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LACRIMAS PROFUNDERE: Interview mit Oli, Rob und Clemens

15.09.2016 | 11:26

Gleich drei Bandmitglieder von LACRIMAS PROFUNDERE hatten wir auf dem MERA LUNA am Start. Was Oli, Rob und Clemens über die neue Scheibe "Hope Is Here" zu berichten hatten?

Erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Geburt eures neuen Silberlings: Seit Mitte August steht "Hope Is Here" in den Plattenläden. Habt ihr schon erste Rückmeldungen bekommen?

Oli: Von Fans vor Ort weniger, aber ich habe schon drei Rezensionen auf Amazon zu unserem neuen Album gelesen.

Du liest dir die Amazon-Bewertungen durch?

Oli: Natürlich! Wir versuchen sehr nah an den Menschen dranzubleiben. Auch die Facebook-Nachrichten und Mails, die wir bekommen, beantworten wir so zeitnah wie möglich. Das ist uns allen sehr wichtig und da nehme ich mir auch recht viel Zeit dafür.

Heute habt ihr ja gleich auch ein erstes Live-Feedback bekommen. Bei eurem Set auf dem MERA LUNA habt ihr gleich drei eurer neuen Songs von "Hope Is Here" im Gepäck gehabt: 'Awake', 'My Halo Ground' und das titelgebende 'Hope Is Here'.

Rob: Also von oben sah das ja alles schon einmal ganz gut aus und wir hoffen, dass es dem Publikum gefallen hat.

Oli: Es war auch schon ziemlich mutig, dass wir direkt einem Tag nach dem Release gleich drei neue Lieder gespielt haben. Selbst wenn jemand unser Album vorbestellt hat, war er vermutlich auf dem Weg hier nach Hildesheim, als es bei ihm zu Hause vor der Tür lag. Oder hatte noch gar nicht die Zeit, sich die Platte anzuhören. Um es kurz zu machen - die Songs kannte hier einfach noch niemand so gut, dass er hätte mitsingen können. Viele Bands hätten da vielleicht nur ein Lied aus dem neuen Album gespielt. Auch der sehr akustische und ruhige Part mit Rob an der Akustikgitarre. Wir wussten gar nicht, wie das auf einem Festival ankommen würde, aber haben das jetzt einfach gemacht.

Wo du schon bei ruhigen Parts bist. Was durchweg in den Kritiken steht und was ich auch sofort unterschreiben kann: "Hope Is Here" ist wesentlich ruhiger geworden als beispielsweise euer letztes Album "Antiadore". War das geplant?

Clemens: Dieses Mal hat wirklich jeder aus der Band seinen Teil zu diesem Projekt beigesteuert. Da musste Oli sogar ein paar Abstriche machen. Aber das Ergebnis ist echt großartig.

Oli: Dieses Mal haben wir die Lieder ja nicht für die Band LACRIMAS PROFUNDERE geschrieben. Dieses Mal haben wir für das Konzept an sich geschrieben. Wie Rob immer so schön sagt: "Es ist eigentlich der Traum einer jeden Band einmal ein Konzeptalbum zu veröffentlichen." Da geht man dann einfach anders vor und legt sich nicht von vorneherein irgendwelche Genre-Fesseln an oder beschränkt sich darauf, irgendwie typisch zu klingen. Wir wollten ja auch gar kein hundertstes "Filthy Notes For Frozen Hearts" machen, sondern auch für uns wachsen.

Euer Album baut ganz stark auf dem Cover auf, einem Bild von Elton Fernandes , der ja auch schon das Artwork für euer letztes Album gestaltet hat. Was war zuerst da, das Bild oder die Idee vom Konzeptalbum?

Clemens: Ganz klar das Bild. Wir haben uns eines Tages mal gefragt, was der wohl wieder so für uns hat. Da standen dann zwei Bilder zur Auswahl und Rob hat das Bild mit dem Jungen und dem Hirschgeweih gesehen und war sofort vollkommen hin und weg. Der hatte sofort hunderte Ideen!

Wie ging es euch heute denn allgemein mit dem MERA LUNA? Immerhin ist das "dunkelste Festival der Welt" ja noch einmal ein ganz anderes Pflaster als beispielsweise das Wacken Open Air.

Rob: Stimmt ja, wie war Wacken eigentlich in diesem Jahr?

So schlammig wie immer.

Rob: Es wird auch mal wieder Zeit, dass wir uns dort wieder blicken lassen. Bisher haben wir immer im Drei-Jahres-Turnus dort gespielt. 2011, 2014 - eigentlich wären wir im nächsten Jahr wieder an der Reihe. Also Holger, wenn du das hier liest: Buch uns! Aber jetzt steht ja auch erst einmal die "Hope Is Here"-Tournee an.

Oli: Vor Kurzem hat mich jemand angeschrieben, der hatte auch eine tolle Idee. Er fragte mich, warum wir nicht einfach ein ganzes Konzert nur mit "Hope Is Here" spielen. Also das ganze Album von vorne bis hinten durchspielen. Warum eigentlich nicht? Das wäre schon eine coole Nummer.

Clemens: Es ist überhaupt wirklich schön zu sehen, wie viele Menschen dieses Album auch emotional begreifen. Immerhin ist es ja nicht eine klassische Geschichte mit Helden und Bösewichten, sondern schon eine psychologisch ziemlich dichte Erzählung. Wir haben aber wirklich alle unser Herzblut in diese Scheibe gesteckt und enorm hart daran gearbeitet - auch als Band. Mit diesem Album habe ich das Gefühl gehabt, in der Band angekommen zu sein, das ist mein Fazit.

Rob: Ehrlich? Also ich hatte das Gefühl bei ihm ja schon früher, aber wenn er das sagt. Eigentlich ist es ja auch egal, was die Leute über das Album sagen, denn letzten Endes sind WIR mit dem Ergebnis voll und ganz zufrieden. Und darum geht es doch eigentlich in der Musik und auch im Leben: Dass man das macht, was einem Freude bereitet. Egal ob du Musiker oder Tischler oder Lehrer bist - be yourself!

 

Redakteur:
Leoni Dowidat

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