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SHOTGUN REVOLUTION: Interview mit Dee und Frankie

14.07.2013 | 09:24

Kürzlich hat die dänische Band SHOTGUN REVOLUTION mit dem gleichnamigen Album ihre erste CD auf dem deutschen Markt veröffentlicht, ein ebenso hartes wie melodisches Teil, das gut abgeht. Sänger Dee und Gitarrist Frankie, der sich im Interview auch als der Produzent der Platte entpuppte, beantworteten ein paar Fragen über die Band und die Musik.


Zunächst eine etwas formale Frage: Auf dem Frontcover eures aktuellen Albums steht nur "Shotgun Revolution", auf der schmalen Seite aber, die man in einem Musikregal sehen kann, ist "This Is Shotgun Revolution" zu lesen. Wie lautet nun der offizielle Titel der CD?

Dee: Hahaha, also gut, das war unser Bassist und Graphiker Tex, der es so geschrieben hat. Der offizielle Titel ist "Shotgun Revolution".


Oh Mist, ich habe auf die andere Antwort gehofft, denn ich habe die Scheibe als "This Is Shotgun Revolution" rezensiert. Nun gut. Ich finde, Produzent Martin Frank hat einen fantastischen Sound hingekriegt.

Frankie: Da ich Martin Frank bin, danke dafür! Es ist einfach, ein großartig klingendes Album zu machen, wenn du großartige Musiker mit großartig klingender Ausrüstung hast. Einfach toll! Das Sound Engineering haben wir zwischen Flemming Rasmussen und mir aufgeteilt. Flemming hat alle Drums und Bässe und ich alle Gitarren und Stimmen aufgenommen, einfach weil ich finde, dass das die perfekte Kombination für SHOTGUN REVOLUTION ist. Ich bin äußerst zufrieden mit dem Produktionsergebnis des Albums. Ich finde, es ist richtig gut geworden.


Stichwort Flemming Rasmussen. Wie habt ihr diesen berühmten Namen für die Mitarbeit gewonnen?

Frankie: Ich lernte Flemming kennen, als ich 17 war und Demos für ein Rock-Pop-Projekt mit einem Mädel machte. Flemming hörte die Demos und nahm uns bei seinem Label unter Vertrag - genau an meinem 18. Geburtstag übrigens. Das Projekt zerbrach später, aber Flemming und ich blieben Freunde, und wir haben viele Projekte in all den Jahren zusammen gemacht. Schließlich zog ich mit meinem eigenen Studio in Flemmings Sweet Silence Studios, wo ich sein Studio C für die nächsten Jahre in Beschlag nahm, bevor er es dicht machte. Es war also keine reine Verstandesentscheidung. Er ist ein guter Freund für mich und uns alle, und er ist einer der besten Toningenieure in der Welt. Warum also zu jemand anderem gehen?


Mir gefällt die Talk Box bei einigen Stücken, ein Gerät, das die SCORPIONS und PETER FRAMPTON in der Vergangenheit gerne nutzten, in den letzten Jahren aber kaum noch zu hören war. Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Frankie: Das war noch in der Zeit in den Sweet Silence Studios. Wir machten die EP, die vor unserem Debütalbum rauskam. Wir hatten dieses Lied 'I Don't Care', und ich fand, dass das Gitarrenthema irgendein Extra brauchte, so kam mir die Idee mit der Talk Box in den Sinn. Für mich war die Talk Box ein Joe Perry/Slash-Ding, aber ich fand einfach, dass es cool klang.
Ich lieh mir die Talk Box aus, die Flemming im Sweet Silence rumliegen hatte und die sich als die Talk Box von Ritchie Blackmore herausstellte, der sie vergessen hatte, nachdem er mit Flemming Aufnahmen gemacht hatte. Ich benutzte sie für ein paar Stunden, bevor sie schlapp machte und den Dienst aufgab. Ich schätze, ich habe wohl etwas zu laut gespielt. Ziemlich cool eigentlich, wenn ich jetzt darüber nachdenke.


Das ist ja eine echte Rock'n'Roll-Anekdote. Wenn ich eure Platte anhöre, fühle ich mich an einigen Stellen an MÖTLEY CRÜE, besonders stark aber an GUNS N'ROSES erinnert. Würdet ihr diese Bands als Einfluss bezeichnen? Und welche anderen Bands oder Stile haben euch beeinflusst?

Frankie: Ich stand nie wirklich auf MÖTLEY CRÜE, auch wenn ich ihre großen Hits kenne und mag. Für mich zählten immer nur G N'R. Ich griff zur Gitarre wegen "Appetite For Destruction". Da hast du also echt einen Volltreffer gelandet. Weitere Einflüsse waren LED ZEP, AC/DC, die BEATLES und so weiter.


Mir haben besonders die Lieder 'Hustled n' Played' und 'Driving Without Brakes' gefallen. Kannst du ein paar Worte zu diesen Stücken sagen?

Dee: 'Hustled n' Played' ist um dieses hochenergetische Riff entstanden und handelt im wesentlichen von Betrug und wie man damit umgeht. 'Driving Without Brakes' ist Old School Rock'n'Roll. Der Text dreht sich um das Leben auf der Überholspur, darum sich selbst treu zu bleiben und um die eigene Art zu leben, ohne sich um die Konsequenzen zu kümmern.


Hast du einige Lieblingslieder auf dem Album, die du unseren Lesern empfehlen möchtest?

Frankie: Uff, lass uns nicht eines unserer Kinder dem anderen vorziehen, das wär nicht fair. Ich höre mir unsere Alben eigentlich nicht mehr an, nachdem der ganze Prozess der Entstehung abgelaufen ist. Ich finde jedoch, dass die Ballade 'Flipside' einen gewissen Zauber um sich aufbaut, sodass ich sicher bin, sie für den Rest meines Lebens zu lieben. Da schadet es natürlich nicht, dass sie einen von Dees besten Texten hat.


Die meisten eurer Texte handeln von persönlichen Themen. 'Not Your Enemy' dagegen hat eine politische oder soziale Aussage. Sagt etwas zum Thema und zum Anlass.

Dee: 'Not Your Enemy' wurde während heftiger Bandenaktivitäten in Kopenhagen geschrieben. Unser Gitarrist Berger erlebte sogar einen Zwischenfall direkt vor seiner Haustür. Da wir in Kopenhagen aufgewachsen sind, erfüllte es uns mit Abscheu, dass die früher so friedlichen Straßen plötzlich ein Schlachtfeld waren und es unschuldige Opfer gab. Wir empfanden es auch sehr deutlich als eine politische Aufgabe, wieder Frieden in die Stadt zu bringen. Wir hatten schon bis zu unserer Platte etliche Bandenumtriebe hinnehmen müssen, aber die Schießereien gehen weiter, und wir müssen wohl der Tatsache ins Gesicht sehen, dass unsere Stadt nicht mehr die sichere kleine Oase ist, die sie mal war.


Auf eurer Website kann man über zwei weitere CDs "Join The Revolution" und "The Legacy Of..." lesen, die teilweise die gleiche Tracklist wie "Shotgun Revolution" haben. Was könnt ihr zu diesen beiden Alben sagen?

Dee: Im Grunde enthält "Shotgun Revolution" die besten Nummern dieser zwei Alben. "Join The Revolution" und "The Legacy Of..." hatten wir zuvor in Dänemark veröffentlicht, "Legacy" außerdem in Japan. Unser Label Target erkannte, dass es an der Zeit ist, auch dem Rest Europas einen Schuß Shotgun zu verpassen. Blöder Witz, ich weiß. Deshalb haben sie die besten Lieder der beiden ersten Alben zusammengestellt, um euch das beste bieten, das wir haben.


Sind Konzerte in den deutschsprachigen Ländern geplant?

Frankie: Momentan nein. Wie hatten einen Bookingvertrag für Europa mit einem Agenten unterschriftsreif, aber leider klappte es nicht, und so suchen wir jetzt einen neuen Agenten oder eine Bookingagentur, die uns auch im Rest Europas live spielen lässt. Schaut einfach bei auf unserer Facebook-Seite vorbei, so seid ihr informiert, wo und wann wir auftreten.


Zum Schluß die Frage, die ich allen Künstlern im Interview stelle: Was sind eure Lieblings-Livealben im Rock?

Frankie: Ich habe zwei, "Live & Loud" von OZZY OSBOURNE und "101 Proof" von PANTERA.


Danke für das Interview und viel Erfolg.

Dee: War uns ein Vergnügen.
Frankie: Hoffentlich sehen wir uns mal on the Road, und zwar bald.

Redakteur:
Stefan Kayser

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