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LOWER HELL: Interview mit Bruno

13.04.2010 | 09:54

LOWER HELL aus Offenburg legten mit ihrem Zweitwerk die Messlatte für alle Veröffentlichungen im Melodic-Death- bis Metalcore-Bereich schon zu Beginn des Jahres sehr hoch. Gitarrist Bruno stand mir Rede und Antwort zum neuen Album "Hellevator".

Pia: Stellt euch bitte kurz vor!
Bruno: Wir sind LOWER HELL aus Offenburg. Eine Truppe musikverliebter Armleuchter, Zechpreller und Vollzeitamateure, denen nichts mehr am Herzen liegt, als tüchtig zu rocken und handfest zu moshen.

Pia: Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?
Bruno: Schnapsgetränkter Melodic Death Metal mit tüchtig Mosh, heißen Soli, würzigen Drums und dicken Eiern.

Pia: Was sind bisher die Highlights eurer Karriere?
Bruno: Wir erleben stetig neue. Mit WALLS OF JERICHO und anderen Größen zu spielen war sicherlich eins davon, aber momentan überwältigen uns die positiven Reaktionen des Publikums und wir kochen uns selbst beim Schreiben von neuen Songs hoch.

Pia: Wie liefen die Aufnahmen zu "Hellevator" ab? Entspricht das Resultat euren Erwartungen?
Bruno: Das Resultat hat unsere Erwartungen teilweise sogar übertroffen. Besonders der Sound, den Chris Brandes (Iguana Studios Freiburg) beim Mastering gezaubert hat, ist von feinster Güte. Er ist auch für die Drum-Aufnahme verantwortlich und hat zum Beispiel Arbeiten für NECROPHAGIST gemacht. Die Gitarren wurden von Patrick Hagmann (Black Halo Studios Rheinfelden) gemacht und die Vocals von Marsen Fischer (Frankenstoner Studios Karlsruhe). Es war ein sehr angenehmes Arbeiten und wir hoffen, die nächste Platte mindestens genau so gut zu machen.

Pia: Welche sind eure persönlichen Lieblingslieder?
Bruno: Momentan ändert sich das noch ständig, da man immer wieder neue Favoriten hat. Neulich war es noch 'The Requiem' und dann 'Warriors of the Dead'. Bin mal gespannt, wie es nächste Woche aussieht. 'Tonight I´m coming home' hat gute Chancen.

Pia: Ist auf dem Cover der "Hellevator" abgebildet?
Bruno: Das ist echt eine gute Frage, allerdings kann ich das zu diesem Zeitpunkt nicht beantworten, da noch nicht klar ist, ob der alte Ganove noch für weitere Arbeiten zu Verfügung steht. Das Letzte, was wir mitbekommen haben, ist, dass er aufgrund der unglaublichen Zustände auf unserem Planeten jede Menge Arbeit und Mühen hat, eine akzeptable Metzelei abzuliefern, da er nicht überall gleichzeitig sein kann. Beim letzten Treffen war er so schnell wieder weg, dass man ihn nicht nach seinem Namen fragen konnte, aber sei dir Gewiss, dass es bei der nächsten Platte, an der gerade unter Hochdruck gearbeitet wird, weitere Infos zu ihm geben wird.

Pia: Wo seht ihr die Unterschiede zwischen "Hellevetor" und "Asphyxia"?
Bruno: Na, völlig offensichtlich ist der Unterschied von der EP zu Full Length. "Asphyxia" war mit einer Ausnahme ja nur komplett auf die Fresse und es gab keine Ruhepausen. Darunter musste dann leider auch die Abwechslung leiden. Bei "Hellevator" wollten wir eine Scheibe machen, die man einlegt und komplett am Stück anhören kann, ohne gelangweilt oder völlig geplättet zu sein. Die nötige Härte sollte dabei nicht verloren gehen, aber auch eine gewisse Partytauglichkeit und eingängige Stücke sollten vorhanden sein. Die Reaktionen waren bisher sehr positiv und es scheint uns gelungen zu sein.

Pia: Wer ist bei euch fürs Songwriting verantwortlich?
Bruno: Bei uns mischt jeder mit und gibt seine Meinung ab. Steffen macht sehr viel Songwriting und arrangiert Teile am PC. Manchmal bringt er auch ganze Stücke mit, an denen dann noch gefeilt wird. Der hat da wirklich ein Händchen für und man kann gut mit ihm arbeiten. Zum Beispiel habe ich meistens  nur einzelne Teile und Riffs, die ich dann mit ihm aufnehme, und Steffen dann was mit ihm arrangiert. Die Texte kommen von Sven oder manchmal von mir. Die Drums werden dann von Bastian und Steffen festgelegt. Zwischenzeitlich hat sich auch noch Joe am Bass gemeldet  und wenn dann ein Grundgerüst steht, wird der Song aufgenommen, damit man objektiv darüber urteilen kann. Danach wird geändert, was nicht passt, und später kommt das Teil dann auf das Album.

Pia: Der Videoclip zu 'The Requiem' erzählt eine Geschichte. Worum genau geht es?
Bruno: Bei 'The Requiem' wird abgerechnet. Da erkennt ein Mensch, dass er seine Zeit damit verschwendet, sich darum zu bemühen, einen anderen glücklich zu machen und sich dabei selbst verliert. Da er aber erkennt, wer er vorher war und wer er ist, kommt es zum Zusammenbruch der Beziehung und um das in der kurzen Zeit eines Videoclips deutlich darzustellen, musste eben jemand über die Klinge springen und verscharrt werden. Das Video stammt von Adrian Langenbach, der auch die Idee zum Drehbuch hatte. In freundschaftlicher Art hat er uns dann auch noch seine Freundin ausgeborgt, damit wir eine gut aussehende Leiche haben. Den Mörder spielt übrigens Marsen, der Sänger von FEAR MY THOUGHTS.  

Pia: Eure Texte drehen sich häufig um Party und Alkohol. Wo geht ihr am liebsten feiern? Habt ihr viele feucht-fröhliche Backstage-Partys?
Bruno: Na na na! Bei uns dreht es sich aber auch um anderes. Verflossene Lieben, Ängste, verstorbene Freunde oder auch mal Gesellschaftskritik. Allerdings, da hast du recht, geht es auch gerne mal darum, eine gute Zeit zu haben und um Schnaps und Bienen. Wir gehen eigentlich überall gerne feiern. Wichtig ist, dass gute Leute dabei sind und man eine gute Zeit erlebt. Die Partys Backstage sind nicht zu verachten. Wenn das Set tight gespielt wurde und die Leute Spaß hatten, ist das ja auch nur recht und billig. Da das immer öfter gelingt, häufen sich die Backstage-Partys natürlich und zwar zur Freude aller Beteiligten.



Pia: Für die Zukunft sind einzelne Live-Auftritte geplant. Macht ihr auch noch eine richtige Tour?
Bruno: Ja, im Sommer ist eine zwei Wochen lange Tour durch Europa geplant, mehr als die Hälfte der Shows stehen schon. Eine dreitägige Tour durch Great Britannien (Bristol, Harlow, London) ist ebenfalls im Kasten. Zusätzlich sind wir im Moment auch noch dran, einzelne Shows fix zu machen. Die aktuellen Dates findet man auf www.lowerhell.de oder www.myspace.com/lowerhell

Pia: In welchem Genre seht ihr euch (Melodic Death, Metalcore, …)?
Bruno: Wir sehen uns als Musiker, die gerne Metal spielen. Melodic Death würde sicher gut passen, da wir aber auch gerne mal einen Moshpart in unseren Stücken haben, kommen auch Klagen von Leuten, die meinen, es sei das Wichtigste an Musik, sie in Schubladen zu stecken, dass man uns als Metalcore bezeichnen muss. Soll es jeder nennen wie er will. Wir sind eine Metalband mit vielen Einflüssen, da das Genre-Thema aktuell ziemlich aus den Fugen geraten ist, sollte jeder selbst einschätzen, was er für ein Wort zum Begriff Metal hinzufügen will.

Pia: Habt ihr musikalische Vorbilder?
Bruno: Na jede Menge. LAMB OF GOD gehören sicherlich genauso dazu wie DARKEST HOUR. Aber auch  die DIRE STRAITS oder YNGWIE MALMSTEEN. Jeder in der Band hat da seine persönlichen Vorbilder und da wir auf so viele verschiedene Sachen stehen, muss man auch NICOLO PAGANINI oder HÄNDEL erwähnen.

Pia: Warum habt ihr euren Namen geändert?
Bruno: Wenn dich jemand in einem Club anspricht, wie deine Band heißt und dann in der Regel zwei- bis dreimal nachfragen muss, bis er den Namen LIES BEHIND THE SMILE verstanden hat, dann gibt es dir schon zu denken. Der Name war nicht einprägsam und passte auch nicht mehr zu unserem Sound. Daher haben wir beschossen ihn vor der Veröffentlichung von "Asphyxia" zu ändern.

Pia: Wie kam es zur Kooperation mit FEAR MY THOUGHTS im Vorfeld der Aufnahmen zu "Asphyxia"?
Bruno: Die Burschen kommen aus unserer Gegend und wir waren immer gerne auf ihren Shows und sind große Fans. Später haben wir dann einige Shows zusammen gespielt und sind so ins Gespräch gekommen. Patrick hat uns angeboten, uns aufzunehmen, und dann ging alles seinen Weg. Auch bei "Hellevator" waren er und Marsen beteiligt. Inzwischen ist eine Freundschaft daraus entstanden und man freut sich immer, wenn man zusammen arbeiten kann. Ich habe bei ihren letzten Shows an der Gitarre ausgeholfen, da Markus nicht konnte und wer weiß, was in Zukunft noch für Süppchen zusammen gekocht werden!?

Redakteur:
Pia-Kim Schaper

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