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OCEANSIZE: Interview mit Mike Vennart

20.11.2007 | 21:45

Mit "Frames" haben sich OCEANSIZE selbst übertroffen. Stilvolle Epik trifft auf berauschende Riffs und offenbart dabei eine äußerst nachhaltige Wirkung, die sich einem mit jedem Durchlauf mehr erschließt. Und selbst nach zweimonatiger Dauerrotation kann man immer noch mehr Details entdecken, kann man immer noch tiefer in die Songs eintauchen. Kann es noch mehr Gründe geben mit Mike Vennart, Sänger, Gitarrist und Kopf der Briten zu sprechen?


Peter:
Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zu einem fantastischen Album. Wie sind denn die Reaktionen auf "Frames" bisher?

Mike:
Absolut überwältigend. So gut sind wir eigentlich gar nicht.

Peter:
In meinen Ohren ist "Frames" noch epischer als "Everyone Into Position", vor allem bei 'Savant' und 'The Frame'. Würdest du mir zustimmen, dass das der größte Unterschied zu den vorherigen Alben ist?

Mike:
Nicht unbedingt, denn auch "Everyone Into Position" ist schon verdammt episch. Aber natürlich sind gerade 'Savant' und 'The Frame' auf Anhieb als episch zu erkennen, da sie die Streicher-Arrangements haben.

Peter:
Genau diese Streicher-Arrangements berühren mich tief. Kannst du dir vorstellen mal ein Album für OCEANSIZE mit Orchester aufzunehmen? Und wenn ja, wie würde das klingen?

Mike:
Wahrscheinlich wie ein sehr pompöser Münzwurf. Wir versuchen sehr vorsichtig mit solchen Arrangements umzugehen und sie nicht überzustrapazieren. Viele Leute denken, sie könnten einfach ihren alten Kram mit etwas Orchestrierung aufmotzen und es wird dann 'auto-episch'. Aber wer weiß, wenn wir alle 50 Jahre alte, kokainbetriebene Größenwahnsinnige sind, nehmen wir mal eine DVD von uns mit einem 100-Mann-Orchester auf. Hallo METALLICA.

Peter:
Mehr und mehr eurer Songs wachsen von einem ruhigen Anfang zu einem explosiven Höhepunkt. Wie sieht denn die Zukunft im Sound von OCEANSIZE aus, denn irgendwann ist dieses Format ja ausgereizt?

Mike:
Ich habe absolut keine Ahnung. Wir werden es sehen, wenn wir so weit sind. Wie immer.

Peter:
Welches Standing haben die Vocals im Sound von OCEANSIZE?

Mike:
Ich versuche, sie nicht einfach eindringen zu lassen und nur zu singen, wenn ich das Gefühl habe, dass es wirklich passt. Ich versuche etwas zu singen, das lustig klingt.

Peter:
Kannst und möchtest du mir etwas über die Texte erzählen? Mich interessieren vor allem 'Sleeping Dogs & Dead Lions' und 'Savant'.

Mike:
Ich möchte nicht meine Seele in der Öffentlichkeit zur Schau stellen. Ich versuche um jeden Preis irgendwelche Behauptungen zu vermeiden. Außerdem zerstört es irgendwie den Spaß für Jeden, wenn alle denken, sie wüssten, wofür all diese Wörter stehen. Das würde den Zweck irgendwie entstellen.

Peter:
Ich empfinde euren Sound als eine Mixtur aus Bands wie ISIS oder den RED SPAROWES auf der einen und TOOL oder PORCUPINE TREE auf der andere Seite. Welcher Seite fühlst du dich persönlich näher?

Mike:
ERASURE! Da bin ich richtig drin gerade. Die Texte von Andy Bell bewegen mich.

Peter:
Äh, okay. Ihr seid berühmt für eure beeindruckende Soundwand auf der Bühne. Was ist da euer Geheimnis?

Mike:
Gitarren. Viele Gitarren. Und Gehirne. Davon aber nicht so viele.

Peter:
Ihr wart gerade in Deutschland auf Tour. Wie ist es gelaufen?

Mike:
Das waren mit die besten Shows, die wir je gespielt haben. Das war richtig lebensbejahend irgendwie. Ich würde gerne noch mehr Zeit in Deutschland mit Touren verbringen.

Peter:
Wen würdest du für eine All-Star-Band zusammen trommeln?

Mike:
Tom Barman von dEUS für Gesang und Texte. Lee Harris (TALK TALK) am Schlagzeug (mit Pinsel!). Ich spiele Gitarre, Trent Reznor (NINE INCH NAILS) spielt Piano und den Bass teilen sich PRINCE und James Johnston (BIFFY CLYRO).

Peter:
Und wen würdest du bei deinem eigenen Festival einladen?

Mike:
dEUS, die CARDIACS und ich würde all mein Geld für eine Reunion von MR. BUNGLE ausgeben.

Peter:
Danke für das Interview, Mike. Wenn du noch irgendeine Botschaft an die Fans loswerden willst...

Mike:
You wanted the best, you got the best: We are not KISS.

Redakteur:
Peter Kubaschk

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