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KOTZEN, RICHIE: Interview mit Richie Kotzen

01.01.1970 | 01:00

RICHIE KOTZEN hat mit “Change” ein starkes neues Hardrock-Album abgeliefert, dass sehr viel songorientierter ist als der Vorgänger “Slow“ und diverse Hits zu bieten hat. Grund genug, um dem Herren mal auf den Zahn zu fühlen und ein paar Fragen durch die Datenleitung zu hacken.

Peter:
Glückwunsch zu einem gelungenen neuen Album! Der Titel “Change” ist Programm. Deutlich songorientierter und nicht voll mit technischem Gitarrenspiel. Warum bist Du bei den Aufnahmen diesen Weg gegangen?

Richie:
Ich habe auf dieser CD einfach versucht ehrlich zu mir zu sein. Es waren die besten Songs, die ich zu diesem Zeitpunkt hatte und reflektierten, was ich gefühlt habe zu dem Zeitpunkt als ich sie schrieb. Ich habe einige Soloalben in den letzten zehn Jahren veröffentlicht und viele von Ihnen waren in einem anderen Stil. Ich denke, “Change” ist die definitive RICHIE KOTZEN-CD

Peter:
Mit 'Fast Money Fast Cars' hast du einen sehr modernen Song neben dem ganzen, klassischen Hardrock-Zeug am Start. War das nur ein Experiment oder ist das Dein Sound der Zukunft?

Richie:
Dieser Song ist schon eher so etwas wie ein Experiment für mich. Ich habe den Chorus schon vor einiger Zeit geschrieben und den Song jetzt fertig gestellt. Es erinnert mich ein bisschen an GEORGE DUKE's "Reach For It"-CD, die ich sehr mag. 'Fast Money Fast Cars' ist etwas funkiger als der Rest der CD.

Peter:
Mit 'Don't Ask' oder auch 'High' hast Du potenzielle Hits auf dem Album. Denkst Du, dass Du mit solchen Songs auch Airplay in den USA oder hier in Europa bekommen kannst?

Richie:
Ja, ich denke schon, dass das möglich ist. Aber es ist sehr schwierig vorherzusagen, was die beim Radio mögen und spielen werden. Normalerweise brauchst Du aber eine Menge Promotion und das entsprechende Geld im Rücken, um in den Staaten etwas zu reißen. Aber es wäre natürlich großartig die Songs im Radio zu hören.

Peter:
Basieren die Lyrics von Songs wie 'Don't Ask' auf persönlichen Erfahrungen? Was inspiriert Dich beim Schreiben von Texten?

Richie:
In der Regel schreibe ich über persönliche Sachen, die ich selbst oder die ich bei anderen Personen erlebt habe. Ich schreibe lieber konventionelle Texte als abstrakte.

Peter:
Du bist nicht nur ein guter Gitarrist, sondern auch ein guter Sänger. Hast Du jemals Gesangsunterricht genommen oder ist das Deine natürliche Stimme?

Richie:

Das ist meine natürliche Stimme. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich von meiner Stimme überzeugt war, aber jetzt bin ich es. Man muss halt nur gewillt sein zu üben und zu üben und auch bereit sein Fehler zu machen. Ich habe gelernt, was ich mit meiner Stimme singen kann und was nicht. Jetzt muss ich darüber nicht mehr nachdenken, ich öffne einfach meinen Mund und singe.

Peter:
Du bist immer noch sehr populär in Japan, aber in Deutschland hast Du keine große Fanbase mehr. Was sind Deiner Meinung nach die Gründe dafür?

Richie:
In Japan war es möglich, dass ich etwas aufbauen konnte. Ich hatte ein großartiges Label, das mich über die Jahre unterstützt hat und ich habe dort auch viel getourt. Das macht einen großen Unterschied aus. Mit dem neuen Album kann ich mich hoffentlich auch in Deutschland wieder in Erinnerung bringen und komme dann bald für ein paar Shows rüber.

Peter:
Was für ein Gefühl ist es für Dich jetzt in kleinen, dreckigen Clubs zu spielen, statt in den großen Arenen, wie Du es mit POISON oder MR. BIG getan hast?

Richie:
Wenn ich in einem Club spiele vor Leuten, die meine Musik hören wollen, dann bin ich glücklich. Ich habe noch nie in großen Arenen mit meiner eigenen Musik gespielt und in so mancherlei Hinsicht bin ich zufriedener meine eigenen Songs in einem Club zu spielen, als die Musik anderer Leute in großen Arenen.

Peter:
Wie denkst Du heute über Deine Zeit bei POISON und MR. BIG? War es einfach eine erfolgreiche, gute Zeit oder bist Du jetzt glücklicher, wo Du Solo unterwegs bist?

Richie:
Ich habe tolle Erinnerungen an beide Bands, aber ich bin sehr zufrieden im Augenblick. Ich bin sehr aufgeregt wegen meiner neuen CD und bin sehr zuversichtlich, dass ich dazu touren kann. Ich denke auch schon darüber nach, was ich auf meinem nächsten Album machen werde.

Peter:
Warum hast Du mit 'Shine' Deinen eigenen MR. BIG-Song gecovert?

Richie:
'Shine' habe ich für MR. BIG geschrieben, aber ich wollte eine eigene Version von dem Song für mich und meine Fans machen. Es war der erste Song, den ich schrieb, der ein Hit in Japan wurde. Er bedeutet mir eine Menge. Und da meine Fans mir schrieben, dass sie meine Version von 'Shine' hören wollten, entschied mich dazu eine neue Version auf "Change" zu packen.

Peter:
Du hast ganz offensichtlich ein Faible für Jazz. Kannst Du Dir vorstellen in einer Jazzband zu spiele oder Dein eigenes Jazz-Album zu veröffentlichen?

Richie:
Ich habe es geliebt bei VERTU zu spielen, die eine Art Jazzband waren. Ich bewundere diese Musiker und liebe es, sie spielen zu sehen. Irgendwann in der Zukunft plane ich meine eigene CD in einem solchen Stil aufzunehmen. Das ist etwas, was mich musikalisch unheimlich inspiriert.

Peter:
Wirst Du in Europa, speziell in Deutschland, touren? Und wenn ja, als Headliner oder Support?

Richie:
Ich arbeite an einem Tourplan, der mich im März 2004 nach Deutschland bringen soll. Wenn alles klappt, spiele ich als Headliner in ein paar Clubs. Ich werde viele Songs vom neuen Album spielen und natürlich auch Songs von alten Alben.

Peter:
Okay, das war es auch schon. Wenn Du den Fans noch etwas mitteilen möchtest, hast Du jetzt Gelegenheit dazu.

Richie:
Vielen Dank für euren Support und hört euch mein neues Album "Change" an.

Redakteur:
Peter Kubaschk

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