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PROFANE FINALITY: Interview mit Maik und Benno

03.02.2006 | 20:44

Schmerz, kalter elektronischer Schmerz - aber gut aufgenommen und nicht langweilig. Die junge Leipziger Elektro-Band PROFANE FINALITY hat Ende des letzten Jahres ihr erstes Demo-Album "Schmerz" aufgenommen, ebenso war das Duo schon bei dem Elektrisch!-Festival in Zwickau zu sehen. Am 1. April spielen sie wieder, dann werden sie beim Refraktor-Festival in Weißenfels auftreten. Über ihre Kunst, ihre Affinität zu Themen über Gott und ihre Perspektiven sprachen Maik und Benno mit Franziska Böhl.

Franzi:
Hallo PROFANE FINALITY, habt ihr Silvester gut überstanden?

Profane Finality:
Hallo Franzi. Ja wir haben Silverster recht gut überstanden. Wir sind zusammen mit einigen Freunden erfolgreich ins Jahr 2006 hineingerutscht.

Franzi:
Was sind denn eure guten Vorsätze für 2006 oder wurden alle schon wieder gebrochen?

Profane Finality:
Gute Vorsätze haben wir eigentlich nicht. Ich persönlich denke sowas sollte man auch nicht von einem bestimmten Datum abhängig machen, denn wenn man es von sowas abhängig macht, geht es in den meisten Fällen eh schief, von daher lass ich sowas lieber gleich sein.
Wir haben uns aber trotzdem gewisse Sachen für das neue Jahr vorgenommen, wie zum Beispiel weiter mit so viel Energie, Spaß und Liebe für die Musik an unseren Sachen zu arbeiten wie wir es bisher getan haben.

Franzi:
Kommen wir mal zurück zu eurer Band: Warum gerade "Profanes Ende" als Bandname?

Profane Finality:
Profanes Ende ist nicht ganz richtig "übersetzt", es bedeutet vielmehr gottlose Endgültigkeit.
Es ist einfach so, dass es schon verdammt schwer fällt einen passenden Namen zu finden. Der Gedanke war, dass er sich in unseren Songs wiederfinden sollte und wir waren der Meinung, dass dies bei "gottlose Endgültigkeit" zutreffend ist. Die Welt und die Probleme der Menschen sind einfach so etwas von krank, dass man sich wirklich fragen MUSS, ob es überhaupt einen Gott geben kann, der dies alles geschehen lässt. Bei verschiedenen neuen Songs gehen wir auch speziell auf verschiedene solcher Themen ein.

Franzi:
Letztes Jahr kam ja eure Demo-Scheibe "Schmerz" heraus. Seid ihr mit der CD im Rückblick betrachtet noch genauso zufrieden wie kurz nach den Aufnahmen?

Profane Finality:
Im Großen und Ganzen schon, es ist jedoch so, dass man immer wieder Ideen hat, was man an einzelnen Stücken hätte noch ändern oder verbessern können. Und es ist ja wie gesagt "nur" eine Demo-Scheibe, von daher ist noch einiges möglich.

Franzi:
Wie sind denn bisherige Reaktionen auf "Schmerz" ausgefallen?

Profane Finality:
Naja, es gibt ja nur einen recht kleinen Kreis von Leuten, die bisher in diese CD haben reinhören können. Zum Großteil waren es auch mehr Freunde und Bekannte, die die Sachen dann doch mit etwas anderen Augen sehen, aber es scheint keiner dabei gewesen zu sein, der großartige Abneigungen dagegen hatte.
Reaktionen von Außenstehenden auf unsere Lieder haben wir bisher nur zu Liveauftritten erhalten, welche für uns aber auch recht positiv ausfielen. Im Endeffekt ist es ja immer auch eine Frage des Geschmacks und es mag nicht jeder die Art Musik, die wir machen.

Franzi:
Musikalisch könnte man euch mit TERMINAL CHOICE vergleichen. Wie seht ihr das?

Profane Finality:
Wir fassen das jetzt mal als Kompliment auf. Denn wenn man sieht, wieviel Chris Pohl mit seiner Musik erreicht hat, kann man nur hoffen, es auch irgendwann soweit geschafft zu haben. Man glaubt gar nicht, welche Leute wenigstens eine CD von ihm im Regal stehen haben und sei es nur eine gebrannte Version.
Um zu deiner Frage zurückzukommen. Wir sehen es eigentlich nicht so, obwohl ich auch ab und zu mal diesen Vergleich gehört habe, aber wir haben unsere eigenen Ideen, die wir verwirklichen. Es bleibt scheinbar auch nicht aus mit bereits bestehenden erfolgreichen Bands verglichen zu werden, die sich in dem selben Musikgenre bewegen. Von daher stört es uns nicht wirklich damit verglichen zu werden, auch wenn man öfters mit Vorurteilen zu kämpfen hat, aber wir stehen zu der Musik die wir machen, haben Spaß dabei und das ist für uns das Primäre an der ganzen Sache.

Franzi:
Welche Vorurteile meinst du genau?

Profane Finality:
Vorurteile in der Hinsicht. Dass man mit anderen Bands verglichen wird, ohne jemals eine Chance bekommen zu haben sich zu beweisen. Man wird erstmal als Abklatsch hingestellt, der keine eigenen Ideen hat oder halt nur kopiert. Das bezieh ich aber nicht nur auf unsere Band, es gibt da mehr als genug Beispiele.

Franzi:
Gibt es einen Grund für die Neigung, häufig "Gott" in den Texte vorkommen zu lassen? Was wollt ihr mit euren Texten ausdrücken?

Profane Finality:
Ja es gibt eine Neigung, wir sind totale Satanisten.
Nein, Spaß beiseite. Es gibt eigentlich nur ein Lied ('Lieber Gott'), das mehr oder weniger nur reine Provokation ist, in dem das Wort "Gott" fällt. Gewisse Neigungen würde ich von daher ausschließen. Wir glauben weder an Gott noch sind wir Satanisten oder ähnliches.
Mit dem Großteil unserer Texte versuchen wir Erlebtes, Geträumtes oder Erhofftes auszudrücken, zum Teil auch um gewisse Sachen zu verarbeiten oder um damit abzuschließen. Es kommt aber auch nicht selten vor, dass mal ein Funke Ironie in unseren Texten auftaucht.
Und wenn man damit auch noch einige Leute erreicht, die sich in gewissen Sachen wiederfinden (was auch schon vorgekommen sein soll), dann weiß man, dass man sich gut "ausgedrückt" hat.

Franzi:
Erlebtes, Geträumtes oder Erhofftes klingt doch recht allgemein. Habt ihr ein Beispiel, wie ihr von einer Idee zu einem Text gekommen seid?

Profane Finality
Welche Aussage wär nicht allgemein gewesen? Es ist nun mal so, dass die besten Ideen für Songs das tägliche Leben selber schreibt und das Leben an sich ist nun mal etwas Allgemeines. Man muss im Endeffekt nur erkennen und wissen, wie man gewisse Sachen in Worte fassen kann und schon entsteht eine Songidee. Klar hätten wir einige Beispiele. Man mag es kaum glauben, aber hinter jedem Song steckt auch ein tieferer Sinn, wenn auch oft persönlicher Natur, der nicht für jeden verständlich sein wird. Ich bin aber der Meinung, dass es einfach den Gedanken hinter dem Song entzaubern würde, wenn ich hier versuche etwas zu erklären, dem eh keiner folgen kann. Ein wenig Phantasie sollte der Hörer schon mitbringen. Ich denke, wenn man sich auf verschiedene Songs einlässt, wird man auch den Gedanken dahinter entdecken können. Als einfachstes Beispiel nenn ich mal 'Sehnsucht', bei dem es schon recht schwer ist, den Grundgedanken nicht zu verstehen.

Franzi:
Könnt ihr etwas aus der Historie von PROFANE FINALITY erzählen? Wie hat bei euch alles begonnen?

Profane Finality:
Über die Historie gibt es noch nicht allzu viel zu berichten, zumal es uns ja erst seit Anfang November letztes Jahres in dieser Formation gibt. Angefangen hat alles eigentlich recht unspektakulär. Benno und ich kennen uns nun schon seit einigen Jahren und ich habe auch zuletzt von Mai 2005 an in seinem Projekt DEATHWISH mitgewirkt. Wir haben dann Anfang November beschlossen PROFANE FINALITY als Nachfolgeprojekt von DEATHWISH ins Leben zu rufen, weil wir mit DEATHWISH, beeinflusst durch neue Bedingungen und verschiedene Geschehnisse, abschließen wollten.

Franzi:
Gibt es schon Planungen für ein Debüt-Album?

Profane Finality:
Wir sind noch auf der Suche nach einem Plattenvertrag, also wird es vorerst wohl eher bei Demo-CDs bleiben, aber im Kopf sind schon Planungen gemacht. Songs hätten wir auch genügend um ein Album rauszubringen, aber so ein Album kostet auch ein bisschen was und wenn wir eines zum Kauf anbieten wollen, dann wollen wir, dass nicht nur wir, sondern auch der Käufer zu 100% überzeugt ist. Von daher sind die Planungen noch nicht soweit ausgereift, dass man etwas Genaueres dazu sagen könnte.

Franzi:
In Deutschland gibt es ja viele Elektro-Bands, warum sollte man gerade euch einmal gehört haben?

Profane Finality:
Uff, das ist eine ganz schwierige Frage, die man lieber hätte jemandem stellen sollen, der unsere Musik von außen betrachtet. So wirklich kann und möchte ich also darauf auch keine Antwort geben. Franzi, wie wär's, wenn du diese Frage für uns beantwortest? ;)

Franzi.
Wird man euch demnächst wieder live sehen? Oder war das Elektrisch!-Festival bei der WELLE:ERDBALL-Hörerclub-Weihnacht vorerst der letzte Auftritt?

Profane Finality:
Wir wollen doch stark hoffen, dass man uns bald wieder auf einer Bühne sehen wird. Es ist nur recht schwer als Newcomer irgendwo reinzukommen, wenn man noch keine großartigen Kontakte weiter hat. Man bekommt nicht viele Chancen geboten, um sich irgendwo etablieren zu können. Wir waren schon froh, die Möglichkeit zu bekommen uns zur Hörerweihnacht vorzustellen, was aber auch mehr oder weniger nur durch glückliche Zufälle zu Stande gekommen ist. Wir hoffen, damit wenigstens ein paar einzelne Leute erreicht zu haben. Mal schauen, was sonst noch so kommt. Zur Zeit stehen wir mit einem Veranstalter in Kontakt, der uns holen möchte, aber näheres kann ich bis dato auch noch nicht sagen.

Franzi:
Any last words?

Profane Finality:
Ja, eine Kleinigkeit vielleicht noch. Wer Interesse an unserer Musik hat und gern eine der angesprochenen Demo-CDs "Schmerz" haben möchte, kann sich gern unter profane_finality@web.de bei uns melden. Die Demo-CD gibt es natürlich gratis.
So, dann verabschieden wir uns erst einmal und hoffen, dass man sich vielleicht auf dem einen oder anderen Konzert von uns sieht.

Benno und Maik

Redakteur:
Franziska Böhl

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