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LIGHTMARE: Interview mit Timon Schreiber

01.01.1970 | 01:00

Georg:
Wie bist du dazu gekommen Sänger zu werden?

Timon:
Ich bin schon singend aus dem Mutterleibe gekrochen ... nein im Ernst: Schon als Kind habe ich gerne gesungen. Später habe ich dann in dem Jugendchor meiner Gemeinde (einer Baptistengemeinde) mitgesungen. In dieser Zeit hat mich Pop- und Rockmusik angefangen zu interessieren. Ich habe angefangen, Gitarre zu lernen, allerdings habe ich es nie weit damit gebracht. Und alle Versuche, eine Band zu organisieren oder in einer mitzuspielen scheiterten nach kurzer Zeit.

Georg:
Wie bist du zu Lightmare gekommen?

Timon:
Als ich zum Studieren meinen Wohnort wechselte, wurde der Wunsch in einer Band zu spielen immer größer. Allerdings dauerte es auch dann noch einige Zeit. Durch den Tip eines Bekannten kam ich bei einer christlichen Rockband namens "ARISE" unter. (Ich weiß, dieser Name war auch von bekannteren Bands belegt, aber wir waren eine ziemlich unbekannte Band mit wenig Auftritten). Von meinem heutigen Standpunkt gab es damals natürlich einige Sachen, die ich (oder auch die ganze Band) noch falsch machten, aber hier habe ich meine ersten Babyschritte in Sachen harter Musik gemacht. Nach ein paar Jahren war die Luft -leider- raus.
Dann bekam ich die Chance bei Lightmare zu singen, weil der damalige Sänger aus gesundheitlichen Gründen aufhören mußte. Der Musikstil sagte mir mehr zu, und so war die Entscheidung für Lightmare relativ schnell gefällt.

Georg:
Haben sich deine Erwartungen erfüllt?

Timon:
Im großen und ganzen: ja! Natürlich bleiben immer ein paar Wünsche offen, oder Ziele verschieben sich, aber irgendwo muß ja wohl noch der Ansporn liegen. Außerdem fängt man mit der Zeit an, kleine Brötchen zu backen

Georg:
Wie siehst du deine Entwicklung?

Timon:
Also, auslernen tut man nie. Rein stimmlich hat sich bei mir sicherlich viel getan, allein schon wegen Gesangsunterricht und mehr Auftritten. Ich singe heute auf Tonlagen, die vor ein paar Jahren noch unerreichbar waren. Aber das ist ja auch bei wirklich großen Sängern so. Auch auf der Bühne, denke ich, habe ich mich zum Positivem entwickelt, aber wie gesagt: man lernt nicht aus.

Georg:
The Fool hat ja sehr gute Kritiken bekommen, wieso brachten diese euch nicht vorwärts?

Timon:
Na ja, nicht vorwärts kann man ja eigentlich nicht sagen, aber es ist eben ein langsames Wachsen. Warum das so ist, ist schwer zu sagen. Vielleicht fehlt ein bißchen Glück, vielleicht machen wir auch die "falsche" Musik. Das haben zumindest schon einige A&R Manager von sich gegeben.

Georg:
Euer letztes Album liegt 3 jahre zurück, wieso habt ihr so lange kein neues Album rausgebracht?

Timon:
Wir hatten und haben mit einigen Besetzungs- und Umstrukturierungsschwierigkeiten zu kämpfen. Wenn ein Mitglied (bei uns waren es innerhalb kurzer Zeit sogar zwei Mitglieder) die Band verläßt, dauert es eben Zeit, die Lücke zu füllen. Und wenn die Lücke öfters entsteht, ... tja ... dann kann das schon mal 3 Jahre dauern.

Georg:
Warum wechselt bei Lightmare nach jeder CD das Lineup?

Timon:
Also das ist keineswegs Absicht. Aber wenn man Musik als Hobby betreibt, bleibt das nicht aus. Und je weiter man sich vorwärts entwickelt, um so schwieriger wird es eben einen Ersatz zu finden. Da nimmt man auch schon mal in Kauf, längere Zeit eine "offene" Stelle zu haben, bevor man sich mit den erstbesten (und vielleicht doch nicht so guten) Ersatz begnügt.

Georg:
Wer ist der neue Bassist, wie habt ihr ihn gefunden?

Timon:
Der neue Bassist heißt Stefan Fleischer, wir kennen ihn schon etwas länger seit einer Studioaufnahme. Ich weiß gar nicht mehr genau wann das war. Tja und auf der Suche nach einem neuen Bassisten kamen wir unter anderem auch auf ihn. Aber wenn ich jetzt hier alle einzelnen Schritte dazu erläutern würde, wären wir in einer Woche noch nicht fertig.

Georg:
Wie schauts mit den Keys aus, jetzt, wo Marion nicht mehr dabei ist?

Timon:
Wir sind da auf eine Lösung gekommen, die zwar häufig Naserümpfen verursacht, letzendlich aber z.Zt. die praktikabelste ist: Sony heißt unser neuer mit Vornamen und Minidisk ist sein Nachname. Und nach anfänglichen Schwierigkeiten beherrscht er die Songs, he,he.

Georg:
Warum ist Marion gegangen?

Timon:
Bei ihr wurde es damals zeitlich eng, sie hatte Prüfungen, mußte viel lernen und wir hatten relativ häufig Liveauftritte. Irgendwann wurde es ihr zuviel. War zwar schade (besonders von der Optik, wie man mir gesagt hat), aber nicht zu ändern

Georg:
Wird das nächste Album mit Gastkeyboarder entstehen oder ohne Keys?

Timon:
Also Keyboards werden auf jeden Fall dabei sein. Wie, wann, wer und wieviele, da halt ichs mit Beckenbauer: Schau´mer mal!

Georg:
wann wird euer nächstes Album entstehen?

Timon:
So Gott will, dieses Jahr. Und so wir können, ist es morgen schon fertig. Aber da wir alle beruftätig sind (neben unserer Musik), können wir nicht so fortschreiten wie wir gerne möchten. Und vier berufstätige Leute terminlich unter einen Hut zu bekommen, ist manchmal ganz schön schwierig. *Jammer*

Georg:
Wie wichtig ist für euch das Internet?

Timon:
Also da wir stetig steigendes Interesse haben (manchmal sitze ich Stunden, um eMails zu beantworten), ist das Internet mit Sicherheit eine sehr wichtige Sache. Leider komme ich nicht immer sofort dazu, alles was gemacht werden müßte, zu erledigen. Und in einem Hochgeschwindigkeitsmedium (im Vergleich zu anderen Medien) ist das manchmal eher peinlich. Aber wir arbeiten daran immer besser zu werden, sowohl musikalisch als auch im Internet.

Georg:
Andi spielt ja nun auch bei Tankard, ist das schwierig für Lightmare?

Timon:
Nur, wenn sich Termine überschneiden. Aber das haben wir zur Zeit gut im Griff. Außerdem spielt Gerd auch in einer anderen Band und das läßt sich -bis jetzt- sehr gut arrangieren.

Georg:
Habt ihr guten Kontakt zu Tankard?

Timon:
Unter guten Kontakt stelle ich mir ständigen Kontakt vor, dann muß ich sagen: nein, ich nicht. Aber wir kennen uns und hin und wieder treffe ich die Jungs auch mal bei einen Heimspiel der Eintracht.

Georg:
Welche Planungen habt ihr für diesesJahr?

Timon:
Die neue CD muß raus. Also , das brennt uns wirklich unter den Fingernägeln.Und wenn das geschehen ist, na ich denke, dann feiern wir auch schon wieder Weihnachten, also mehr können wir im Augenblick wirklich nicht planen

Georg:
Was waren eure größten Erfolge?

Timon:
Also wir haben mal bei einem SDR3 Festival vor fast 2000 Leuten gespielt, das ist schon ein echter Hammer. Das macht Appetit auf mehr. Dann haben wir eine kleine Deutschland-Tour mit Ken Tamplin gemacht, das war eigentlich auch sehr schön. Und nätürlich darf ich unsere treuen Freunde aus dem Vogtland nicht vergessen wo regelmäßig 500 - 1000 zu unseren Konzerten kommen. Eigentlich kann man die ganzen letzten Jahre als "erfolgreich" betrachten. Klar immer mit up and downs aber schon erfolgreich.

Georg:
Vielen Dank.

Redakteur:
Georg Weihrauch

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