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STILL REMAINS: Interview mit T.J. Miller

06.11.2007 | 22:21

Das neue Album von STILL REMAINS wirft viele Fragen auf, doch vor allem der Mut auf Einfachheit in der sonst von Härte und Brachialität beherrschten Metalcore-Szene machte mich neugierig. Um meine Neugier zu befriedigen, ließ ich mir eben jene von STILL REMAINS-Sänger T.J. Miller stillen.

Lars Strutz:
Hi T.J. Warum habt ihr euch eigentlich für den Stil Metalcore entschieden?

T.J. Miller:
Wir haben damit 2001 begonnen, also ist das schon lange her, aber ich halte unsere Musik nicht für Metalcore, da wir nicht genau einen Musikstil spielen. Wir schreiben, was uns gerade einfällt, egal ob melodisch, hart oder einfach nur Rock 'n' Roll. Wir haben eine Vorliebe für Musik im Ganzen.

Lars Strutz:
Während andere Bands versuchen, so hart wie nur irgendwie möglich zu klingen, versucht ihr es eher mit angenehmen Melodien. Warum genau diese Abgrenzung?

T.J. Miller:
Ich bin mit Singen aufgewachsen, genauso wie Mike. Wir versuchen, diese Talente mit einzubeziehen. Wir denken nicht, dass man in einer Band unbedingt die härteste Musik spielen muss, die möglich ist. Ich denke, das ist dann nicht mehr Musik, die von der Band kommt, sondern bewusst gemacht wird, und irgendwo auch sexistisch. Was natürlich auf die Band ankommt. Wir dagegen wissen wie man singt, und die meisten unserer Einflüsse sind keine Metalbands, also denke ich, das es wichtiger ist, das zu machen, worin man gut ist.

Lars Strutz:
Einige Songs sind sehr einfach gehalten, etwa 'Stay Captive'. Habt ihr da nicht Angst, etwas zu simpel zu werden?

T.J. Miller:
Wie bereits gesagt, wir schreiben, was uns gerade einfällt. Wen kümmert's, ob es zu einfach ist oder nicht? NIRVANA ist eine meiner absoluten Lieblingsbands, sie sind wahrscheinlich eine der einfachsten Bands in der Welt, aber gleichzeitig eine der stärksten und einflussreichsten Bands überhaupt.

Lars Strutz:
Besonders durch die Keyboards hört ihr euch stark nach skandinavischen Bands wie CHILDREN OF BODOM an. Wie kam es dazu?

T.J. Miller:
Nun, ich weiß, dass Ben die Band mag, aber ich würde sagen, der meiste Einfluss kommt von Bands wie THE KILLERS und NINE INCH NAILS.

Lars Strutz:
Was bedeutet der Bandname?

T.J. Miller:
Für mich bedeutet er Geduld.

Lars Strutz:
Gibt es einen tieferen Sinn in euren Texten, den man beim Lesen vielleicht nicht bemerkt?

T.J. Miller:
Viele der Lieder wurden geschrieben, damit Menschen, die sich gerade in einer Zeit von Depressionen und innerem Kampf befinden, mit dem, was ich schreibe, identifizieren können. Aber auch Hoffnung und Glaube ist vorhanden.

Lars Strutz:
Ihr habt eine ziemlich lange Liste von ehemaligen Mitgliedern. Gibt es dafür einen bestimmten Grund oder ist das einfach nur Zufall?

T.J. Miller:
Einige Menschen sind einfach nicht fürs Touren geeignet.

Lars Strutz:
Ihr habt mit zwei bekannten Bands getourt, und zwar BULLET FOR MY VALENTINE und TRIVIUM, wie ist's gelaufen?

T.J. Miller:
Beide liefen unglaublich gut, wir haben vor nicht allzu langer Zeit sogar noch mal mit TRIVIUM spielen dürften, und zwar in Japan. Es tat gut, die Jungs wieder zu sehen. Die BUILLET FOR MY VALENTINE-Tour war sicherlich die beste Tour, die wir je als Band gemacht hatten.

Lars Strutz:
Wie sieht's im Moment mit Touren aus, und wie hat euch die Tour durch Deutschland gefallen?

T.J. Miller:
Die Tour läuft grad sehr gut, wir haben eine Menge Spaß. Es ist zwar schon lange her, dass wir in Deutschland spielten, aber einige unserer besten Shows waren beim Rock im Park und Rock am Ring Festival. Wir können es kaum erwarten, zurück zu kommen.

Lars Strutz:
Danke für das Interview.

T.J. Miller:
Danke für die Fragen.

Redakteur:
Lars Strutz

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