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PARTY.SAN OPEN AIR: Interview mit Jarne, Mieze

18.03.2008 | 20:53

Das Party.San ist nun schon seit Jahren das Highlight für die extreme Metal-Szene in Deutschland, auch wenn es im vergangenen Jahr erstmals deutliche Misstöne gab. Dieses Jahr wollen die Macher diese Tradition fortsetzen und haben Bands wie BOLT THROWER oder OBITUARY nach Bad Berka geholt. Deswegen ist POWERMETAL.de auch verdammt stolz, das Festival präsentieren zu können. Mit Mieze und Jarne, zwei der drei Organisatoren, sprach Henri Kramer über die aktuelle DVD zum Party.San 2007, das kommende Festival und was sie aus der Kritik des vergangenen Jahres für Schlüsse gezogen haben.

Henri:
Das Billing ist nun komplett. Seid ihr zufrieden damit?

Jarne:
Jau, wir sind sehr zufrieden. Es hat mal wieder großen Spaß gemacht dieses Festival zu buchen. Wenn alles so bleibt, sollte es eine große Sause werden. Und weißt du was? Du darfst auch dabei sein, oink!

Henri:
Auf welche Bands freut ihr euch denn am meisten?

Jarne:
Wir sind superstolz die Jungs und Mädels von BOLT THROWER bei uns begrüßen zu dürfen. Wir sind alle Fans dieser Band und freuen uns wie Karlsson vom Dach nach seinem ersten Absturz [Anm. des Autors: Karlsson ist eine Kinderbuch-Romanfigur der Schwedin Astrid Lindgren]. Einfach nur wahnsinnig geil!

Henri:
Dieser Tage ist nun die DVD vom vergangenen Jahr erschienen. Worauf können sich die Fans einstellen?

Jarne:
Auf 170 Minuten pure fucking madness. Die DVD spiegelt die Atmosphäre des vergangenen Festivals herrlich wider und ist einfach ein Muss für jeden Besucher. Man kann die Bands noch einmal sehen, sich an unsere wunderbaren Dixies erinnern und noch mal Revue passieren lassen, wie viel man trinken wollte und schlussendlich wirklich getrunken hat. Das Teil ist eine Erinnerung an eine schöne Zeit mit deinen besten Kumpels, besser geht's nicht.

Henri:
Wie muss man sich eigentlich die Produktion einer solchen DVD vorstellen. Sitzt ihr drei Veranstalter dann wochenlang vor Filmmaterial und wählt die wichtigsten Szenen aus?

Jarne:
Ja, ungefähr so. Man schaut sich alle Gigs an, wählt die besten Stücke aus und regelt die Formalitäten mit den Labels bzw. Publishern der Bands. Dann kommen die Spezialisten ins Spiel, die die ganze Chose in ein passendes Format bringen. Wenn man diesen Hokuspokus hinter sich hat, fühlt man sich um Jahre gealtert, aber das ist die Sache wert.

Henri:
Bemängelt wird bei der DVD, dass Streifen im Film zu sehen sind. Wie kam das?

Mieze:
Erst bei der Sichtung des Materials haben wir bemerkt, dass die Bilder der Kamera, rechts unten, teilweise Störungen aufwiesen. Da diese Kamera eine der wichtigsten ist und wir das Bildmaterial beim Dreh direkt schneiden, hatten wir nur noch die Möglichkeit die DVD ausfallen zu lassen oder damit leben zu müssen. Wir entschieden uns für Zweiteres: Die Störungen sieht man allerdings nur richtig bei hochauflösenden Fernsehgeräten. Wie diese zustande gekommen sind, konnten wir nicht genau aufklären. Am Wahrscheinlichsten ist eine technische Störung der Bildübertragung durch die Feuchtigkeit, bedingt durch eine undichte Kabelverbindung.

Henri:
KREATOR haben es nicht auf die DVD geschafft. Warum?

Mieze:
KREATOR wollten nicht auf die DVD und entzogen uns schon auf dem Festival die Filmrechte. So was ist allerdings nicht selten, sondern eigentlich der Normalfall. Schau dir die vergangenen DVDs von uns oder die Mitschnitte anderer Festivals an und du wirst feststellen, dass überall Bands fehlen. Das kann man nicht verhindern und je größer eine Band ist, um so schwieriger ist es solche Compilations vollständig zu produzieren.

Henri:
Nur eine kaum wahrnehmbare Rolle spielen auf der DVD die Diskussionen vom vergangenen Jahr, die nach dem Party.San über das Security-Konzept geführt worden. Es ging dabei darum, dass echte und vermeintliche NSBM-Shirts und -Patches
radikal vom Gelände verbannt wurden und manche Fans sich deswegen ungerechtfertigt angemacht fühlten. Wie wollt ihr Fans, die damals sich sehr angepisst fühlten, wieder zurück gewinnen?

Jarne:
Indem wir uns mehr als oft bei den Fans für diese unprofessionelle Arbeit unserer Security entschuldigt haben. Das kommt definitiv nicht wieder vor! Nochmals ein großes Sorry an alle Besucher, die wir fälschlicher Weise so verärgert haben.

Mieze:
Ich möchte da noch einmal einhaken. Es gab nicht so viele Leute, die unberechtigt wegen ihrer Patches oder T-Shirts angesprochen wurden. Vom Festival verbannt wurden genau acht Personen, das sind deutlich weniger als in den Vorjahren. Das Security-Konzept sehen wir auch nicht in der Kritik, sondern allerhöchstens die Umsetzung. Nach wie vor stehen wir ganz klar gegen den braunen Spuk irgendwelcher Hirnamputierter. Und so werden auch die Regeln, die wir aufgestellt haben, nicht geändert.

Henri:
Und wie sieht das Sicherheitskonzept in diesem Jahr nun aus?

Jarne:
Wir haben sehr viel Zeit damit verbracht das Konzept noch besser zu gestalten und fanfreundlicher zu machen. Es gab hier einige interne Veränderungen, die man aber als normaler Besucher so nicht mitbekommt.

Mieze:
Wenn man sich als Besucher normal auf unserem Festival bewegt, wird man von der Security so gut wie nichts mitbekommen und auch keinen Ärger haben.

Henri:
Was wird sich im Vergleich zum Vorjahr noch ändern?

Mieze:
Konzeptionell wird sich für den Gast nicht so viel ändern. Wie werden uns in den Versorgungspunkten noch einmal neu organisieren. Zusätzlich arbeiten wir gerade an einen Konzept, das es uns ermöglichen soll, auch im Zeltplatzbereich Spültoiletten anzubieten. Das ist unserer Meinung nach der größte Mangel, den es abzustellen gilt.

Henri:
Bleiben die Preise stabil?

Mieze:
Nachdem wir bei den Eintrittspreisen 2008 eine Nullrunde eingelegt haben, sind wir auch bemüht, dies bei der Versorgung zu realisieren. Ob uns dies gelingt, kann man zur Zeit noch nicht absehen. Den Bierpreis können wir allerdings auch 2008 bei zwei Euro für 0,4 Liter Köstritzer Pils halten. Leichte Preisanpassungen bei der Essenversorgung lassen sich laut Auskunft der Versorger zwar nicht vermeiden, werden aber nicht so gewaltig ausfallen. Prinzipiell werden wir auch 2008 wieder versuchen, unseren Besuchern das beste Preis-/Leistungs-Verhältnis zu bieten.

Henri:
Jarne ist inzwischen offenbar bei den schwedischen Regain Records in die Promoabteilung gewechselt. Was bringt dieser enge Kontakt ins Musikbusiness für das Party.San?

Mieze:
Prinzipiell muss man sagen, dass es für das Party.San keine negativen Auswirkungen haben wird bzw. gehabt hat, dass Jarne nun im hohen Norden arbeitet. Ganz im Gegenteil haben wir nun deutlich mehr Zeit und können konzentrierter an der Vorbereitung des Party.San arbeiten als zu der Zeit, in der Jarne noch LKWs durch die Landschaft geschickt hat. Also alles im grünen Bereich. Im Zeitalter der modernen Kommunikationssysteme ist territoriale Nähe nicht mehr überlebenswichtig.

Henri:
Habt ihr ein paar letzte Worte für die Leute da draußen parat?

Mieze:
Wir hoffen euch alle gesund und durstig im August begrüßen zu dürfen.

http://www.party-san.net

Redakteur:
Henri Kramer

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