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OCEANSIZE: Interview mit Mike Vennart

01.11.2010 | 07:33

OCEANSIZE haben mit "Self Preserved While The Bodies Float Up" erstmals die deutschen Charts geknackt, waren mit PORCUPINE TREE auf Tour und haben mit Mike Vennart einen Frontmann, der etwas zu sagen hat. Grund genug, um sich mit ihm vor dem Gig im Admiralspalast zu treffen.

Dennoch müssen wir uns etwas kürzer halten, da die Show naht und Mike sich noch etwas vorbereiten muss. "Sorry, wir haben leider nur etwa zehn Minuten, da ich mich noch etwas warmsingen muss.", eröffnet Mike auch gleich das Gespräch und ordert bei einem Crew-Mitglied Red Bull und Rotwein. "Keine Sorge", lacht der sympathische Mastermind, "das wird nicht gemischt. Der Rotwein ist gut für die Stimme, Red Bull ist gut für die Energie auf der Bühne." Gut. Das Geheimnis wäre schon mal geklärt.


Daher beginnen wir mit offensichtlichen Fragen zum neuen Album, das einmal mehr ein neues Gesicht der Band zeigt. "Jein. Es stimmt schon, dass jedes Album von uns sich anders anhört, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, wie wir uns verändern. Es ist keine bewusste Entscheidung von uns, sich zu verändern. Und es sind ja auch keine großen Veränderungen, es ist mehr eine Verschiebung und eine Verbesserung. Wir wollen uns ständig verbessern als Musiker und Songwriter, das ist ein Anspruch, den wir natürlich haben. "Frames" hat mehr gezeigt, was wir können, nur um es zu zeigen. Davon wollten wir durchaus weg und keine cheesy Metal-Riffs mehr spielen." Laut ist das Album dennoch. Dazu wird viel gesungen und die Songs werden kürzer gehalten. "Dass der Gesang mehr in den Fokus rückt, war durchaus eine bewusste Entscheidung. Ich wollte schon ein bisschen mit meiner Stimme experimentieren. Die Fokussierung bei den Songs auf dem Album ist einfach so gekommen. Bei 'It's My Tail And I'll Chase It If I Want To' war es so, dass der erste Entwurf des Songs über zehn Minuten lang war. Er begann leise, hat sich langsam gesteigert, hatte dann den harten Part, um sich dann wieder langsam gen Ende zu neigen. Und ich meinte dann nur zu den Jungs: Lasst uns einfach mit dem harten Teil anfangen und dann singe ich laut und schnell dazu und dann ist der Song wieder zu Ende.", lacht Mike. "Und so haben wir den Song von mehr als zehn Minuten auf weniger als vier Minuten gekürzt."

Die BEATLES-Referenzen, die ich bei 'A Penny's Weight' ausmache, ehren Mike. "Wow, das ist cool. Ich meine, wir haben uns bei dem Song eher von den CARDIACS beeinflussen lassen, aber die haben ja durchaus auch Sachen, die an die BEATLES erinnern. Indirekt gibt es da also bestimmt Einflüsse, auch wenn wir uns dessen gar nicht so bewusst sind. Aber es gibt wahrlich Schlimmeres, als ein Verweis zu den BEATLES."


So erfolgreich wie die Fab Four werden OCEANSIZE sicher nicht, die Charts haben sie dennoch geknackt. "Ja, das hat uns sehr gefreut. Wir sind jetzt seit sieben Jahren auch immer wieder in Deutschland unterwegs und offensichtlich haben den Leuten unsere Gigs und unsere letzten Alben gefallen. Ich denke, das ist einfach das Ergebnis von harter Arbeit." Harte Arbeit sind auch die Gigs mit PORCUPINE TREE, gerade wenn es nur Sitzplätze gibt. "Gestern gab es nur Sitzplätze und ich muss sagen, dass mir das nicht sonderlich gefallen hat. Die Atmosphäre ist einfach nicht so gut wie bei normalen Konzerten, da das Publikum auch nicht richtig mitgehen kann. Da fehlt dann auch ein bisschen die Energie, die dann vom Publikum wieder auf die Band überschwappt. Wenn man selbst dann wie irre auf der Bühne rumspringt, aber die Leute nicht darauf reagieren können, fehlt einfach etwas. Für PORCUPINE TREE funktioniert das natürlich viel besser. Sie haben diese langen Songs, die mehr einer Reise gleichen. Ich verstehen schon, warum sie das mal probieren wollen, aber für uns ist eine echte Rockshow besser." Hoffen wir, dass wir davon in der Zukunft noch viele zu sehen bekommen.

Redakteur:
Peter Kubaschk

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