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KAMELOT: Interview mit Thomas Youngblood

01.01.1970 | 01:00

Die neue CD "The Fourth Legacy" erhielt wieder einmal fantastische Kritiken. Mit dieser CD im Huckepack machte sich Kamelot als Co-Headliner von Crimson Glory auf, Europa ein zweites mal zu besuchen. In der Stuttgarter Rockfabrik traf ich Thomas Youngblood, den Bandleader.

Georg:
Zuerst einmal Gratulation zu The Fourth Legacy, es ist ein großartiges Album, welches auch tolle Kritiken erhalten hat. Wie denkst du über das Album?

Thomas:
Wir sind sehr glücklich. Wir haben sehr hart bei dem Songwriting und den Aufnahmen gearbeitet. Wir haben ein neues Lineup, angefangen vom Songwriting bis hin zum Produktionsteam. Es war fast wie ein Debut. Und es ist wohl eine der besten Veröffentlichungen des Jahres.

Georg:
Ist das Songwriting für euch problematisch, da ja Roy in Norwegen lebt?

Thomas:
Nein, nicht wirklich. Wir besuchen uns 2 - 3 mal im Jahr für je 2 Wochen und in dieser Zeit arbeiten wir sehr konzentriert an neuen Songs. Es ist toll und es ist anders als bei vielen anderen Bands, aber es tut dem Songwriting gut. Jeder von uns gewinnt ja auch bei jedem Besuch neue Eindrücke von dem Land, in dem der andere lebt.

Georg:
Bist du zufrieden mit dem Erfolg von The Fourth Legacy?

Thomas:
Oh, ja. Ich bin sehr zufrieden. Die Fans sind großartig. Wir haben jetzt so sieben Shows gespielt und die Resonanz ist überwältigend. Wir wollen nächstes Jahr als Headliner auf Tour gehen. Der Erfolg des neuen Albums schlägt den der vorhergenden um Längen.

Georg:
Eure ersten beiden Alben wurden ja des öfteren mit Crimson Glory verglichen. Wie findest du es gerade mit dieser Band auf Tour zu gehen?

Thomas:
Es ist wohl Ironie des Schicksals. Ich denke eh, daß wir nur was die Vocals anbetraf mit Crimson Glory vergleichbar waren. Inzwischen haben sie und wir einen neuen Sänger. Und jede Band hat ihren eigenen Sound. Es ist natürlich toll für eine Legende wie Crimson Glory die Show zu eröffnen.

Georg:
Wie bist du mit dem Lineup der Tour zufrieden?

Thomas:
Ich denke es ist ein tolles Package. Evergrey ist eine der Newcomer Bands, sie spielen tolle Musik und erhalten auch tolle Kritiken. Sie haben ein großartiges Album veröffentlicht. Für Crimson Glory ist es ein Comeback. Sie waren ja seit über 10 Jahren nicht mehr auf Tour.

Georg:
Welche Unterschiede siehst du zwischen dieser und eurer letzten Tour?

Thomas:
Nun die letzte Tour haben wir geheadlined, während wir auf dieser Tour im Vorprogramm spielen. Der größte Unterschied ist, daß wir nicht so lange spielen können wie wir gerne würden. Aber die Fans sind toll, sie geben uns das Gefühl eine große Band zu sein.

Georg:
Gestern haben Stratovarius und Rhapsody in Stuttgart gespielt. Denkst du, daß es heue für euch schwer werden kann?

Thomas:
Das ist möglich. Jeder will Rhapsody sehen. Und Stratovarius ist inzwischen eine der größten Bands in dem Geschäft. Letztendlich müßen die Fans entscheiden zu welcher Band sie lieber gehen wollen.

Georg:
Kurz vor eurem letzten Album verliesen Richard Warner und Mark Vanderbilt die Band, wie kam es dazu?

Thomas:
Wir wollten einfach einmal auf Tour gehen. Die beiden hatten einfach keinen Bock zu touren. So mußten wir entscheiden, ob wir lieber eine Liveband oder eine Studioband sein wollten. So kam es zu der Entscheidung sie gehen zu lassen. Es ist für uns einfach wichtig mit den Fans auf Tour in Kontakt zu treten.

Georg:
Ist die Stiländerung vom Progressive zum Melodic Metal durch den Einfluss von Roy Khan gekommen?

Thomas:
Ich denke, daß der Einfluss von Roy einen großen Anteil an den Veränderungen im Songwriting hat. Ich höre eine Menge Musik, die kein Metal ist. Ich höre z.B. gerne New Age, diese Musik hat schöne Melodien. Ich denke, daß wir viele fremde Einflüsse in dem neuen Album verarbeitet haben und das ist auch der Grund für den neuen Sound.

Georg:
Wie denkst du über das Internet.

Thomas:
Wir lieben das Internet. Wir waren eine der ersten Bands bei Noise die eine eigene Website hatten. Inzwischen haben wir sie noch mit der Flash Technology aufgepeppt. Es ist für uns der beste Weg mit den Fans in Kontakt zu treten. Das Internet ist für unseren Erfolg sehr wichtig.

Georg:
Noise Records ist ja sehr engagiert im Internet.

Thomas:
Das ist absolut wichtig. Das Internet zu ignorieren wäre der größte Fehler. Es ist das Medium um an die Spitze zu gelangen.

Georg:
Wie denkst du über Drogen?

Thomas:
Es gibt Musiker, die wollen dadurch andere Einflüsse für ihre Musik bekommen. Sie glauben sie könnten das händeln, aber dem ist nicht so, es wird sie kaputt machen. Es ist besser keine Drogen zu nehmen.

Georg:
Wie gefällt dir Deutschland?

Thomas:
Bei den Aufnahmen zu The Fourth Legacy waren wir ja 2 Monate in Wolfsburg. In zwei Monaten kann man doch einiges über die Lebensart und die Kultur eines Landes lernen. Ich bin auch durch ganz Deutschland gereist. Von Berlin bis München habe ich mir alles angesehen.

Georg:
Warum habt ihr euren Produzenten gewechselt?

Thomas:
Wir wollten einfach mal einen anderen Einfluss bekommen. Wir waren auch nicht ganz zufrieden mit unserem alten Produzenten. Mit Sascha sind wir sehr zufrieden. Es herrscht eine freundschaftliche Atmosphäre. Auf der Tour haben wir auch 2 Shows aufgenommen. Im Herbst wird es ein Live Album geben. Im November starten dann die Aufnahmen für unser fünftes Album.

Georg:
Wie bekommst du die Inspiration für die Texte?

Thomas:
Roy schreibt die meisten Lyrics, aber an einigen haben wir auch zusammen gearbeitet. Wir haben einen Mix aus Fantasy, Spiritualität und Religion. Wir wollen nicht nur über die Vergangenheit schreiben, sondern auch über das, was heute bewegt. Sie sollen auch im Jahr 2000 eine Bedeutung haben.

Georg:
Warum habt ihr euch den Namen einer mittelalterlichen Stadt gegeben?

Thomas:
Wir haben die Band 1991 gegründet und wir wollten einfach einen etwas anderen Namen haben . Wenn jemand die Band nicht kennt, so kennt er doch die Legenden über Kamelot. Wir haben außerdem auch versucht mittelalterliche Einflüsse in der Musik zu verarbeiten.

Georg:
Wie kommt man in einer Zeit, in der es einen Grunge Boom gab, eine Metalband zu gründen. Noch dazu spielt ihr ja eher europäischen Powermetal und nicht US-Metal.

Thomas:
Nun, als wir aufwuchsen hörten wir Bands wie Iron Maiden, Judas Priest, Michel Schenker und Yngwie Malmsteen. Diese Musik hat einfach einen starken Einfluss auf uns gehabt. Metal war einfach unsere Musik, ich würde nie Grunge machen wollen.

Georg:
Möchtest du sonst noch etwas sagen?

Thomas:
Ja, vielen vielen Dank an alle Kamelot Fans für ihre Unterstützung. Und die, die uns noch nicht kennen: "hört unsere neue CD an und kommt um uns auf Tour zu sehen!".

Georg:
Vielen Dank für das Interview.

Redakteur:
Georg Weihrauch

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