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THUNDERSTORM: Interview mit Fabio Bellan

20.12.2006 | 23:33

Zwar sind es noch ein paar Wochen, ehe uns die italienischen Doomer THUNDERSTORM abermals mit einem neuen Album erfreuen werden, doch die Chance vorab und exklusiv in drei brandneue Songs hineinzuhören und mit Bandleader, Sänger und Gitarrist Fabio Bellan ein paar Worte zu wechseln, konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen.
Eines gleich vorab: Diese drei Tracks kommen mit immenser Intensität aus den Boxen und werden, sofern der "Rest" der Scheibe hält, was dieser "Schnupperexkurs" verspricht, THUNDERSTORM zu einer der ganz großen Nummern im Doom werden lassen, wenn auch so einige Veränderungen im Gesamtsound der Foramtion auszumachen sind.

Walter:
Im Vergleich zu euren vorherigen Veröffentlichungen ist mir an den drei neuen Songs aufgefallen, dass sich eure Einflüsse offensichtlich verändert haben. Das Spektrum reicht nunmehr offenbar vom harten Rock der späten 60er Jahre bis hin zu neuzeitlich aktuellen Düstersounds. Wie würdest du denn diese Entwicklung beschreiben?

Fabio:
Oh ja, das ist völlig korrekt. Auf unseren bisherigen Alben "Faithless Soul", "Witchhunter Tales" und "Sad Symphony" war es vor allem der klassische Doom Metal in der Tradition von BLACK SABBATH, CANDLEMASS und TROUBLE, der uns beeinflusst hatte. Doch für das neue Werk haben wir uns regelrecht "geöffnet".
Zwar ist klasssicher Doom noch immer einer der wichtigsten Bestandteile, aber nicht mehr ausschließlich. Vielleicht wird uns neues Album ja unter einer neuen Bezeichnung laufen. Wer weiß, vielleicht werden THUNDERSTORM demnächst als "New Classic Doom" oder gar als "Avantgarde Classic Doom Metal" bezeichnet?

Walter:
Das könnte sogar passen, denn vor allem 'We Dream As We Die (Alone)' vereint eine recht traurige Grundstimmung mit durchaus positiv tönenden Klängen, was ja nicht gerade konventionellem Doom entspricht. Hattet ihr eigentlich so etwas wie eine Intention um eure neuen Songs "anders" klingen zu lassen, oder hat sich das alles erst im Laufe der Zeit quasi von selbst entwickelt?

Fabio:
Unsere Songs entstehen generell im Zuge eines "natürlichen" Prozesses. Das heißt, es gibt keine bestimme Idee, welche Art von Track geschrieben werden soll. Wenn ich eine Idee für ein Riff oder eine Gesangsmelodie habe, versuche ich daraus einen Song zu gestalten. Sollten die anderen Komponenten, die einen guten Song ausmachen, nicht damit harmonieren, wird die Idee beiseite gelegt, so einfach ist das im Prinzip.

Walter:
Um nochmals auf die ersten Hörproben zurückzukommen, muss ich erwähnen, dass 'Hawking Radiation' eine Menge an traditionellen Rock-Vibes besitzt, während 'I Wait' mit dezentem Dark-Metal-Flair aus den Boxen kommt. Dürfen wir das gesamte Album irgendwo zwischen diesen Stützpfeilern erwarten?

Fabio:
Ja, denn es werden wohl nur zwei Songs nach alten THUNDERSTORM klingen und der Rest wird sich deutlich davon unterscheiden, so gesehene sind diese beiden Nummern sehr gute Bespiele dafür, was man erwarten darf. Ich bin mir aber sicher, dass sich eingeschworene THUNDERSTORM-Fans mit diesem Album ebenso identifizieren können werden, wie sie es bisher taten, allerdings hoffen wir damit auch neue Fankreise erschließen zu können.
Die drei Songs stellen generell so etwas wie das Herzstück des neuen Albums dar, ich bin darüber hinaus der Meinung, dass 'We Dream As We Die (Alone)' und 'I Wait' die stärksten Songs überhaupt sind, die wir jemals komponiert haben.

Walter:
Kann man durchaus gelten lassen. Hat sich denn während des Aufnahmeprozesses im Vergleich zu früher ebenfalls etwas geändert?

Fabio:
Die Art des Komponierens nicht, aber wir haben versucht anders an die eigentlichen Aufnahmen heranzugehen. Wir hatten dieses Mal höchstens 70 oder 80% unserer Songs fertig und den Rest erst im Studio hinzugefügt. Einige Gesangsmelodien und Soli sind überhaupt erst im Studio entstanden, weshalb mehr Spontaneität in diese Songs geflossen ist.

Walter:
Hinsichtlich der Musik an sich wissen wir nun also bereits, was uns erwarten wird. Nicht minder interessant war bei THUNDERSTORM jedoch schon immer die lyrische und künstlerische Seite, sprich die Texte und das Artwork. Was kannst du uns denn dazu schon preisgeben?

Fabio:
Es wird in Summe ein sehr ergreifendes und berührendes Album mit jeder Menge an Emotionen werden. Musik sollte generell als "Kunst" gesehen werden und auch so komponiert werden und nicht von nur vom technischen Aspekt aus betrachtet werden. Es gibt nichts Schlimmeres als diese Bands, denen es nur darum geht ihre technischen Fähigkeiten zur Schau zu stellen!
Musik ist Kunst und sollte Emotionen wecken, genau darum geht es auch uns: THUNDERSTORM wollen Emotionen wecken!


Und das wird ihnen auch mit diesem, voraussichtlich im Februar erscheinenden Album mit Sicherheit gelingen!

Redakteur:
Walter Scheurer

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