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JACOBS DREAM: Interview mit Billy Queen

01.01.1970 | 01:00

Mit "Theater Of War" haben die US-Powermetaller JACOBS DREAM einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zum Erfolg geschaffen. Als sich die Möglichkeit bot mit dem neuen Drummer Billy Queen ein Interview zu führen, wollte ich mir diese unter gar keinen Umständen entgehen lassen.

Georg:
Wie viel Arbeit und Zeit habt ihr in "Theater Of War" gesteckt?

Billy:
Wir haben Ende November begonnen die CD aufzunehmen. Wir haben dann 4 Wochen daran gearbeitet und über Weihnachten frei gemacht. Dann haben wir am 2. Januar weitergearbeitet. Insgesamt werden es um die 12 Wochen gewesen sein, die wir benötigt haben.

Georg:
Hattet ihr die Songs schon fertig?

Billy:
Der Song "Theater Of War" war fertig, den hatten wir schon vor einigen Monaten in einer Show gespielt. "Sanctuary" und "Traces Of Grace" hatten wir so gut wie fertig. Der Rest der Songs bestand nur aus Grundideen, diese haben wir erst im Studio ausgearbeitet. Wir haben also im Studio noch viel Arbeit mit dem Songwriting gehabt.

Georg:
Bist du mit dem Ergebnis zufrieden?

Billy:
Ja, wir sind sehr glücklich mit der CD. Du bist natürlich nie 100%ig glücklich, es gibt immer Dinge die man hinterher gerne ändern würde. Aber ich denke es ist eine wirklich gute CD geworden.

Georg:
Ihr habt diesmal das Album selbst produziert. Wie kam das?

Billy:
Nun, das hatte verschiedene Gründe. Zum einen haben wir keinen Produzenten gefunden, der zu uns gepasst hätte. Und uns lief die Zeit davon, so beschlossen wir, die CD selbst zu produzieren. Joe Viers (der Engineer) von John Schwab Studios war uns dabei eine sehr große Hilfe. Wir baten in die Produktion zu übernehmen, aber da war es schon zu spät, da ein Großteil der Songs fertig war.

Georg:
Das heißt. Auf der nächsten CD wird es wieder einen Produzenten geben.

Billy:
Wir werden zumindest sehen ob wir einen passenden finden. Es gibt viele gute Gründe einen Produzenten einzubinden. Du brauchst einfach ab und zu eine objektive Meinung zu deinen Stücken. Manchmal brauchst du jemanden, der sich mit dir hinsetzt und die Sachen durchspricht. Auf der anderen Seite ist es auch sein, daß ein Produzent was komplett anderes machen will als du. Wir brauchen einfach einen Produzenten, der die selbe Vision hat wie wir. Wir überlegen derzeit ob Joe Viers nächstes Mal die Produktion übernehmen soll.

Hast du die CD?

Georg:
Ja.

Billy:
Und wie findest du sie?

Georg:
Sie ist genau mein Ding. Ich finde sie kompakter und geschlossener als auf "Jacobs Dream". Das Niveau der Songs ist einfach höher.

Billy:
Oh, vielen Dank, danke, ich freue mich, daß sie dir gefällt.

Georg:
Du bist neu in der Band..

Billy:
Ja, aber ich bin nicht wirklich neu. Ich wurde nachdem die erste CD aufgenommen wurde angeheuert. Ich war also auf der Tour und den Festivals dabei, aber ich habe halt nicht auf der ersten CD getrommelt.

Georg:
Worin siehst du die Unterschiede zwischen den beiden CDs?

Billy:
Du sagtest die CD sei kompakter. Ich stimme dir hier vollkommen zu. Wir haben die Spielereien etwas zurückgefahren, ich denke die erste CD war überproduziert. Der Produzent unseres Debut Albums war ein netter Mensch, ein guter Engineer und ein guter Drummer, aber war kein Metaller. Joe Viers passt dagegen besser zu uns, sie geben uns eher das, wonach wir suchen. Ich denke die Produktion ist der größte Unterschied zwischen den beiden Alben. Das nächste ist natürlich, daß ich jetzt Drums spiele. Und ich spiele einfach etwas aggressiver, etwas metalmäßiger Drums als Rick May das tat. Dann haben wir noch die Positionen an den Gitarren etwas getauscht. Nun haben wir 2 Gitarren statt dreien und das ist auch besser für uns. Es ist auch einfacher mit 2 Gitarren auf der Bühne zu stehen.

Georg:
Ihr erinnert mich etwas an SACRED WARRIOR..

Billy:
Oh, die hab ich schon ewig nichtmehr gehört, ich muß da erstmal wieder reinhören. Aber das werde ich bald auch machen. Wir machen einfach die Sachen die uns gefallen. Wenn das an andere Bands erinnert ist das weniger beabsichtigt, sondern eher einfach ein ähnlicher Geschmack. Wobei ich SACRED WARRIOR früher sehr gerne gehört habe.

Georg:
Was wollt ihr eigentlich mit dem Coverartwork ausdrücken?

Billy:
Der Titel "Theater Of War" stellt Konflikte dar. Nun, auf dem Cover sieht man einen Krieger mit Helm und Schild, der in seinen Armen eine tote Frau hält, die jemand geliebt hat. Dies ist das Ergebnis eines Konflikts, eines Krieges. Und das die Ironie an der Geschichte ist, daß er ein Krieger ist, daß er das Leben eines Kriegers gewählt hat. Und in seinem Kriegerleben, hat er schon viele Menschen getötet, die jemand geliebt hat. Und als er nach Hause kommt hält er das Ergebnis seines Kriegerlebens in den Armen.

Georg:
Machen wir mal einen Schwenk ins letzte Jahr, ihr habt ja eure erste Tour und auf Festivals gespielt. Wie sind deine Eindrücke, gerade von den großen Festivals.

Billy:
Oh, es war unglaublich, es war fantastisch, ich bin richtig süchtig geworden. Ich würde es gerne sofort wiederholen. Wir haben Europa lieben gelernt, wir lieben die Fans, die Kultur.. es war toll dort. Bang Your Head ist für uns nicht so gut gelaufen, aber das Wacken Open Air und die Tour waren klasse.

Georg:
Nun, ich habe gehört, daß die Fans in Wacken nicht so abgegangen seien wie auf dem Bang Your Head.

Billy:
Wir waren vorher noch nie in Europa und egal wo wir gespielt haben wurden wir freundlich empfangen. Es war toll, die Fans haben uns überall gezeigt, daß wir willkommen sind. Die Menschen in Europa lieben den Heavy Metal. Und wir lieben es. Ich habe so viele tolle Erinnerungen an Europa und am liebsten würde ich sofort wieder in Europa spielen.

Georg:
Nun, an sich ist das schon erstaunlich, da ihr ja auch christliche Inhalte in euren Songs habt, die ja in der Metal Szene an sich nicht so beliebt sind.

Billy:
Nun, ich bin glücklich daß uns Gott auf diesen Weg gezeigt hat. Wir sind nette Jungs, wir sind keine Prediger. Wir sind normal, wir sind nicht anders als andere. Die Menschen können mit uns über Metal, Autos oder sonstwas reden, sie können natürlich auch mit uns über den Glauben reden, wenn sie es wollen, aber wir akzeptieren sie wie sie sind und wollen niemanden unseren Glauben aufzwingen.

Georg:
Das unterscheidet euch von früheren White Metal Veteranen die ewig von der Bühne predigten.

Billy:
Ja, wir glauben wir sollten mit unserem Leben und unserer Musik ein Beispiel geben. Wenn die Leute zu uns kommen sollen sie die Musik geniesen und nicht zugetextet werden. Wenn sie aber auf der Suche sind und uns etwas fragen, dann werden wir natürlich für sie da sein. Wir sind keine Christliche Band wie BRIDE, SACRED WARRIOR oder BLOODGOOD, wir sind eine Metal Band in der Christen an den Instrumenten stehen. Aber wir schämen uns nicht über unseren Glauben zu reden.

Georg:
Um nochmal auf euren Europatripp zurückzukommen. Ich habe euch leider nur auf dem Bang Your Head erlebt. Aber ihr standet nur rum, es gab keine Bewegung auf der Bühne, keine Ansagen..

Billy:
Ich stimme dir zu, hast du uns auch auf der Tour gesehen?

Georg:
Nein, leider nicht. Nur auf dem Bang Your Head.

Billy:
Auf dem Bang Your Head hatten wir ein großes Problem mit dem Sound. DESTINY´S END, die vor uns spielten baten die Soundleute, die Drums vom Drummonitor herunterzunehmen, nun aufgrund der Sprachbarriere wurden die Drums von allen Monitoren entfernt. Und als wir auf die Bühne kamen hatten wir keinen Drumsound. Und niemand konnte mich spielen hören auf der Bühne. Wir haben uns also die Ganze Zeit angesehen um im Takt zu bleiben. Es war einfach schrecklich für uns. Der Monitormix war einfach nix für uns und so mußten wir so sehr aufeinander achten, daß wir keine Show machen konnten. In Wacken, denke ich, haben wir eine bessere Show abgeliefert. Das Bang Your Head war keine gute Show, aber wir sind nun besser.

Georg:
Gut, dann freue ich mich auf euren nächsten Europaauftritt und hoffe ihr wuselt wie wild über die Bühne.

Billy:
Oh ja, das wird so kommen, wir haben nun eine sehr energiegeladene Live Show.

Georg:
Habt ihr schon Tourpläne?

Billy:
Derzeit leider noch nicht. Die Plattenfirma wird wohl erstmal die Verkäufe abwarten. Wir hoffen und beten, daß wir wieder nach Europa kommen dürfen. Aber wir bitten jeden Fan, der JACOBS DREAM auf Europatour sehen möchte eine E-Mail an Metalblade zu schreiben und sie zu bitten uns auf Tour zu holen. Oh je, Andreas (Mitarbeiter von Metalblade Deutschland - der Verf.) wird mich erwürgen, wenn er das liest (lacht).

Georg:
Nachdem ja bei Metalblade mit TOURNIQUET noch eine weiter christliche Band unter Vertrag ist, würde sich ja eine gemeinsame Tour anbieten:

Billy:
Das wär natürlich möglich. Ich kenne sie leider noch nicht persönlich, aber es sollen sehr nette Jungs sein. Ich mag die ersten drei Alben von ihnen. Aber letztendlich ist es die Entscheidung von Metalblade und mit wem sie uns auf Tour schicken wollen ist uns egal, Hauptsache wir dürfen wieder in Europa ein paar Shows spielen.

Georg:
Wenn die Auswahl hättest und 3 Bands aussuchen könntest, mit wem würdest du auf Tour gehen?

Billy:
Nun die erste Band die ich hier erwähnen möchte ist BRAINSTORM. Wir haben uns mit ihnen auf der Tour sehr gut angefreundet. Sie sind tolle Kerle und großartige Musiker. Das wäre die erste Band die ich aussuchen würde. Und die nächste Band wäre.. Nun du hast mich grad heiß auf TOURNIQUET gemacht (wir hatten gerade noch über die älteren und neueren Alben von TOURNIQUET geredet - der Verf.).

Georg:
Nun, einer meiner Redakteure hat sie neulich Live gesehen und gemeint, daß sie Live absolute Killer seien.

Billy:
Ich wette das sind sie. Ihre Musik ist großartig. Nun dann würde ich noch HADES, EIDOLON, LABYRINTH, CHINCHILLA...

Georg:
... die sind irgendwie alle bei Metalblade...

Billy:
Ja das sind sie. Ich würde auch gern mit GALACTIC COWBOYS, KINGS X und so weiter zusammenspielen, das sind so viele Bands die ich toll finde, auch wenn sie komplett was anderes machen. Wenn ich die Auswahl hätte, würde ich wohl Bands nehmen, die wir auch persönlich kennen.

Georg:
Vielen Dank für das nette Gespräch. Ich hoffe wir sehen uns bald wieder in Deutschland.

Billy:
Das hoffe ich auch. Ich hoffe und bete, daß es möglich sein wird.

Redakteur:
Georg Weihrauch

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