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THERION: Interview mit Christofer Johnsson

01.01.1970 | 01:00

Es gibt wohl kaum eine Band, die THERION in Sachen Vielseitigkeit, Ideenreichtum und Klasse das Wasser reichen kann. Die neuen Alben stellen das auf faszinierende Art unter Beweis. Denn diesmal gibt es nicht nur eine neue Scheibe, man hat so viel erstklassiges Songmaterial geschrieben, dass gleich zwei Alben ("Sirius B" und "Lemuria") aufgenommen wurden. Sogar ein drittes ist schon fertig, und wird zu einem späteren Zeitpunkt auf die glückliche Hörerschaft losgelassen. Obwohl es fast unmöglich schien, haben THERION sich wieder selbst übertroffen und sich hier ein beeindruckendes Denkmal gesetzt. Zwei absolute Klassiker des symphonischen und orchestralen Metal stehen vor der Tür (Releasedatum ist der 24. Mai), die ganz klar zum Pflichtprogramm eines jeden Metalfans gehören. Ich übergebe hiermit das Wort an Mastermind Christofer Johnsson.


Stephan:
Was erwartet den Hörer auf den beiden Alben?

Christofer Johnsson:
Wie immer zwei Dinge. Zum Einen die Möglichkeit eine Entwicklung gegenüber den früheren THERION-Werken zu hören, denn es gibt viele neue Einflüsse. Aber gleichzeitig setzen wir unserem bisherigen Schaffen ein Denkmal mit Einflüssen von all unseren früheren Alben (von den beiden ersten mal abgesehen). Ich glaube, ich war ein bisschen nostalgisch als wir unser 15jähriges Jubiläum feierten und unterbewusst hat das wohl auch einen Effekt darauf gehabt. Denn normalerweise mache ich nichts, das mit früheren Werken in Verbindung gebracht werden kann. Aber diesmal ist es so, als würden wir mit einem Bein in der Vergangenheit verwurzelt sein und eine Art Best-Of der früheren THERION-Stile aufbieten und mit dem anderen Bein total in der Zukunft stehen.
Insgesamt waren 171 Sänger und Musiker an den Aufnahmen beteiligt und es hat über neun Monate gedauert diese Alben aufzunehmen. Wir haben u.A. über 1500 Blatt Noten benutzt.

Stephan:
Mit "Sirius B" und "Lemuria" habt ihr selbst für THERION-Verhältnisse einen neuen Maßstab gesetzt. Siehst du die beiden Scheiben ebenfalls als eure bisher besten und ausgewogensten Werke an?

Christofer:
Ja, einer der Gründe dafür ist, dass wir uns nun wie eine normale Band fühlen, denn die anderen Bandmitglieder waren ebenfalls am Songwriting beteiligt. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass es nicht "mein" Album war, auf dem sie mitgespielt haben, sondern "unser" Album. Wir haben die meisten Songs vorher geprobt, bevor wir sie aufgenommen haben, das haben wir seit "Theli" nicht mehr so gemacht.
Ich denke, das reichhaltige Material, aus dem wir auswählen mussten (insgesamt 55 Songs, ungefähr 30 davon von mir allein geschrieben, 10 komplett von den Anderen und der Rest gemeinsam), hat es uns ermöglicht Alben zu machen, die vielschichtiger sind als jemals zuvor.

Stephan:
Ist es nicht nahezu unmöglich das beim nächsten Album nochmals zu übertreffen?

Christofer:
Nein, denn als wir aus den 55 Songs ausgewählt haben, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir genügend erstklassiges und vielseitiges Material für drei Alben haben. Wir haben uns entschieden zwei davon zur gleichen Zeit aufzunehmen und das dritte dann später. Wir haben also alle Songs für das dritte Album bereits fertig. Man kann es als Trilogie ansehen, wenn man möchte. Meine persönliche Meinung ist, dass das Beste erst noch kommt.

Stephan:
Was sind für dich die Hauptunterschiede zwischen den neuen Alben und dem Vorgänger "Secret Of The Runes"?

Christofer:
"Secret Of The Runes" war ein Konzeptalbum mit Einflüssen von nordischer Folk Musik, dadurch wird es sich immer stark von anderen THERION-Alben unterscheiden. Die neuen Scheiben haben zwar ebenfalls Folk-Einflüsse, aber diesmal gibt es auch russische, griechische und arabische Elemente. Wir haben früher allerdings schon mit persischen Elementen gearbeitet, die den arabischen sehr ähnlich sind.
Mittlerweile sehen es unsere Fans bestimmt auch schon als normal an, dass wir mit jeder neuen Platte ein größeres Orchester, einen größeren Chor, einen veränderten Sound und neue Instrumente verwenden. Einige Beispiele für neue Instrumente sind eine richtige Kirchenorgel, Balalaikas, Domras, Mandolinen, Mellotrone, Grand Pianos, Timpanis usw. Es gibt auch neue Einflüsse, die noch nie zuvor auf einem THERION-Album zu hören waren. "Jimi Hendrix goes THERION" im Refrain von 'Dreams Of Swedenborg' zum Beispiel.

Stephan:
Es sind drei Jahre seit dem letzten Studioalbum vergangen, so viel Zeit wie noch nie zuvor zwischen zwei Alben. Nun meldet ihr euch mit solch einem Paukenschlag zurück. Worin lag die lange Wartezeit begründet, ursprünglich war ja ein Release für Ende 2003 anvisiert?

Christofer:
Der Hauptgrund war natürlich, dass wir zwei Alben statt einem gemacht haben. Nicht nur die Aufnahmen haben mehr Zeit in Anspruch genommen, sondern auch das Arrangieren der Songs, die Pre-Production, das Schreiben der Noten etc.
Außerdem habe ich zwischendurch auch mal ein bisschen Pause gebraucht. THERION haben zwölf Studioscheiben und ein Doppel-Livealbum gemacht. Außerdem habe ich mit meiner früheren Zweitband CARBONIZED drei Alben aufgenommen und drei weitere als Sessionsänger bzw. -musiker bei anderen Bands. Ich habe seit dem THERION-Debüt 1991 (die MLP "Time Shall Tell" jetzt nicht mitgezählt) insgesamt 19 Platten gemacht.
Ich werde auch älter und kann dieses Tempo nicht für immer beibehalten. Ich nehme mir also mehr Zeit zwischen den Alben. Das ist auch wichtig um Qualität zu gewährleisten, immer noch Spaß daran zu haben und es nicht bloß als einen Job anzusehen.

Stephan:
Wer hat das Album produziert? Hat es im Studio viel Zeit in Anspruch genommen diesen Facettenreichtum hinzubekommen?

Christofer:
Produziert wurde es von uns selbst und Lars Nissen, der TIAMAT's "Judas Christ" gemacht hat. Wir haben einen Monat mit Lars für den Mix gebraucht. In der Zeit haben wir auch die letzten Details aufgenommen, die noch fehlten, wie die Kirchenorgel (in der ältesten Kirche von Kopenhagen), einige Hammondorgeln, Mellotrone und den Erzähler. Danach waren wir zehn Tage in Prag und haben Chor, Orchester und einige Opernsolisten aufgenommen. Die übrige Zeit haben wir in unserem eigenen Modern Art Studio (in der Nähe von Stockholm) verbracht, wo wir die Drums, Bass, Gitarren, Gesang, die meisten Opernsolisten, Balalaikas, Domras und anderes aufgenommen haben. Das Ganze hat sich über einen Zeitraum von neun Monaten erstreckt, aber wir haben zwischendurch auch einen Monat Pause gemacht. Wir waren also acht Monate im Modern Art Studio, wo wir auch die Pre-Production gemacht haben.

Stephan:
Bist du persönlich mit dem Ergebnis der langen Arbeit hundertprozentig zufrieden?

Christofer:
Ja, wie immer. Ich würde das Studio nie verlassen, bevor ich nicht absolut überzeugt wäre. Es gibt natürlich immer Details, die nicht perfekt sind, aber wir lernen bei jeder Aufnahmesession dazu und können uns so ständig verbessern. Allerdings gab es sicherlich noch nie ein Album (von allen Bands), das 100 % perfekt war, deshalb haben wir uns auch eine Grenze gesetzt, vor deren Erreichen wir das Studio nicht verlassen würden. Daran könnte es auch gelegen haben, warum es lange dauerte z.B. die Gitarren aufzunehmen. Unserer Meinung nach waren sie auf "Secret Of The Runes" sehr gut eingespielt und wir wollten sie diesmal trotzdem noch ein bisschen besser haben. Nicht nur besser gespielt, sondern auch ein bisschen schwungvoller.
Sie sollten perfekt sein und trotzdem dieses Band-Feeling rüberbringen, das viele Bands verkörpern, die zwar keine superguten Musiker haben aber trotzdem Arsch treten!

Stephan:
Werden beide Scheiben als ein Doppelalbum oder zwei einzelne CDs verkauft?

Christofer:
Es sind zwei komplett unterschiedliche CDs und sie werden auch separat verkauft. Aber als Geschenk an unsere treuen Fans, die uns über all die Jahre unterstützt haben, wird es während der ersten beiden Monate eine Limited Edition geben (zeitlich limitiert und nicht nach Anzahl von Kopien), bei der man beide Scheiben mit beiden Booklets zum Preis von einer CD kaufen kann.
Trotzdem sind die beiden Alben wie Zwillinge, denn sie wurden zur selben Zeit und im selben Studio aufgenommen. Der Grund für die zeitgleiche Aufnahme ist, dass es zu viel Zeit gekostet hätte, wenn wir erst eine Scheibe aufgenommen hätten, dann auf Tour gegangen wären, dann die zweite Scheibe eingespielt hätten, wieder getourt wären um anschließend das bereits fertige Material für das dritte Album aufzunehmen. Die dritte Scheibe wäre dann einfach schon zu alt, außerdem hätten wir vielleicht schon wieder 55 neue Songs, sodass es ein Teufelskreis ohne Ende werden würde.

Stephan:
Siehst du die Scheiben als eine zusammengehörige Einheit oder eher als logisch voneinander getrennte Teile an?

Christofer:
Als wir merkten, dass wir Material für drei CDs hatten, teilten wir es in drei logische Gruppen auf. Ein sehr direktes und gradliniges Album, das sehr melodisch und Heavy-Metal-inspiriert ist ("Sirius B"), eines, das lange und ziemlich progressive Songs umfasst (das als letztes erscheinende Album) und ein drittes, das sehr ungewöhnlich und verrückt für THERION-Verhältnisse ist ("Lemuria"). Später haben wir dann trotzdem ein paar von den Songs vermischt, damit die Vielseitigkeit innerhalb der Alben größer ist. Man könnte sagen, dadurch sind die Alben zu Blutsbrüdern geworden.
Aber man kann immer noch ihre Unterschiede sehen - "Sirius B" hat die melodischen Hits und die Heavy-Metal-Songs, "Lemuria" hat ein paar Songs mit Death-Metal-Gesang (auch wenn ich die Musik selbst nicht als Death Metal bezeichnen würde) und die verrückten Stücke wie 'The Three Ships Of Berik', 'Prometheus entfesselt' und 'Dreams Of Swedenborg'.

Stephan:
Auf "Sirius B" bzw. "Lemuria" geht ihr sowohl bei den Instrumenten als auch beim Gesang sehr konsequent in die klassische (Opern-)Richtung, aber es sind auch jede Menge heftige Ausbrüche mit sehr kraftvollen Metal-Vocals vorhanden, die euch von eurer härtesten Seite seit langem zeigen. Aber gerade die schlüssige Kombination zwischen klassischen Elementen und kraftvollem Heavy Metal ist euch besonders gut gelungen. Werdet ihr trotzdem immer wieder neue Dinge ausprobieren oder habt ihr jetzt die perfekte Mixtur gefunden?

Christofer:
Die Frage nach dem entgültigen Sound scheine ich jedes Mal gestellt zu kriegen, wenn ich ein neues THERION-Album gemacht habe. Ich antworte dann immer, dass THERION wie ein lebender Organismus sind, der sich mit der Zeit verändert. Ich verändere mich und genauso ist es mit der Musik. Es gibt immer Dinge, die man ausprobieren will und die man besser umzusetzen lernt. Und da sich nun auch Kristian und Johan am Songwriting beteiligen, ermöglicht das natürlich eine noch größere Perspektive für Veränderungen.

Stephan:
Habt ihr wieder einen festen Drummer bzw. wer hat auf den Alben die Drums eingespielt?

Christofer:
Richard Evensand, der auf den Alben die Drums eingespielt hat, wollte kein festes Mitglied werden, da er auch in vielen anderen Projekten involviert ist.
Also suchten wir nach einem festen Mitglied und wir wurden bei einem Typen fündig. Er wird zu 99 % die nächsten Touren mit uns absolvieren. Wenn es funktioniert und er einen guten Job abliefert, dann werden wir ihm einen vollwertigen Platz in der Band anbieten.
Richard hat auf den Alben exzellente Arbeit gemacht, aber auch Sami, unser früherer Dummer, war großartig. Deshalb haben wir schon sehr hohe Ansprüche.

Stephan:
Habt ihr namhafte GastsängerInnen im Studio gehabt?

Christofer:
Mats Leven (bekannt von YNGWIE MALMSTEEN, AT VANCE u.a.) hat ein paar Gesangsparts übernommen und es klingt wirklich großartig.

Stephan:
Bei 'Son Of The Sun' klingt die weibliche Stimme ziemlich nach Tarja von NIGHTWISH oder liege ich da falsch?

Christofer:
Nein, das ist nicht Tarja. Der Stil des Stückes (sehr melodisch und einfach) und der melodische Sopran-Gesang erinnert aber ein bisschen daran, da gebe ich dir Recht.

Stephan:
Das letzte Lied der "Lemuria"-CD - 'Feuerovertüre / Prometheus entfesselt' - kommt mit deutschem Gesang daher. Was kannst du mir über den Song erzählen?

Christofer:
Es ist ein Doppel-Song. Er besitzt einige LAIBACH-Einflüsse und es gibt keine Sprache, die wie die Deutsche zu dieser Art von Gesang passt. Frag RAMMSTEIN, sie haben eine große Karriere damit gemacht. :-)
Ich mag es generell mit deutscher Sprache zu arbeiten. Es ist toll, wenn man sie richtig einsetzt - ich denke da allerdings eher an Goethe und Schiller als an modernen Streettalk. Für dramatische Opern gibt es keine andere Sprache, die damit vergleichbar ist.

Stephan:
Hast du unter den Songs persönliche Favoriten und wenn ja, welche sind das und warum?

Christofer:
Ich weiß nicht, ich mag verschiedene Songs. 'Blood Of Kingu' mag ich sehr, denn das klassische Arrangement am Anfang und am Ende des Songs habe ich mir von einer Oper geborgt, an der ich seit einigen Jahren schreibe. Ich mag auch 'Melek Taus' wegen seiner starken Melodien, 'Sirius B' wegen der Atmosphäre, 'The Three Ships Of Berik' wegen seinem mutigen musikalischen Konzept und den massiven klassischen Arrangements, 'Lemuria' deswegen, weil es ein bisschen wie diese 70er-Jahre-Bands klingt, mit den Mellotron-Akkorden und den tiefen Dimensionen durch das atmosphärische Gitarrenspiel.

Stephan:
Sirius ist ein Fixstern und Lemuria ein Urkontinent. Warum habt ihr die Titel "Sirius B" und "Lemuria" ausgewählt und stehen sie in Zusammenhang mit den Lyrics?

Christofer:
Wir hatten noch keine Albentitel und die Songs bereits aufgenommen, dann dachte ich mir, dass die Namen der beiden Songs auch gut als Albumtitel passen würden, deshalb haben wir sie ausgewählt. 'Sirius B' bezieht sich lyrisch nicht nur auf den Titeltrack, sondern auch auf das Stück 'Call Of Dragon'.

Stephan:
Gibt es ein textliches Konzept, das sich durch alle Songs zieht oder behandeln die Songs verschiedene und voneinander völlig unabhängige Themen?

Christofer:
Es gibt kein Konzept, es herrscht eine große thematische Vielfalt zwischen den Songs.

Stephan:
Würdest du sagen, dass die Doppel-Live-CD "Live In Midgaard" eine Zusammenfassung der bisherigen Bandgeschichte darstellt und mit dem neuen Werk ein neues Kapitel für THERION begonnen hat?

Christofer:
Einerseits ja, andererseits nein.
Ich würde nein sagen, weil es keine solche Intention gab, wir hielten es nur für eine gute Gelegenheit nach all den Jahren ein Livealbum zu machen. Es war unser 15jähriges Jubiläum und nach zehn Alben kann man schon mal eine Livescheibe einschieben. Viele Leute haben danach gefragt.
Ja würde ich deshalb sagen, weil wir uns entschieden hatten auch sehr alte Songs (auch vom ersten Album, also Stücke, die ich bereits in den Achtzigern geschrieben habe) auf der Tour zu spielen und sie aufzunehmen. Da wurde ich schon sehr nostalgisch. Ich wurde in diesem Jahr 30 und THERION hatten ihren 15. Geburtstag, das bedeutete, dass ich genau die Hälfte meines Lebens THERION gewidmet habe. "Sirius B" und "Lemuria" sind die ersten beiden Alben, bei denen man Verbindungen zu früheren THERION-Kompositionen heraushören kann.
Es gab natürlich immer auch Leute, die meinten, dass alle THERION-Alben seit "Theli" gleich klängen mit den Chören, Orchester und den Gitarren, aber das ist diese Art von Leuten, die auch keinen Unterschied zwischen Mozart und Wagner hören. Aber nun bekommen die Hörer einen Schlüssel geliefert. Sie hören die neuen Sachen und denken vielleicht: "Oh, dieser Song hätte auch auf "Vovin" stehen können". Ich weiß nicht, ob damit ein neues Kapitel begonnen hat oder ob es nur eine zeitweilige Geschichte ist. Die Zukunft wird es zeigen.

Stephan:
Nachdem THERION die Verknüpfung von Klassik und Metal schon auf einigen Alben praktiziert hatten, kamen auch andere Bands auf die Idee diese Kombination auszuprobieren, aber mir ist keine bekannt, die das so berührend, vielschichtig und zugleich eingängig hinbekommt wie ihr. Siehst du euch auch selbst als einzigartige Band mit einem unverwechselbaren Sound an und bist du stolz darauf?

Christofer:
Ich bin natürlich sehr stolz auf das, was ich tue. Aber ich mache einfach nur die Musik, die ich mir auch selbst gerne kaufen würde. Und ich bin sehr glücklich, dass es so viele Menschen gibt, die meinen Geschmack teilen.

Stephan:
Glaubst du, dass THERION mit diesem Album auch neue Fans, die normalerweise gar keinen Metal hören, hinzugewinnen können?

Christofer:
Das passiert schon seit einiger Zeit. Bereits nach "Theli" haben unsere Fans uns immer wieder gesagt, dass z.B. auch ihre Eltern unsere Platten mögen würden. Daran habe ich mich mittlerweile so gewöhnt, dass ich schon gar nicht mehr darauf reagiere. Man sieht auch an den Verkaufszahlen, dass wir auch an eine Gruppe von Leuten verkaufen, die nicht zu den Shows kommen. Wenn z.B. bei DIMMU BORGIR X Leute die Scheiben kaufen und Y Leute zu den Shows kommen, dann wären das bei THERION bei derselben Anzahl an verkauften Platten viel weniger Besucher der Shows, denn viele Käufer unserer Scheiben sind ältere Leute, die nur sehr selten auf Konzerte gehen.

Stephan:
Habt ihr so etwas wie ein Erfolgsgeheimnis oder warum wird alles, was ihr anpackt, zu Gold?

Christofer:
Ich würde sagen, dass alles was wir anfassen zu Gold wird, ist eine leichte Übertreibung. Du hast ja nie das Material gehört, dass wir in all den Jahren verworfen haben, haha. Aber es gibt da schon einige Dinge, die mich über die Jahre haben erfolgreich sein lassen, nämlich hauptsächlich guter Geschmack, Ehrlichkeit, Hingabe, sehr große Produktivität und ebenso große Sturheit.

Stephan:
Ihr seid bereits für das diesjährige Graspop-Festival in Belgien bestätigt. Wird es vorher auch eine Tour zum neuen Album geben und kannst du mir schon Näheres dazu sagen?

Christofer:
Wir werden nicht vor Herbst/Winter auf Tour gehen, und die Tour wird in Südamerika beginnen, also müsst ihr noch eine Weile warten. Momentan ist es einfach noch zu früh um sagen zu können, wann und wo wir in Europa spielen werden. Aber wir werden noch weitere Festival spielen (z.B. Mera Luna in Deutschland), es bietet sich also doch die Chance uns schon in diesem Sommer zu sehen. (Mittlerweile sind THERION auch noch für das Metal Dayz Festival in der Schweiz bestätigt worden. - Anm. d. Verf.)

Redakteur:
Stephan Voigtländer

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