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P. PAUL FENECH 666: Interview mit Paul

18.10.2006 | 22:53

Psychobilly hat nur einen König, und dieser heißt Paul Fenech. Allein das wäre schon ein Grund, ein Email-Interview mit dem werten Herren zu führen, doch es geht natürlich auch um das neuste Album seines Projektes P.PAUL FENECH 666 und natürlich auch um THE METEORS, die Band, die Psychobilly erst groß machte. Vorhang auf.

Ricarda:
Du hast gereade dein neues Solo-Album mit dem Titel "The F-Word" veröffentlicht. Kannst du uns ein wenig mehr über die Scheibe erzählen? Wo hast du sie aufgenommen und wie lange hat es gedauert?

Paul:
Ja, ich bin sehr glücklich mit dem Album, und ich habe etwa ein Jahr dafür gebraucht, weil ich mittendrin nach Deutschland gezogen bin und auch mit der Band getourt bin. Der erste Teil wurde in meinen UK-Studio "In Heaven" aufgenommen. Das ist ein professionelles Studio, in dem wir schon Sachen für Bands wie IRON MAIDEN und MOTÖRHED aufgenommen haben und natürlich auch für kleinere Bands. Es ist mittlerweile so ausgebucht, dass ich ein zweites Studio hier in Deutschland in einem alten Wasserturm gebaut habe. Es heißt "Mad Dog" und wie "In Heaven" spezialisieren wir uns auf echte Bands und nichts anderes. Ich habe bereits etwa eine halbe Million in das Studio reingesteckt, habe bereits Alben für drei Bands aufgenommen und stecke nun in mitten der Arbeit für die neue METEORS-CD.

Ricarda:
Wie ist gewöhnlich der Ablauf, wenn du einen Song schreibst? Hast du eine Routine, dass du erst den Text schreibst oder die Musik?

Paul:
Hahaha, eigentlich fange ich zuerst immer mit dem Titel an. Es ist merkwürdig, ich kann mir den gesamten Song als fertiges Bild in meinem Kopf vorstellen, sobald ich den richtigen Titel gefunden habe. Komisch, oder? Danach schreibe ich die Musik und die Texte dann immer zuletzt.

Ricarda:
Fällst du, bevor ein Song geschrieben wird, bereits eine Entscheidung, ob du ihn später für dein Soloprojekt oder für die METEORS verwenden möchtest oder entscheidest du das erst hinterher?

Paul:
Nein, so ist es eigentlich nie. Sobald ich das Grundgerüst des Songs aufgenommen habe, kann ich von Gefühl her sagen, ob es ein Baby für die METEORS gibt oder ob es woanders verwendet wird.

Ricarda:
"The F-Word" beginnt mit einem lustigen Rock 'n' Roll-Intro. Gibt es einen bestimmten Grund dafür, oder ist es einfach nur Spaß?

Paul:
Ahhh, welch eine Enttäuschung, Rock 'n' Roll bringt mich nie zum Lachen. Es ist einfach ein gutes Stück mit einem guten Klang. Eine Band mit drei heißen Mädels waren im Studio und nahmen das Stück für ihr Album auf. Und ich habe es geliebt, hahaha. So nahm ich eine Version mit ihnen für mein Album auf. Ich mag es einfach, und alle meine Alben beginnen mit Intros. Ich bin ein Gitarrist.

Ricarda:
Auf dem Album sind auch wundervoll eigenwillige Cover-Versionen, zum Beispiel 'Poison Heart' von den RAMONES. Aber das Cover, was mich noch mehr beeindruckt hat, ist deine Version des Hits von JOHNNY CASH, 'Jackson'. Gibt es einen bestimmten Grund, warum du gerade diese Songs ausgewählt hast?

Paul:
Ja, JOHNNY CASH habe ich schon immer geliebt und habe bereits einige seiner Songs gecovert. Dieser Song ist eigentlich ein LEE HAZELWOOD-Song, ein Duett mit NANCY SINATRA, aber die Version von JOHNNY CASH (RiP) ist die bekannteste, denke ich. Und ich liebe die RAMONES! Wir haben bereits einige merkwürdige Cover-Versionen gemacht, zum Beispiel 'These Boots Are Made For Walking', um nur mal eins zu nennen. Ich cover eigentlich immer die Songs, die ich gerne singe.

Ricarda:
Wem gehört die weibliche Stimme, die dich so bezaubernd auf "The F-Word" unterstützt?

Paul:
Meiner Freundin Cherry. Sie war in der Band, die ich einige Fragen zuvor erwähnte (lustig, wie die Dinge immer zurückkommen, um dich in den Arsch zu beißen, hahaha). Ich denke, Duette funktionieren soviel besser, wenn es beide wirklich ernst meinen.

Ricarda:
Horrorfilme scheinen eine große Inspirationsquelle für dich zu sein. Kannst du ein paar empfehlen?

Paul:
Ja, Horrorfilme sind mein Lieblingsgenre und meine Leidenschaft, ich habe im Moment über 10.000 DVDs und Videos. Und ich würde noch immer "Rabid Grannies", "Hell Comes To Frogtown", "Devil's Rejects", "The Last House On The Left" und Fulcis Klassiker "Suspira" empfehlen.

Ricarda:
Du bist bereits über 25 Jahre im Musikgeschäft tätig. Was hat such in dieser Zeit verändert (positiv und negativ)?

Paul:
Hey, für uns ist es nur positiv. Es wird immer wilder, besser und viel lukrativer. Die METEORS sind immer stärker geworden

Ricarda:
Wie wichtig, denkst du, ist Image für eine Band?

Paul:
Habe ich mich nie drum gekümmert. Hast du den Kram gesehen, den ich auf der Arbeit anhabe? Es ist einfach der Scheiß, den ich so trage, Punkt. Wir sind echt und wir singen über Dinge, von denen wir Ahnung haben.

Ricarda:
Würdest du sagen, du bist eine andere Person auf der Bühne als privat?

Paul:
Oh ja. Ich bin viel dunkler, als ich jemals in der Öffentlichkeit sein dürfte. So wird es mir jedenfalls gesagt, hahaha.

Ricarda:
Was ist dein persönliches Lieblings-"F"-Wort?

Paul:
Der Klassiker "fuck". Du kannst es auf so vielen fucking ways benutzen. Aber ich sage auch "bollox" und "wanker" sehr viel und gerne, aber ich glaube, das kommt von meiner Ausbildung auf der Privatschule.

Ricarda:
Hast du auch ein paar Konzerte mit deinem Solo-Projekt geplant?

Paul:
Falls ich die Zeit finde, dann ja. Aber die METEORS touren quasi ohne Unterbrechung seit 25 Jahren (über 5000 Shows).

Ricarda:
Was geht gerade so im Camp der METEORS?

Paul:
Wie bereits oben gesagt, befinden wir uns im Studio und arbeiten an unserem neuen Album.

Ricarda:
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, die Fragen zu beantworten.

Paul:
Die Freude ist ganz meinerseits. Danke, dass ihr mich dabei haben wolltet.

Redakteur:
Ricarda Schwoebel

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