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KILLJOY (PL): Interview mit Wojtek Bujoczek, Robert Dlucik

11.10.2006 | 23:49

Bei den polnischen Thrash-Metal-Newcomern von KILLJOY steht der Gemeinschaftssinn im Vordergrund. So antworteten Sänger Wojtek Bujoczek und Manager Robert Dlucik, die beide auch für die lyrischen Ergüsse des Erstlings "Enemigo" verantwortlich sind, nach gemeinsamer Absprache auf die Fragen, die ihnen POWERMETAL.de-Schreiberling Christian Falk u.a. über das Album, METALLICA und die polnische Musikszene stellte.

Christian:
Hallo Jungs! Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu eurem ersten Album, das den Namen "Enemigo" trägt. Auch wenn es ein Debüt darstellt, hört es sich nicht wie ein gewöhnliches Debüt an. Könnt ihr euch vorstellen, warum sich KILLJOY so erfahren anhören?

Killjoy:
Danke. Nun ja, wir machen schon seit über zehn Jahren Musik, somit kann man uns als erfahrene Musiker bezeichnen :-). Vor "Enemigo" hat die Band den SP "...A Drug Called Reality" und die EP "Back To The Past" veröffentlicht, somit war dies für uns nicht das erste Mal, dass wir mit professioneller Studioarbeit in Berührung kamen. Andererseits wurde der Sound durch den Produzenten Tomek "ZED" Zelewski, dem Mann mit dem "perfekten Gehör", bereichert. "Enemigo" wurde in vier Monaten aufgenommen, also hatten wir genügend Zeit uns über den Klang und alle Feinheiten Gedanken zu machen.

Christian:
In einigen Teilen des Albums kann man den Gesang von dir, Wojciech (Bujoczek), mit dem typischen Gesang des berühmten James Hetfields vergleichen. Würdest du das als Kompliment ansehen?

Killjoy:
Definitiv. Wir sind alle große METALLICA-Fans, aber Ähnlichkeiten sind nicht beabsichtigt :-). "Enemigo" beinhaltet eine Vielzahl von Metal-Genres und Einflüssen. Heutzutage ist es schwer Einflüsse zu vermeiden, aber sicherlich sind sie nicht absichtlich eingesetzt.

Christian:
"Enemigo" beschäftigt sich mit klassischem Thrash Metal, der seinen Ursprung in den Achtzigern, in der so genannten Bay Area hatte. Was braucht euerer Meinung nach ein guter Thrash-Metal-Song?

Killjoy:
Thrashige Riffs, einen harten Sound und gute Melodien.

Christian:
Wir sprachen über klassischen Thrash Metal, jedoch gibt es auf "Enemigo" auch beeindruckende, kraftvolle "Balladen" wie 'Change Me' oder 'Mystify My Soul' zu bestaunen. Deshalb frage ich euch, ob ihr Alben hasst, die nur einen Stil verarbeitet, der sich immer wieder selbst wiederholt?

Killjoy:
Es ist nicht so, dass wir sie hassen würden… Aber unsere Musik bietet eine Art Stilmischung an. Auf "Enemigo" fokussierten sich ziemlich viele der Sachen, die wir anhören. In unseren Plattensammlungen kann man alle möglichen Sachen von Klassik, orchestralen Soundtracks bis hin zu Death-Metal-Werken finden.

Christian:
Euer wunderschönes Cover zeigt auf der linken Seite eine traurige und auf der rechten Seite eine fröhliche Maske. Hat dies etwas mit dem Album zu tun? Ich würde sie als die zwei Seiten des Lebens (Glück und Traurigkeit) interpretieren.

Killjoy:
Du bist schon nahe dran, aber es geht nicht alleine darum. Es zeigt uns die beiden Seiten der extremen Dinge. Dinge, die in vollkommenem Kontrast zueinander stehen, die Gegensätze. Die Masken (aus den antiken Theatern übernommen) stehen symbolisch für die erwähnten Sachen. Als mir die Idee für dieses Cover kam, dachte ich an das chinesische Yin & Yang-Zeichen (was gleichbedeutend mit dem ist, was die beiden Masken repräsentieren), aber sie vermitteln den Effekt besser, den ich beabsichtigte zu erreichen. Es ist sehr eng mit den Texten des Albums verknüpft, die eine Art Konzeptwerk darstellen, was wiederum durch das Cover und den Titel, der sich aus den beiden Wörtern "Enemy" und "Amigo" zusammensetzt, eingeleitet werden sollte.

Christian:
In der Vergangenheit habt ihr oftmals den Stil gewechselt, zum Beispiel vom Thrash Metal zum Hard Rock und wieder zurück zum guten, alten Thrash Metal. Warum habt ihr euch letztlich für ihn entschieden?

Killjoy:
Wir spielen einfach das, was wir wollen, was in unserem Gefühl liegt. Es mag sich vielleicht wie ein Klischee anhören, aber in unserem Fall ist es die Wahrheit. Wir verspürten die Notwendigkeit zu unseren Wurzeln zurückzukehren und in Zukunft wollen wir uns weiter auf den Thrash zubewegen, aber wir werden die Melodien nicht aufgeben, die unser Markenzeichen sind.

Christian:
Am Anfang eurer Bandgeschichte nanntet ihr euch MYSTIC SIDE. Warum habt ihr vier Jahre später den Namen in KILLJOY geändert?

Killjoy:
Weil's einfach kürzer ist und sich besser anhört. Und natürlich ist er besser zu merken.

Christian:
Da einer eurer Haupteinflüsse zweifellos METALLICA sind, was hältst du von ihrer Entwicklung von der Thrash-Metal- zur Rockband ("Load" und "Re-Load") und ihrem umstrittenen letzten Album "St.Anger"?

Killjoy:
Nun ja, schwer zu sagen. Es wäre wohl möglich ein ganzes Buch darüber zu schreiben. Um aber eine lange Geschichte abzukürzen: Wir denken, dass sie ehrliche Kunst machen; ihre Alben sind gradlinig und spiegeln die momentanen Emotionen wider. Wir freuen uns immer noch auf ihr neuen Alben.

Christian:
Was kannst du über die polnische Musikszene sagen? Um ehrlich zu sein, ich kenne nur die Death-Metal-Veteranen von VADER, die Dark-Progressive-Rock-Band RIVERSIDE und seit eben KILLJOY. Gibt es da noch mehr?

Killjoy:
Es gibt eine Menge Metal-Bands in Polen zum Beispiel BEHEMOTH, DECAPITATED, DARZAMAT, die um die ganze Welt touren. Die polnische Metalbühne ist stark, solange wir über ihre künstlerische Kraft sprechen. Die Situation in den Medien ist jedoch definitiv schlecht. Wir wollen gerne darauf aufmerksam machen, dass es bei Shark Records außer KILLJOY im Moment zwei Thrash-Metal-Bands aus Polen gibt: HORROSCOPE und THE NO-MADS.

Christian:
Nun, nachdem ihr euer Album "Enemigo" veröffentlicht habt, was kommt als nächstes? Seid ihr schon in der Lage etwas über Tourneen oder einige Festival-Auftritte zu sagen? Und was können wir von einem Live-Auftritt von KILLJOY erwarten?

Killjoy:
Tourneen in Deutschland und dem restlichen Europa hängen davon ab, wie "Enemigo" ankommt. Es ist noch zu früh, um sichere Termine und Festivals zu nennen, aber wir arbeiten daran. Es wäre großartig in Deutschland zu spielen, wo es viele Heavy-Metal- und Thrash-Metal-Fans gibt. Wir bereiten auch neues Zeug vor, einige Stücke sind fast fertig.
KILLJOY live - ein Auftritt bietet 1,5 Stunden an "ass kickin'", Hochspannungs-Heavy/Thrash Metal.

Christian:
Die klassische Frage: Welche drei Metal-Alben sind eure all-time Favoriten und warum?

Killjoy:
Jeder von uns mag unterschiedliche Genres, hat seinen eigenen Musikgeschmack. Ein Album, das uns allen liegt: "Master Of Puppets". Der Rest hängt von unserer Stimmung ab. Es kann zum Beispiel etwas von PANTERA, MACHINE HEAD, DEATH oder etwas klassisch Hartes sein wie BLACK SABBATH und IRON MAIDEN.

Christian:
Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, meine Fragen zu beantworten. Die berühmten letzen Worte gehören euch!

Killjoy:
Sucht nach "Enemigo", aber zerstört es nicht. ;-)
Hoffe, dass wir uns bald in Deutschland treffen.

Redakteur:
Christian Falk

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