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SETYØURSAILS: Interview mit Bassist Dominic

29.01.2022 | 21:42

Mit SETYØURSAILS strahlt ein neuer, recht heller Stern am Melo-Metalcore-Himmel, hat die Truppe um Frontdame Jules doch nun ihr zweites Eisen im Feuer. Und "Nightfall" wirkt noch wesentlich ausgreifter und griffiger als noch "Enough". Was die Band mit ANNISOKAY zu tun hat, was Jules' Gesang so außergewöhnlich macht und was es auf ihrem Zweitwerk zu entdecken gibt, sind Fragen, die wir uns von SETYØURSAILS-Bassist Dominic beantworten lassen.

Moin Dominic! Wie geht es euch denn? Wie ist die Stimmung im SETYØURSAILS-Lager?
Hallo Marcel, ja wie fühlen wir uns? Irgendwo zwischen überwältigt, sprachlos und komplett euphorisiert.

Was wahrscheinlich am neuen Output liegt. Am 1. November 2018 erschien mit "Enough" euer Debütalbum. Da war die Welt noch in Ordnung. Gebt mir doch einmal ein kleines Update, was seit der Veröffentlichung bei euch so passiert ist?
Nach der Veröffentlichung von "Enough" ging es los mit einigen Auftritten, erst in Köln und Umgebung, aber nach und nach wurden die Gigs größer, die ersten Festivals kamen und dann stand der Auftritt beim Reload Festival an! Danach wurde eine Management Agentur auf uns aufmerksam, die uns half, unseren ersten Plattenvertrag an Land zu ziehen. Im Januar letzten Jahres kam dann der Deal mit Napalm Records zustande.

Mit "Nightfall" steht nun euer zweites Album in den Startlöchern. Inwieweit passt denn der Einbruch der Dunkelheit zur Musik auf dem Album? Verfolgt die Platte einen konzeptionell roten Faden?
Das kann man so sagen. Dieses Album handelt hauptsächlich von Jules' Kampf mit ihren Depressionen und ihren inneren Konflikten. Die Lyrics sind derart persönlich verfasst, dass es für sie zuweilen wie ihr Tagebuch wirkt.

Ich persönlich finde die neue Scheibe eine Spur weit reifer und entschiedener als noch "Enough". Worin liegen aus eurer Sicht die Unterschiede aber auch die Gemeinsamkeiten zwischen dem Debüt und "Nightfall"?
Fangen wir mit den Gemeinsamkeiten an: Wir versuchen unsere Message mit starken und gut durchdachten Lyrics an den geneigten Hörer zu bringen. Das neue Album hat alles, was "Enough" damals auch hatte, das Ganze nur auf ein neues Level gebracht. Die Songs haben mehr Tiefe, die Instrumentals und Songaufbau sind wesentlich besser strukturiert und wir als Musiker bedienen hier musikalisch ein breiteres Feld.

Ich finde, dass generell die Platte einen sehr klaren und wuchtigen Sound hat, man zusätzlich auch merkt, dass ihr sehr viel Herzblut und Zeit in dieses Album gesteckt habt. Wie lange habt ihr generell an den neuen 13 Stücken gefeilt und wer war für die Produktion der Scheibe zuständig?
Dank Corona und den damit verbundenen Beschränkungen hatten wir wirklich viel Zeit die Songs zu schreiben und die Demo-Tapes aufzunehmen. Danach sind wir zu Christoph Wieczorek ins Sawdust Records gefahren um die Lieder final aufzunehmen und durchzuproduzieren.

Hand aufs Herz, inwieweit hat die derzeitige Pandemie und dieser Hauch von Melancholie, der damit einhergeht, Auswirkungen auf das Songwriting oder die textliche Richtung auf "Nightfall" gehabt?
Sicherlich hat diese Zeit die düstere Stimmung des Albums befeuert, hauptsächlich ist die Scheibe aber eine Art Vergangenheitsbewältigung.

Stilistisch schwimmt ihr mit Bands wie DREAM STATE, CALIBAN, JINJER oder ANNISOKAY mit recht namhaften Bands in ähnlichen Gewässern, habt aber nicht zuletzt aufgrund der Vocals auch ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Wie seht ihr das? Welche Bands würdet ihr noch mit dazuzählen?
Klar gibt uns die Tatsache 'female fronted' zu sein ein gewisses Alleinstellungsmerkmal, jedoch ist uns als Band wichtig für die Musik gefeiert oder gehyped zu werden und nicht für die Tatsache, dass eine Frau vorne steht. Die Frage welche Bands wir mit in diesen Kreis zählen finden wir schwierig, da jeder von uns seine musikalischen Vorlieben hat und versucht diese mit einzubringen.

Die Vergleiche mit diesen Bands ziehe ich auch nicht von ungefähr, habt ihr euch für 'Ghosts' von ANNISOKAY-Rudi und für den Titeltrack von Andreas von CALIBAN doch prominente Unterstützung geholt. Wie kamen da die Kollaborationen zustande?
Zum einen durch unser Management und zum anderen die Arbeit im Studio von Christoph Wieczorek. Relativ schnell war klar, wen wir für die Features mit an Bord haben wollten und der Rest lag dann beinahe schon auf der Hand.

Insbesondere beeindruckt mich, wie angedeutet, die stimmliche Variation, denn von Screams über Klargesang bis hin zu fast schon todesmetallischen Growls ist alles mit vertreten. Wie wichtig ist euch generell das Thema Abwechslung?
Extrem wichtig! Wir haben halt das unverschämte Glück eine so talentierte Sängerin/Shouterin zu haben. Jules schafft es in einem Augenblick engelsgleich zu singen und im nächsten Moment shouted sie als würde ihr Leben davon abhängen.
Auch bei den Liedern war uns wichtig einen gewissen Mix darzubieten. Von harten Brettern bis – sagen wir mal – Metal-Balladen ist auf dem Album alles vertreten.

Ihr seid nun bei Napalm Records gelandet, die mit euch einen sehr spannenden Act begrüßen dürfen. Worin liegen denn speziell für euch die Vorteile, mit solch einem Label wie Napalm Records zu arbeiten?
Die Reichweite und die Leute, die dort mit uns arbeiten. Es fühlt sich mit diesem Label an wie eine Kooperation: Wir arbeiten Hand in Hand um SETYØURSAILS auf das nächste Level zu bringen und wir haben einfach das Gefühl, dass dieses Label so richtig Bock auf uns hat.  

Noch zwei Sachen möchte ich gerne erwähnen: Wer hatte denn zum einen die Idee zum 'Shallow'-Cover? Und standen eventuell noch andere Fremdkompositionen im SETYØURSAILS-Stil im Raum?
Gerne hätte ich dazu jetzt eine interessante Geschichte parat, aber leider ist es relativ plump. Unser Management hat uns den Song als Cover vorgeschlagen und wir dachten: Hey, das ist ein toller Song, lass uns das machen! So einfach war es in dem Fall.

Zum anderen lässt mich das Artwork nicht los. Was soll es aussagen und welche Verbindung hat das Artwork mit den Songs auf "Nightfall"?
Auch hier habe ich nichts Spannendes zu berichten. Jules hatte sich diese Statue irgendwann als Deko gekauft. Irgendwann beim Songwriting fiel ihr diese Büste ins Auge und sie dachte nur, dass das doch ein geeignetes Cover wäre. Also hat sie die Statue eingesteckt und ist mit Kamera bewaffnet zu Andre gefahren.   

Zu guter Letzt: Wie sehen eure nächsten Wochen und Monate aus? Was ist geplant? Und werden wir wieder mehr als drei Jahre auf neues Material warten müssen?
Na, ich hoffe nicht. De facto haben wir schon angefangen an neuem Material zu arbeiten. Nach dem Release von "Nightfall" werden wir mit den Vorbereitungen der ANNISOKAY-Tour beginnen, die hoffentlich stattfinden wird, und dann wollen wir mal sehen was uns dieses Jahr noch so bringt.

Dominic, ich wünsche euch mit diesem tollen Zweitwerk alles Gute und bleibt gesund! Was möchtet ihr euren Fans noch mit auf den Weg geben?
Wir möchten allen Fans und Unterstützern ein fettes Danke aussprechen für all die Liebe, die wir in den letzten Wochen und Monaten bekommen haben. Wir hoffen, dass sich das Warten auf das Album gelohnt hat und ihr genauso viel Spaß beim Hören habt wie wir beim Schreiben hatten!

Redakteur:
Marcel Rapp

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