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SCALE THE SUMMIT: Interview mit Chris Letchford

03.05.2011 | 13:27

Die Amis von SCALE THE SUMMIT haben mit "The Collective" ein instrumentales Album vorgelegt, das sich nicht über den sphärischen Post Rock definiert, sondern eher wie Metal ohne Sänger klingt. Herausgekommen ist ein abwechslungreiches, vielschichtiges und spannendes Werk. Wir sprachen mit Gitarrist Chris Letchford.

Der Einleitung, dass man auf "The Collective" Metal ohe Sänger hört, widerspricht Chris allerdings: "Im Grunde ist es mir egal, ob wir als "Metal" wahrgenommen werden oder nicht, da ich nicht finde, dass wir eine Metalband sind. Metalbands haben Sänger, das ist es ja oft, was sie ausmacht. Instrumentale Musik zu machen, hilft uns ein größeres Publikum anzusprechen, da wir niemanden in der Band haben, der uns in einem Genre festhält.", eröffnet Chris, fügt aber auch hinzu, dass durchaus Metal-Elemente in ihrer Musik vorkommen. "Es ist natürlich richtig, dass wir solche Parts haben und auch wenn ich uns nicht als Metal sehe, werden wir als solcher vermarktet. Das liegt wahrscheinlich daran, dass alle Leute, mit denen wir arbeiten, finden, dass wir Metal sind. Da gibt es dann Slogans wie 'Adventure Metal' oder 'Ihre Saiten sind Stimmen'.", lacht der sympathische Ami.

Doch ist das Publikum der Truppe durchaus gemischt: "Ja, ich kenne eine Menge Leute, die uns mögen, aber eigentlich gar keinen Metal hören. Aber bei uns gibt es halt keinen Schreihals, der sie abschrecken könnte. Ich find es toll, dass es so ist und dass es viele Leute gibt, die Probleme damit haben, uns in eine Schublade zu stecken. Das gibt uns die totale Freiheit, genau das zu spielen und die Songs zu schreiben, die wir wollen. Der Nachteil hingegen ist, dass wir manchmal Schwierigkeiten haben zu entscheiden, mit wem wir auf Tour gehen können.", erklärt Chris.


Die Tatsache, dass instrumentale Musik in den letzten Jahren gewaltig auf dem Vormarsch ist, schreibt sich Chris dann mit typisch amerikanischem Selbstbewusstsein auch gleich mal selbst zu: "Ich denke, dass ANIMALS AS LEADERS und wir die Tür für solche Bands weit geöffnet haben und diese instrumentale Bewegung, von der du sprichst, gestartet haben. Es ist wirklich aufregend, dass die Leute anfangen zu verstehen, dass nicht jede Band einen Sänger, Texte etc. braucht. Natürlich gibt es immer noch Neinsager in der Musikindustrie, die einfach nicht an instrumentale Musik glauben. Aber wir und ANIMALS AS LEADERS haben bereits bewiesen, dass wir auf Tour gehen und Leute für uns begeistern können und diese Neinsager falsch liegen. Doch hoffentlich sehen auch diese Leute früher oder später noch ein, dass es funktionieren kann."

Titel wie 'Alpenglow' oder 'Balkan' scheinen eine besondere Beziehung zu Europa und ihren Bergen aufzuzeigen, doch das ist nicht der Fall. "Nein, mit Europa haben diese beiden Songtitel nichts zu tun.", klärt Chris auf. "Wir haben in Colorado eine Gebirgskette, die das selbe rote Licht erzeugt wie das echte Alpenglühen und das habe ich neulich erst live gesehen. Und auch hinter 'Balkan' verbirgt sich eine Story. Das Ende des Songs hat mich immer an Vampire erinnert, aber da es gerade diese große Vampirbewegung gibt, wollte ich keinen cheesy Songtitel nehmen und es stattdessen weniger offensichtlich machen. Der Titel geht zurück auf eine große Vampirbewegung, die es im 19. Jahrhundert auf dem Balkan gegeben haben soll. Ich dachte, dies sei indirekt genug und man könne nur diese Beziehung herstellen, wenn ich es erzähle. Wir machen uns immer Gedanken darüber, wie unsere Songs heißen sollen und möchte, dass die Fans die gleichen Bilder aufbauen können wie wir selbst, wenn sie unsere Musik hören."


Gerade noch stand die Band mit den fantastischen FAIR TO MIDLAND auf der Bühne, demnächst geht es mit den kaum minder tollen THE HUMAN ABSTRACT auf Tour und dann folgt eine Headliner-Tour durch die Staaten. Doch auch Europa steht noch auf dem Zettel wie Chris berichtet: "Die Tour mit FAIR TO MIDLAND war wirklich großartig und ich freue mich schon auf diee anderen Touren. Für Europa ist eine sechswöchige Tour geplant, die im September starten soll, aber da ist noch nichts bestätigt. Natürlich werden wir dann auch in Deutschland spielen und vielleicht sehe ich ja sogar mal echtes Alpenglühen."

Redakteur:
Peter Kubaschk

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