. Und ich meinte nur, 'Hey, das ist der Whirlwind!' Es ist wirklich ein Wunder wie all das musikalisch und auch lyrisch zusammengepasst hat."

Kein Wunder ist es, dass Neal auch solo schon die nächste Veröffentlichung vor der Brust hat. "Schön, dass du fragst. Ich arbeite gerade an einer Live-CD, die "So Many Roads" heißen wird, drei Disks enthält und Anfang nächsten Jahres veröffentlicht wird." Nicht so bald wird es die Wiedervereinigung von Neal & SPOCK'S BEARD geben. "Es ist möglich, dass wir irgendwann wieder gemeinsam Musik machen. Gott wird mir sagen, wann es so weit ist. Das war aber bislang nicht der Fall."

Redakteur:
Peter Kubaschk

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