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POWERWOLF: Track-By-Track des neuen Albums "Call Of The Wild"

28.06.2021 | 14:30

Die Zeichen stehen auf Sturm. Mit "Call Of The Wild" erscheint bald das neue POWERWOLF-Album, das dank des 'Beast Of Gévaudan'-Appetizers vor wenigen Wochen schon hohe Wellen schlug. Wir möchten euch unseren ersten Eindruck des nunmehr achten Albums natürlich nicht vorenthalten und verraten euch, welch Überraschungen sich die Gebrüder Greywolf haben einfallen lassen, wie stark Frontmann Attila seine Stimme zum Vorschein bringen kann und wie passend die Tastenkombinationen von Falk-Maria dem Album die nötige Tiefe und Atmosphäre verpassen.

Faster Than The Flame: Die Wölfe leiten orchestral und dramatisch ihr neues Album ein. Thematisch ist die Botschaft schneller als die Flamme und musikalisch POWERWOLF in wohlbekanntem Terrain: Ein schneller Chorus, ein hymnischer Refrain und abermals diktiert Attilas Stimmchen das Geschehen, ein typisch-dynamischer Türöffner für die kommenden Wolfsnächte, inklusive tollem Klampfen-Solo, bis Herr Dorn wieder gedanklich zum Mitklatschen animiert.

Beast Of Gévaudan: Auch wenn der "Pakt der Wölfe"-Film schon viele Jahre auf dem Buckel hat, passt der Streifen doch beachtlich gut ins aktuelle Geschehen. Die erste Single-Auskopplung setzt etwas weniger auf Speed, sondern mehr auf Rhythmik und Wucht. Dennoch – oder gerade deswegen – bleibt der Refrain auch Tage später noch hartnäckig im Ohr. Auch hier baut die Kirchenorgel eine angenehme Wohlfühlatmosphäre auf, ehe das Rudel im Mittelteil wieder auf das Drama-Pedal tritt.

Dancing With The Dead: Welch tolle Melodie-Führung. Immer wieder sorgt bei diesem künftigen Live-Klassiker der "Chor in action" für Gänsehaut. Spätestens jetzt bläst "Call Of The Wild" zum Angriff und lässt die Werwolfspuppen tanzen, eines der lichterloh brennenden Highlights auf dem Album, das jeden POWERWOLF-Fan glücklich stimmen wird.

Varcolac: POWERWOLF schaut thematisch Richtung rumänischer Folklore, musikalisch hingegen auf die eigene Frühphase. Es wird etwas düsterer, mystischer und auch diese Nummer wird künftige Hallen in Schutt und Asche legen. Mit viel Druck in den Strophen zieht die Band das Tempo im Refrain merklich an und stampft auch hier eine sehr dynamische Nummer aus dem Boden.

Alive Or Undead: Das Thema Ballade hat auf den vorherigen Alben schon gut funktioniert und sorgt auch zwischen zwei sehr wuchtigen Stücken für Abwechslung auf "Call Of The Wild". Dass sich hier eine romantisch-finstere Atmosphäre aufbaut, Attila einmal mehr zeigen kann, welch emotionsvolles Stimmvolumen er hat und seine Hintermannschaft auch in ruhigeren Fahrtwassern eine gewisse Dramatik zum Dahinschmelzen aufbaut, wird hier nur allzu deutlich.

Blood For Blood (Faoladh): Ein weiterer Aha-Moment hat sich in die Mitte des Albums geschlichen, denn POWERWOLF färbt sich grün. Steht am Anfang auch dank des Dudelsacks noch klar der Folk im Vordergrund, mischt die Band spätestens in der Strophe ihre eigenen Trademarks ins Guiness. Heraus kommt ein Song zum Schunkeln, Anstoßen und Feiern, der erst zwei, drei Mal erklingen muss, bis er dann aber vollends zündet.

Glaubenskraft: Die deutschsprachigen Songs konnten schon auf vorherigen Alben punkten und hier reiht sich 'Glaubenskraft' nahtlos ein. Bevor es wieder rasanter und wilder zur Sache geht, stehen wieder der Männerchor, die Dramatik und ein heftiges Riffing im Mittelpunkt. Ein perfekter Festivalsong, wenn es draußen düster wird und die Pyros wirken. Auch hier setzt POWERWOLF auf eine fette Orchestrierung.

Call Of The Wild: Auch hier nimmt eine Bilderbuch-Power-Metal-Melodie wieder fest das Heft in die Hand. Auch wenn das Gaspedal nicht komplett durchgetreten wird, werden die Ketten der Bestie nach den letzten Songs wieder etwas gelockert. Sie fletscht die Zähne, ist wieder einmal dank tollem Gitarrensolo in Angriffsposition und bereit für Live-Attacken.

Sermon Of Swords: Hier nehmen die Gebrüder Greywolf den Titel wörtlich. Doch anstatt ein blindwütiges Gewitter vom Stapel zu reißen, ziehen ein tolles Tempo, ein felsenfester Mitsing-Refrain sowie enorm viel Power in die Schlacht. Epochal und dramatisch leisten die Chöre auch hier wieder eine hervorragende Arbeit.

Undress To Confess: Die Könige der gepflegten Alliterationen zeigen wieder einmal, wie catchy und auch augenzwinkernd ihre Songs wirken können. Die Rhythmik lädt zum Kopfnicken, der Refrain zum lautstarken Mitgrölen und die Strophen zum ausgelassenen Tanzen ein. Eine Power-Metal-Nummer mit ausladendem Keyboard- und nicht minder tollem Klampfensolo. Man merkt wie viel Spaß POWERWOLF bei den Aufnahmen hatte.

Reverent Of Rats: Zum Abschluss dieses hochunterhaltsamen und abwechslungsreichen Albums wird es wieder etwas zackiger. Eine ach-so-typische POWERWOLF-Nummer fasst das bisher Gehörte noch einmal zusammen: Ein großes Hymnenarsenal, die Dramaturgie auf hohem Level, ab und an ziehen die Wölfe nochmal das Tempo an, nur um abschließend einen knackigen Refrain aufzubauen. Klappt bei diesem Song, klappte auf dem kompletten Album.

Fazit: POWERWOLF vertraut nach wie vor auf die altbewährten Melodie-Trademarks, doch getreu dem Motto "Never change a running team/system" funktioniert das auch auf Langspieler Nummer acht hervorragend gut. Doch POWERWOLF ruht sich nicht auf den Lorbeeren aus, sondern garniert das angriffslustige Unterfangen mit einer recht coolen Werwolf-Thematik, dem Hauptaugenmerk auf Chören und Ohrwurmrefrains sowie auf weiteren kleinen Besonderheiten.

"Call Of The Wild" erscheint am 16. Juli via Napalm Records.

Redakteur:
Marcel Rapp

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