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KAMELOT: Interview mit Roy Khan

01.01.1970 | 01:00

Georg:
Hallo Roy, in Deutschland erleben wir gerade die Wiedergeburt des Powermetals. Wie sieht die Situation in den Staaten aus?

Roy:
Also, ich habe gehört, daß Columbia Records extra eine neue Sektion für 80er Metal eröffnet haben. Das hört sich doch vielversprechend an. Die Situation ist mit der in Europa nicht vergleichbar. Aber es ist zumindest eine Tendenz zu erkennen.

Georg:
1998 seid ihr durch Deutschland getourt, welche Eindrücke hast du mitgenommen.

Roy:
Die Leute wollen wieder die Bands auf Tour sehen, Ich habe das Gefühl daß sie genug von der Top 40 Musik haben. Es war eine schöne kleine Tour, die Fans waren sehr enthusiastisch und wir bekamen ein fantastisches Feedback bei den Shows. Leider war wohl für einige Gig zu wenig Werbung gemacht worden. Ich denke mit dem neuen Album wird die nächste Tour noch viel besser laufen.

Georg:
Du bist ja noch nicht solange bei Kamelot, wie ist deine Situation in der Band

Roy:
Thomas und ich schreiben die Songs gemeinsam, wir arrangieren sie gemeinsam. Wir können sehr gut miteinander im kreativen Bereich arbeiten.

Georg:
Bei dem Vorgängeralbum hast du zwar gesungen, aber die Songs waren vorher schon fertig, oder?

Roy:
Ja, als ich bei Kamelot einstieg war die CD bis auf den Gesang schon eingespielt. Es war halt nicht ganz so komfortabel, da die Songs nicht für meine Stimme geschrieben waren, die Situation ist nicht vergleichbar. Mit dem neuen Album "The Fourth Legacy" hatten wir auch viel mehr Möglichkeiten.

Georg:
Wieso habt ihr für die Streicher, Flöten und Oboen richtige Musiker verwendet?

Roy:
Warum auch nicht, es ist nicht so einfach diesen Sound im Keyboard herzustellen und Sascha, unser Produzent hatte Kontakt zu einigen fantastischen Musiker und so haben wir diese gefragt ob sie mitmachen wollten. Immer wenn wir das Gefühl hatten, daß ein Song es brauchen könnte, haben wir dann solche Parts auch eingebaut

Georg:
Wie war die Zusammenarbeit mit Sascha Paeth (Rhapsody, Angra)?

Roy:
Großartig, es war wirklich großartig. Wir wollten Sascha ja als Produzenten, nachdem er mit Rhapsody und Angra so großen Erfolg hatte. Und er ist wirklich sehr symphatisch und hat ein Auge für das Detail. Er hat alles was ein erfolgreicher Produzent haben muß.

Georg:
Bist du gerne im Studio?

Roy:
Ich bin lieber auf Tour. Aber mit Sascha hat es wirklich viel Spass gemacht. Wir haben die Aufnahmen in dem kleinen Dorf gemacht, in dem Sascha lebt und da gab es nicht viel außer Musik zu machen und zu Arbeiten.

Georg:
Die Songs auf "The Fourth Legacy" sind sehr abwechslungsreich...

Roy:
Ja, das ist unsere Art, Thomas und ich mögen sehr verschiedene Musikstile und das versuchen wir dann unter einen Hut zu bringen.

Georg:
Wie entstand der Song "Nights of Arabia"?

Roy:
Der Song basiert auf den Märchen aus "Tausend und einer Nacht". Eigentlich war ja die Musik zuerst fertig und dann kamen wir auf die Idee das daraus zu machen.

Georg:
Habt ihr eine Tour geplant?

Roy:
Das ist noch alles inoffiziell, aber möglicherweise kommen wir im April nach Deutschland.

Georg:
Woran glaubst du?

Roy:
Ich glaube vorallem an mich selbst, aber ich glaube schon, daß es da draussen noch jemanden oder etwas gibt, aber ich weiss nicht genau was es ist

Georg:
Wie stehst du zum Black Metal?

Roy:
Ich kenne mich nicht so sehr im Black Metal Bereich aus, da gibt es wohl einige tolle Musiker. Aber es ist wirklich nicht meine Musik, wobei ich immer offen für neues bin.

Georg:
Kannst du mir deine Lieblingsbands nennen.

Roy:
Ich habe keine Idole, aber wenn du wissen willst welche Bands mich inspiriert haben, dann vor allem Queensryche, durch die ich in die Szene kam, ihr Album "Rage for Order" war einfach genial. Und als ich einige Jahre später feststellte daß ich auch so hoch und klar singen kann, machte mich das schon glücklich

Georg:
Welche Bedeutung hat Heavy Metal für dich?

Roy:
Inzwischen bedeutet Metal für mich nicht mehr als andere Stile. Ich versuche immer wieder Elemente aus anderen Stilrichtungen herauszufiltern und in meine Musik einzubauen. Ich mag da eigentlich viele Stile, Rock, Pop, Psychadelic, Jazz, Klassik...

Georg:
Wie denkst du über das Internet?

Roy:
Ich finde es ist eine der Waffen von Kamelot, wir haben eine gute Homepage, die demnächst auch mit der Flash Technologie arbeitet. Und wir haben durch das Internet die Möglichkeit ein viel größeres Publikum zu erreichen als ohne.

Georg:
Vielen Dank.

Redakteur:
Georg Weihrauch

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