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NIGHTWISH: Interview mit Tuomas Holopainen zu "An Evening With NIGHTWISH In A Virtual World"

23.05.2021 | 11:00

Ende Mai lädt NIGHTWISH in die virtuelle Taverne "The Islanders Arms" ein, um sich beim Musizieren zuschauen zu lassen. Als Konzert möchte Mastermind und Keyboarder Tuomas Holopainen das Event allerdings nicht bezeichnen.

Am 28. und 29. Mai lädt NIGHTWISH zum virtuellen Event in die Taverne "The Islanders Arms" ein. An beiden Tagen spielt die Band ein etwa 90-minütiges Set mit unterschiedlichen Songs live. Zuvor wird der neue Bassist bekannt gegeben - sein Vorgänger Marco Hietala hatte die Band Anfang des Jahres überraschend verlassen.

Tickets für die Show können über die Bandhomepage www.nightwish.com erworben werden. Zusätzlich zu den normalen "Eintrittskarten" gibt es diverse VIP-Tickets und ein Ticket für beide Shows. Ein Standard-Ticket kostet 35 Euro plus 1 Euro Gebühr. Nach der jeweiligen Show steht diese noch für weitere 48 Stunden zum Anschauen zur Verfügung.

Wir sprachen mit Keyboarder und Mastermind Tuomas Holopainen über das Event. Weiter unten kommt ihr außerdem zur Podcast-Folge, in der wir noch über den 25. Geburtstag von NIGHTWISH sprechen.


Euer Album "Human :||: Nature" erschien bereits 2020. Bisher konntet ihr es leider noch nicht auf die Bühne bringen. Wie aufgeregt bist du, dass das nun endlich passieren wird?

Es wird wirklich Zeit! Es fühlt sich so komisch an, dass das Album bereits seit 13 Monaten veröffentlicht ist und wir konnten nicht eine einzige Show spielen. Aber wir haben versucht, optimistisch zu sein, trotz der bizarren Situation, in der sich die ganze Welt befindet. Bald werden wir endlich so etwas wie eine Live-Show spielen. Ich denke, so könnte man diese virtuellen Shows nennen. Es wird etwas Besonderes, etwas Einzigartiges. Die Band ist sehr gespannt. Natürlich wird ein solches Event nicht das Live-Erlebnis ersetzen. Hoffentlich können wir Ende des Sommers oder Ende des Jahres dann tatsächlich wieder auf der Bühne stehen.

Ja, das hoffe ich auch sehr. Wir werden NIGHTWISH in einer virtuellen Welt treffen. Verglichen mit einem normalen Konzert - was erwartet uns?

Das wissen wir selbst auch noch nicht so genau. Wir haben lediglich einige visuelle Elemente der sogenannten Steam-Punk-Taverne gesehen, in der wir spielen werden. Die Band hat für sich selbst geprobt und Zone, die Firma, die verantwortlich ist für den visuellen Teil, arbeitet seit vielen Monaten daran. Wenn wir etwa eine Woche vor dem Event mit den Proben vor Ort starten, werden wir sehen, ob alles zusammenpasst. Es wird bestimmt etwas surreal sein; die Band wird vor einem grünen Hintergrund spielen. Ansonsten sehen wir nichts - keine Visuals, kein Publikum, nur uns gegenseitig. Und es wird faszinierend, wie wir in Stimmung für eine Live-Show kommen mit nur uns Sechs auf der Bühne. Ich denke, dass uns das gelingt, denn es ist so lange her, dass wir zusammen gespielt haben. Der Spaß wird definitiv da sein, deshalb brauchen wir nicht mehr als uns. Aber wie es auf dem Bildschirm aussehen wird - ich denke, das wird phänomenal.

Ich denke, es ist auch eine gute Gelegenheit, etwas Besonderes zu machen, wenn man schon nicht auf die Bühne gehen kann.

Das ist genau unsere Idee. Wir haben schon längere Zeit über eine virtuelle Show gesprochen und die ganze Zeit über haben wir gesagt, wir spielen doch lieber eine richtige Live-Show. Aber als uns die Firma nun angesprochen hat und wir die Zeit und das Bedürfnis haben, diese Idee doch umzusetzen, haben wir die Gelegenheit ergriffen. Denn man wird nicht einfach uns in einem Proberaum sehen, sondern die visuelle Untermalung ist etwas Spektakuläres. Damit können wir einen weiteren Punkt unserer Bucket-Liste abhaken.

Wie viele Leute sind involviert?

Ich weiß nicht genau. Von der Digital-Crew werden ein paar Leute da sein, die Band und die NIGHTWISH-Crew. Insgesamt sind es 20 bis 25 Personen, schätze ich.

Verglichen mit einer normalen Show, wie hoch ist der Aufwand für euch?

Wir proben sehr viel, denn die Band hat seit etwa 20 Monaten nicht mehr zusammengespielt. Dann mussten wir schauen, dass die Setlist zum Thema passt. Wir werden keine zweistündige Show spielen, sondern eher 90 Minuten. Das war's; keine Pyros, keine Lichtshow, nur die virtuelle Welt.

Wie fühlt es sich für dich an, nun wieder ein Konzert zu spielen, nachdem ihr so lange nicht spielen konntet?

Schwierig zu beschreiben. Ich bin sehr aufgeregt. Es wird schön sein, die anderen Bandmitglieder und die Crew wiederzusehen. Es ist wie ein Familientreffen nach langer Zeit. Wir hatten bisher erst eine Probe vor etwa einem Monat und wir haben genau da weitergemacht, wo wir aufgehört haben. Es fühlte sich nicht wie so ein langer Zeitraum an, und ich denke, so wird das beim Konzert auch sein.

Konntet ihr richtig proben?

Ja, wir waren alle da. Aber nach der ersten Probe mussten wir unsere Sängerin Floor Jansen ins Krankenhaus bringen. Sie hatte Gallenblasensteine. Das war dann wohl Murphys Gesetz: Ein fröhlicher Abend zusammen, zwei Stunden Probe und dann war sie schon wieder weg.

Wie werdet ihr performen? Eher wie bei einem Musikvideo oder eher wie bei einem normalen Konzert?

Ich schätze, wir werden eher wie bei einer Probe spielen und uns gegenseitig anschauen. Wenn man das Publikum nicht sehen kann, fühlt es sich seltsam an, zu versuchen, mit ihm zu interagieren. Deshalb haben wir gesagt, die Fans sehen uns in einer virtuellen Welt, und nennen es nicht ein virtuelles Konzert. Wir laden Menschen ein, uns in dieser speziellen Umgebung spielen zu sehen, aber ich denke nicht, dass es viel Interaktion mit den unsichtbaren Fans geben wird.

Es ist auch eure erste Show mit dem neuen Bassisten. Den Namen dürft ihr noch nicht verraten, denn er wird vor dem ersten Event verkündet. Aber vielleicht kannst du mir sagen, wie er in die Band passt und wie lange er Zeit hatte, eure Songs zu lernen.

Er ist phänomenal und passt perfekt in die Band. Jetzt ist alles gut bei uns. Er hatte ein paar Wochen Zeit, die Songs zu lernen.

Spielt ihr Lieder von all euren Alben?

Von den ersten beiden Alben spielen wir keine Songs, aber das Thema der Show ist auch nicht das "Human :||: Nature"-Album. Die Setlist ist sehr durchmischt.

Weißt du, wie viele Tickets schon verkauft wurden?

Ich habe keine genauen Zahlen gehört seit ein paar Wochen, aber es sind ein paar 10.000.

Und das Gute ist, eine virtuelle Show ist nie ausverkauft.

Genau. Ich wünsche mir, dass so viele Menschen wie möglich zu uns in die Taverne kommen, denn es ist eine einmalige Gelegenheit für uns und für die Fans.

Vielen Dank!

Redakteur:
Pia-Kim Schaper

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