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THOUSAND FOOT KRUTCH: Interview

07.01.2010 | 11:59

Am 05.12. war es soweit, THOUSAND FOOT KRUTCH stellten auf der Christmas-Rock-Night in Ennepetal ihr aktuelles Hammeralbum “Welcome To The Masquerade” vor. Die Gelegenheit konnte sich POWERMETAL.de natürlich nicht nehmen lassen, um der Band ein paar Fragen zu stellen.

Hallo TFK. Wie war der Flug nach Deutschland?

TFK: Gar nicht so schlecht. Wir sind schon zum dritten Mal in Deutschland und kommen immer wieder gerne hierher.

In Deutschland lieben wir ja kanadische Bands. Aber wie sieht es mit eurem Erfolg in den USA aus?

TFK: Ungefähr 95 Prozent unserer Konzerte spielen wir in den USA. Es läuft also toll dort.


Was bedeutet der Bandname THOUSAND FOOT KRUTCH?

TFK: Der Name spielt auf den Punkt in deinem Leben an, wo du feststellst, dass du es nicht mehr aus eigener Kraft schaffst. Für mich war das der Moment, als mir klar wurde, dass es im Leben noch etwas mehr geben muss. Dass Gott existiert und er ein großer Gott ist und welche Kraft ich daraus schöpfen kann, an ihn zu glauben und ihm zu vertrauen.


Auf euren früheren Alben hattet ihr noch sehr viele Rapcore- und Nu-Metal-Einflüsse. Warum hat sich das geändert und wie würdet ihr euren Stil heute beschreiben?

TFK: Unserer Meinung nach waren wir im Kern schon immer eine Rock-Band. Als wir jünger waren, hat es sehr viel Spaß gemacht, Rock mit Hip Hop und Funk und solchen Sachen zu vermischen, und ich denke, man findet das auch heute noch in unserer Musik wieder. Über die Zeit wurde das jedoch etwas uninteressant und wir wollten nicht mehr zu dieser Art von Bands gehören. Wir haben uns inzwischen weiterentwickelt. Unser Musikgeschmack hat sich geändert und wir versuchen als Band, mit jeder Platte besser zu werden, neue Sachen auszuprobieren.


In den USA läuft eure Karriere bereits sehr gut. Ihr habt dort sechs Alben veröffentlicht, wurdet mit dem Dove Award ausgezeichnet und eure Musik wird im Radio gespielt. Wie sehen eure Zukunftspläne für Europa aus?

TFK: Totale Herrschaft! [Gelächter] Wir reden ständig davon, dass wir gerne öfter rüberkommen würden. Wir verhandeln derzeit mit einer weiteren Booking-Agentur in Europa. Bisher haben wir leider nur einzelne Shows spielen können, in Zukunft würden wir gerne mehr Zeit bei euch verbringen und auf Tour gehen.

Kannst du mir bitte das Konzept hinter dem neuen Album "Welcome To The Masquerade" erklären?

TFK: Es geht um die Masken, die wir tragen, um unsere Schwächen vor anderen Menschen zu verbergen. Das Grundthema des Albums ist, dass das überhaupt nicht nötig ist. Keiner von uns ist perfekt. Gott liebt uns so, wie wir sind, und wo auch immer wir gerade stehen. Wir sind unvollkommen, er ist perfekt, so könnte man das zusammenfassen. Es ist auch ein sehr theatralisches Album, angelehnt an das Thema der Maskerade. Wir versuchen das auch auf der Bühne umzusetzen und ich denke, in der Musik spiegelt sich das ebenfalls.


Einige eurer Lieder (wie z.B. 'Smack Down' oder 'Bring Me To Life') klingen, als ob sie für Sportevents geschrieben worden wären. Ist dies euer Ziel dort gespielt zu werden?

TFK: Ja klar, 'Smackdown' haben wir geschrieben, um mit der WWE-Veranstaltung Smackdown zusammenzuarbeiten. Es hat vor vielen Jahren mit 'Rawkfist' begonnen. (Das Lied hatten sie für den Wrestler The Rock komponiert, er trat aber kurz später als Profiwrestler zurück - Anm. d. Verf.) Das hat uns einige Türen geöffnet. Wir haben dann Musik für Profisport auf ESPN (Sport-Fernsehen) und einige Teams gemacht. Wir lieben die Fusion von Rock, Film, Profisport und Adrenalin. Es ist auch schwer uns anzusehen und nicht zu verstehen, dass wir fantastische Athleten sind. (Gelächter)

Worin liegen die Unterschiede zu euren vorherigen Alben?

TFK: Wir spielten damals noch sehr viel Techno mit Drumcomputern. [Gelächter] An dieser Stelle finden wir für gewöhnlich heraus, ob sich die Leute unsere Alben wirklich anhören. [noch mehr Gelächter] Wenn du uns jetzt zugestimmt hättest, wärst du in die Falle getappt.
Dieses Album ist härter, zumindest was die schnelleren Elemente betrifft. So eine Art "Pedal to the Metal"-Rock. Gleichzeitig gibt es mehr ruhigere Momente. Wir finden beides gleichermaßen toll. Generell ist es mehr ein Rock-Album und vermutlich auch ein logischer Schritt nach vorne für uns.


Habt ihr bereits Pläne für eine DVD?

TFK: Wir haben gerade erst davon gesprochen! Wir würden gerne eine DVD veröffentlichen, aber wenn wir dies tun, möchten wir es richtig anpacken. Wir alle kennen diese schlechten Live-DVDs, welche die Show nicht adäquat wiedergeben, und wir würde gerne etwas Besseres machen. Möglicherweise  lässt sich das im kommenden Frühjahr verwirklichen, zumindest hoffen wir das.


Gibt es eine lustige Begebenheit aus eurem Tour-Leben, die ihr uns berichten möchtet? Ist z. B. schon mal jemand von der Bühne gefallen?

TFK:  Unsere allererste Show mit Clay fand in Kanada statt, und er hat sehr konzentriert gespielt und dabei überhaupt nicht aufgepasst, wo er hinläuft. Plötzlich macht er einen Schritt über den Bühnenrand hinaus, fällt herunter und landet mit seinem Allerwertesten auf dem Rand eines großen Koffers und zieht sich eine Verletzung an diesem Körperteil zu. Trevor war so nett, seinen Hintern zu verarzten. [schadenfrohes Gelächter] Ich weiß, du hast nach einer lustigen Begebenheit gefragt, aber wir finden das irgendwie witzig. Außerdem wussten wir danach, dass er unser Mann ist und er bei uns sein zu Hause finden würde.

Ein großer Dank für dieses Interview geht an Caroline Kilian von Gerth Medien, die so nett war, meine Fragen der Band zu stellen und mir die MP3-Files zukommen zu lassen. Ein noch größerer Dank geht an meine Kollegin Elke Huber, die mir mit ihren fantastischen Englischkenntnissen massiv geholfen hat, das Kanadisch und den Humor der Band zu verstehen.

Redakteur:
Georg Weihrauch

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