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PRONG: Interview mit Tommy Victor

18.05.2015 | 14:14

In den letzten Monaten ist bei den Jungs von PRONG sehr viel passiert. "Ruining Lives" heimste vor rund einem Jahr zahlreiche Lorbeeren ein, die anschließende Tour mit OVERKILL war ein voller Erfolg und "Songs From The Black Hole", das neue Coveralbum der New Yorker, verspricht eine ziemlich heiße Nummer zu werden. Wir ließen es uns nicht nehmen, mit Bandkopf und Sprachrohr Tommy Victor einige Worte zu wechseln und das vergangene Jahr kurz Revue passieren zu lassen.

Hey Tommy, vielen Dank zunächst für deine Zeit und die Gelegenheit, ein wenig über euer neues Album "Songs From The Black Hole" zu quatschen. Wie ist denn die momentane Stimmung im Bandlager?

Mir geht es ganz gut momentan, so wie den anderen auch, vielen Dank. Wir sind ziemlich aufgeregt, was die kommende Zeit noch so bringen wird.

Die Reaktionen auf euer letztes Album "Ruining Lives" war durchweg positiv. Retrospektiv betrachtet, würdest du sagen, dass dieses Album eines der besten der PRONG-Geschichte war?

Hehe, das ist lustig. Sicher ist, dass es definitiv da hingehört. "Cleansing" war bisher unsere erfolgreichste Scheibe, aber "Ruining Lives" hat auch richtig gute Songs und das ist etwas, wonach ich immer strebe. Alles, was ich sagen kann, ist, dass ich ziemlich glücklich mit dem Album bin. Ich hatte ein gutes Team an der Seite und ihre Teilnahme hat eben den Unterschied gemacht. Ich hatte ziemliches Glück damit.

Nach dem Release wart ihr mit den Jungs von OVERKILL auf Tour. Wie waren deine Eindrücke und wie lautet dein Fazit einige Monate nach dieser Tour?

Unsere Tour mit OVERKILL war einfach fantastisch. Ich denke, wir klangen schon ziemlich gut, und wenn du vor solch einer Killer-Band spielst, ist das schon ein entscheidender Faktor. Auch da hatte ich ein gutes Team an der Seite und ich denke, das könnte man noch einmal tun.

Kommen wir zur aktuellen Scheibe "Songs From The Black Hole". Was war die Initialzündung, ein Album nur bestehend aus Coverversionen aufzunehmen?

Es ist komisch, da wir zunächst lediglich versuchten, die freie Zeit während der europäischen Festival-Saison zu füllen. Mein Manager Ulf meinte dann, dass wir doch die Zeit und Gelegenheit nutzen sollten, um das Studio zu entern, und als Ergebnis kam eben ein Cover-Album heraus. Ich wusste, dass es ein hartes Stück Arbeit werden würde, aber ich sah es auch als Herausforderung. Ich beriet mich dann mit einigen Freunden und natürlich den Jungs in der Band und jeder war der Meinung, dass wir das ruhig machen könnten. Das war zwar noch einmal sehr viel Arbeit, mehr als ich dachte. Aber ich denke, die Zeit dafür war reif. Es war eine Menge Spaß dabei, es war aber auch ein anspruchsvolles Projekt, das uns ziemlich beschäftigte und uns die Möglichkeit gab, einmal eine andere Veröffentlichung vor dem nächsten Studioalbum an den Mann zu bringen.

Auf diesem Album sind alle Bands gebündelt, die du in deiner Kindheit gehört hast, nicht wahr? Welche Band hatte den größten Einfluss auf dich? Und welchen Einfluss hatten Acts wie NEIL YOUNG und SISTERS OF MERCY auf PRONG?

Wer wissen will, welche Einflüsse alle Bands auf uns hatten und warum wir ausgerechnet die genommen haben, sollte in das Booklet der Scheibe gucken. Sie beeinflussten nicht so sehr unsere Kindheit als eher die Entwicklung von PRONG. NEIL YOUNGs Fokus auf einfache Strukturen beispielsweise ist etwas, was ich an ihm sehr bewundere, so dass er in gewisser Weise auch die Entwicklung meines eigenen Gitarrenstils ein wenig prägte. Einfachheit ist auch ein Faktor bei SISTERS OF MERCY und auf diesen Faktor haben wir sicherlich gebaut, speziell, wenn man sich unsere "Cleansing"-Periode anschaut.

Wenn du an den Beginn deiner Musikkarriere zurückdenkst, stecken irgendwelche bestimmten Geschichten hinter Songs wie 'Doomsday', 'Cortez The Killer', 'Vision Thing' oder 'Goofy's Concer'?

Hinter 'Doomsday' auf jeden Fall. Als wir mit PRONG starteten, haben wir viel von DISCHARGE gespielt. Ted Parson rannte damals durch die Gegend und schrie "It's Doomsday Doomsday" mit diesem übertriebenen britischen Akzent und ich wurde davon angefixt und habe auch damit angefangen. Mike Kirkland war zudem ein großer NEIL YOUNG-Fan, sodass auch er irgendwann Einfluss auf mich hatte. Ich habe nie viele Stunden großartig mit der Gitarre geübt, sondern eher versucht, den Stil von Leuten kennenzulernen, die einen etwas anderen Ansatz hatten. THE BUTTHOLE SURFERS mochte ich ziemlich gern. Den ganzen Kram, der ein wenig untypischer war und mehr in die Avantgarde-Richtung ging, fand ich schon immer gut.

Habt ihr auch andere Coverversionen aufgenommen, die keinen Platz mehr auf "Songs From The Black Hole" gefunden haben?

Nein, eigentlich haben wir uns auf diese zehn Stücke beschränkt. Sicherlich gab es noch zwei oder drei weitere Stücke, die ich ausgesucht hatte, aber gemeinschaftlich entschieden wir, dass wir es bei diesen zehn belassen.

Momentan seid ihr mit "Songs From The Black Hole" auf Tour. Auf was können sich speziell deutsche Fans freuen?

Wir werden definitiv einige Cover auf dieser Tour spielen, wenn es das ist, was du meinst. Wir versuchen jedoch auch mehr "Ruining Lives"-Material miteinzubauen. Welcher Song definitiv gespielt wird, ist das BAD BRAINS-Cover 'Banned In D.C.'. Darauf scheinen die Leute momentan richtig abzufahren.

Dann wäre ich auch am Ende, Tommy. Ich wünsche dir alles Gute. Die obligatorisch letzten Worte gebühren dir. Was möchtest du den Lesern von POWERMETAL.de und allen PRONG-Fans weltweit mit auf den Weg geben?

Bitte besucht uns auf dieser Tour und auf Twitter, Facebook, etc. Vielen Dank für euren jahrelangen Support und dass ihr dieses Interview verfolgt habt.

 

Redakteur:
Marcel Rapp

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