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PAIN CONFESSOR: Interview mit Tuomas/Wesleyer

22.09.2005 | 18:41

Nach dem hammergeilen Debüt "Turmoil", das sich irgendwo zwischen IN FLAMES, SOILWORK und HYPOCRISY zu "Catch 22"-Zeiten bewegt (auch wenn die Jungs das schon tausend Mal gehört bzw. gelesen haben), konnte ich es mir nicht nehmen lassen, PAIN CONFESSOR zu interviewen. Da mein Telefon leider zur Zeit streikt (Arcor lässt grüßen), hab ich den Jungs meine Fragen nach Finnland rübergemailt. Üblicherweise ist auch so, dass normalerweise nur eine Person Rede und Antwort steht. Umso überraschter war ich, als ich sowohl von Tuomas, als auch Wesleyer (beide Gitarre) eine Mail bei mir im Postfach gefunden hab. Da ich euch diese Informationen nicht vorenthalten möchte, habe ich einfach beide Jungs zu Wort kommen lassen. Zwar überschneiden sich einige Aussagen, aber hin und wieder ist es interessant, zwei unterschiedliche Standpunkte zu der selben Frage zu erhalten. Viel Spaß beim Lesen.

Tolga:
Was könnt ihr mir über PAIN CONFESSOR erzählen? Wie habt ihr euch gegründet, wie viele Gigs habt ihr bereits gespielt?

Tuomas:
PAIN CONFESSOR wurden im Sommer 2002 gegründet, als ich, unser Sänger Make und Bassist Mikko uns entschlossen ein Projekt zu gründen, das melodischen Metal spielt. Unser Drummer, der ebenfalls Mikko heißt, stieß auch ganz am Anfang zu uns. Schon bald schnappten wir uns Wesleyer, der die zweiten Gitarre bedient und nach ein paar Rehearsals nahmen wir Pasi für die Keyboards mit an Bord. Seit unserer Gründung haben wir an die 40-50 Gigs gespielt und wollen natürlich noch jede Menge in der Zukunft spielen.

Wesleyer:
Nun, unsere Bio ist auf unserer Homepage gut ausgeführt, doch ursprünglich bin ich 2002 in Hämeenlina angekommen und ein paar andere Jungs waren schon mitten in der Planung für ein Projekt, dass melodischen und harten Metal spielen sollte. Nachdem ich und Pasi der Band beigetreten waren, lief alles wie geschmiert und nach relativ kurzer Zeit waren wir eine aktuelle Band mit einem Namen und einer Einstellung. Insgesamt haben wir 40 Gigs gespielt, allesamt in Finnland.

Tolga:
Habt ihr vorher schon in anderen Bands gespielt?

Tuomas:
Wesleyer hatte Anfang der 90er eine Thrash-Metal-Band namens ANCIENT ROTTEN GRAVEGUARDS (A.R.G.), ich war in einer Aggro-Metal-Band namen JANE DOE 69 wie die anderen, Mako (v. - d.Verf.) und beide Mikko's (dr. bzw. b. - d. Verf.) spielten in einer anderen Angro-Metal-Band namen NONSLIPLEVEL und Pasi spielte schon in einigen Gruppen. Faktisch ist es so, dass mein Einsatz bei NONSLIPLEVEL als Sessionmitglied während eines Outdoorkonzerts der Ausgangspunkt war um PAIN CONFESSOR ins Rollen zu bringen. Das war der Zeitpunkt, als wir über die Möglichkeit nachgedacht haben so eine Band auszuprobieren. Wir wollten den melodischen Teil mehr vertiefen und gleichzeitig die aggressive Richtung beibehalten.

Wesleyer:
Ich spielte vorher bei A.R.G. und einigen anderen Bands, aber A.R.G. ist die einzige Thrash-Metal-Vergangenheit von mir. Die meisten Jungs spielten bei NONSLIPLEVEL (Make, Mikko K. und Mikko L.) und natürlich Tumpi bei JANE DOE 69 und Pasi spielte viele verschiedene Arten von Krach. Ich denke, das ist wieder die Art von Info, die du auf unserer Seite finden kannst.

Tolga:
Wie sind bislang die Reaktionen auf euer erstes Album "Turmoil"?

Tuomas:
Die Reaktionen sind zufriedenstellend, wenn nicht sogar über unsere Erwartungen hinaus. Die meisten Reviews die wir erhalten haben sind großartig! Die Leute mögen unser Zeugs, was sich bei den Liveshows und dem Feedback den wir auf unserer Seite und per Mail erhalten. Vom kritischen Standpunkt her denke ich, dass wir mit den meisten Kommentaren übereinstimmen. Die Veröffentlichung von "Turmoil" hat uns auch die hypokritische der so genannten Internet-Metal-Community aufgezeigt. Es scheint so, das unser erstes und einziges offizielles Demo zur Zeit der Veröffentlichung so dermaßen durch's Internet gehyped wurde, dass wir plötzlich den Deal mit Megamania in der Tasche hatten. Auf der anderen Seite versuchten uns die selben Leute in Diskussionsforen auf uns einzuschießen. Ich denke manche Leute tun einem "hochgehypten" Künstler einen Gefallen, wenn sie sie "auf den Boden der Tatsachen zurückholen". Das war wirklich witzig zu beobachten, weil wir wirklich keine großen Erwartungen hatten, was das Demo oder die Alben nach dem Signing betrifft, haha. Was soll's, wir hatten jede Menge Spaß und wir werden noch mehr Spaß an der Sache haben, wenn wir früh genug das zweite Album draußen haben.

Wesleyer:
Meistens positiv. Ein fader Beigeschmack ist schon dabei, da wir oft mit dem Göteborg-Sound verglichen werden, was auf die Dauer langweilig ist. Versteh mich nicht falsch, ich mag die Göteborg-Bands sehr. IN FLAMES rules! Einige Elemente in unserer Musik kann man schon als Göteborg-Sound bezeichnen, aber ich denke, dass wir schon mehr unsere Art von Metal schreiben. Wart nur das zweite Album ab: Ich meine nicht unbedingt, dass wir einen neuen Weg im Metal gefunden haben, aber etwas, was es uns ermöglicht es zu spielen, und wir spielen es hart!

Tolga:
Ich hab euren Stil als Kombination aus HYPOCRISY (der Sound), IN FLAMES (die Riffs) und SOILWORK (die Refrains) umschrieben. Könnt ihr damit leben?

Tuomas:
Natürlich können wir damit leben! Wir stimmen nicht unbedingt mit dem üblichen IN FLAMES/SOILWORK-Vergleich überein, aber natürlich ist es nicht schwer zu verstehen, woher der rührt. Ich persönlich mag IN FLAMES zu Zeiten von "Whoracle" bis heute und SOILWORK nicht so toll, weshalb ich es komisch finde, warum unsere Musik dahingehend Ähnlichkeiten aufweist. Wesleyer und ich sind die Hauptsongwriter, und ich würde nicht unbedingt HYPOCRISY und die anderen aufgelisteten Bands als meinen Haupteinfluss sehen. Ebenso zweifle ich an, dass Wesleyer seine Ideen aus der aktuellen Musikszene bezieht. Manche Songs von "Turmoil" stammen noch von Anfang 1996, weshalb es ein bisschen zu einfach ist, uns als Hybrid der genannten Bands zu bezeichnen. All diese Bands sind gut, das will ich gar nicht verneinen. Und deine Beschreibung ist immer noch besser, als manche CRADLE OF FILTH, SEPULTURA oder PANTERA-Vergleiche, die wir in der Vergangenheit des öfteren hatten.

Wesleyer:
Das ist okay! Aber das ist nicht so, wie wir unsere Musik sehen. Uh, HYPOCRISY? Das ist ein neuer Vergleich. Das hab ich vorher noch nicht gehört!

Tolga:
Was haben andere Journalisten über euren Sound geschrieben? Kann man Ähnlichkeiten zu meiner Defintion finden?

Tuomas:
Einige Schreiber haben uns als gesichtslose Möchtegern-SOILWORK abgestempelt, aber die meisten respektieren das Ergebnis, das wir abgeliefert haben. Deine Definition ist an den meisten anderen nah dran. Natürlich kann man unseren Stil sehr leicht mit den angeführten Bands in Verbindung bringen und wenn das den Leuten hilft eine Idee davon zu bekommen, wie wir klingen, dann ist das gut. Manche Leute fragen uns nach besseren Vergleichen als die üblichen IN FLAMES/SOILWORK, aber wir können beim besten Willen keine weiteren Namen nennen. Wir versuchen erst gar nicht uns mit jemand anderem zu vergleichen, denn wir tun was wir tun. So einfach ist das! Genau das selbe, wenn wir direkt über "den Sound" der Scheibe sprechen, das ist etwas, was die Leute in zwei Lager spaltet. Manche denken, unser Sound ist "schmutzig", andere wiederrum meinen, dass wir gegen den Strom schwimmen und wir die Eier haben etwas zu kreieren, was nicht unbedingt die meisten finnischen Bands heutzutage repräsentiert. Welches Lager hat recht? Finde das mal heraus. Wir haben schon während der Aufnahmen so geklungen, weshalb der Sound 100% ehrlich ist, schmutzig oder nicht. Ich mag zum Beispiel den Gitarrensound. Ich möchte, dass Gitarren heavy sind. Wenn ich mir eine Akustikgitarre oder cleane Gitarre reinziehen will, dann hör ich mir eben akustisches Zeugs oder cleanes elektronisches Zeugs an. Metal muss heavy und unberechenbar sein!

Wesleyer:
So ähnlich. Vielleicht ist es einfacher unseren Stil den Zuhörern zu vermitteln, ich weiß es nicht. Natürlich gibt es ebenso auch andere Vergleiche. Ich denke, es ist wichtig zu wissen, dass man nichts anderes machen kann, als sich erstmal reinzuhören und nicht zu lesen, was für Definitionen über unseren Stil vorherrschen, denkst du nicht?

Tolga:
Auf der anderen Seite mag ich sehr die Melodien. Gibt es irgendwelche Bands, von denen ihr vor den Aufnahmen sehr stark beeinflusst worden seid?

Tuomas:
Ich empfinde es nicht unbedingt so, als ob wir vor den Aufnahmen zu "Turmoil" oder generell von bestimmten Bands beeinflusst worden sind. Wir haben uns auf unser eigenes Material konzentriert und haben das Beste aus uns herausgeholt um ein Debütalbum zu kreieren, auf das wir stolz sein können. Aber wenn eine Band als Einfluss hinzugezogen werden kann, dann sind dies mit Sicherheit SENTENCED; weit, weit vor IN FLAMES. Ich habe schon immer ihre Melodien gemocht.

Wesleyer:
Persönlich kann ich keine Einflüsse ausfindig machen. Als wir unsere erste Scheibe aufgenommen haben, war das alles für mich und nichts anderes. Ich hab mich total auf meinen Part konzentriert und nichts anderes.

Tolga:
Für ein Debütalbum hört sich das Ergebnis sehr perfekt an. Habt ihr vor den Aufnahmen viel geübt?

Tuomas:
Um ehrlich zu sein: Ich kann mich nicht daran erinnern. Ich denke schon, dass wir soviel wie möglich geübt haben, wie wir es sonst auch immer machen. Wir üben aus persönlichen Gründen, die viel Zeit in Anspruch nehmen, zwei Mal die Woche. Ich behaupte mal, dass die Tightness auf dem Album aus Bandmentalität und –erfahrung herrührt. Die meisten von uns haben jahrelang in anderen Gruppen gespielt und auch schon Mal in einem Studio aufgenommen, auch ganze Alben. Gute Produzenten wie Janne Saska haben ebenfalls geholfen. Und wir haben ein sehr hohes Level an Selbstkritik und arbeiten dementsprechend viel an den Arrangements, drehen und schrauben dran bis wir alle mit der finalen Version zufrieden sind.

Wesleyer:
Natürlich. Ich denke wir haben eine exzellente Einstellung, wenn es ums Proben geht. Wir möchten unsere Musik so gut spielen wie's geht. Das funktioniert nur, wenn du genug Zeit mit der Band verbringst, und immer wieder rockst!

Tolga:
Plant ihr eine Tour durch Europa und wie schaut's mit Festivalauftritten nächstes Jahr aus? Plant ihr etwas Spezielles?

Tuomas:
Bezüglich einer Europatour fanden schon ein paar Gespräche statt. Aber die befinden sich noch in der Anfangsphase. Wir würden schon gerne durch Europa touren und auch auf ausländischen Festivals spielen. Hoffentlich wird dies früh genug wahr. Und die Dinge sehen zur Zeit gar nicht so schlecht aus...

Wesleyer:
Wir haben schon ein paar Pläne bezüglich einer Europatour, aber da ist noch nichts in trockenen Tüchern. Man braucht schon eine Stange Geld um heutzutage zu touren. Die Gespräche sind gerade am laufen. Hoffen wir das Beste, denn wir würden schon gerne spielen. Nach unserem zweiten Album, was im Februar 2006 in Finnland erscheint, planen wir so viele Shows zu spielen, wie es nur geht, und hoffentlich in ganz Europa.

Tolga:
Hab ich noch was vergessen zu fragen bzw. wollt ihr den Lesern von Powermetal.de noch was mitteilen?

Tuomas:
Da fällt mir gerade nix ein... Ich kann's nicht abwarten on the road zu sein und all die coolen Leute da draußen zu treffen. Checkt "Turmoil" mal an und bereitet euch auf unser nächstes Album 2006 vor!

Wesleyer:
Keep it metallin'! Wir besuchen euch bald. Kauft unser Album "Turmoil" und ihr werdet nicht mehr die Selben sein. Rip it to the max!

Redakteur:
Tolga Karabagli

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