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HAIL OF BULLETS: Interview mit Ed Warby

24.10.2010 | 13:41

Eines der besten Death-Metal-Alben des Jahres hört auf den Namen "On Divine Winds" und kommt aus dem Hause HAIL OF BULLETS. Natürlich mussten die Niederländer in Form von Schlagwerker & Songwriter Ed Warby Rede und Antwort stehen.

Das Feedback bisher dürfte Anlass zur Zufriedenheit geben. "Oh ja, wir sind mehr als zufrieden damit.", stimmt Ed zu. "Es ist sogar noch besser als bei "...Of Frost And War". Und das ist es ja, worauf man als Musiker hofft, wenn man sich den Hintern aufgerissen hat für das neue Werk. Ich hatte ein bisschen befürchtet, dass man uns dafür kritisieren würde, dass wir uns nicht genug entwickeln oder wir zu melodisch sind, aber wirklich jeder scheint mit der Platte klarzukommen. Da bin ich wirklich dankbar für." erzählt der sympathische Holländer. Dass die Basis der Band sich wohl nie ändern wird, dürfte auch klar sein. "Wir spielen nun mal klassischen Old-School-Death-Metal, im allerbesten Sinne dieses Begriffs. Wir schreiben und spielen genau den Death Metal, den wir hören möchten und der ist nun mal catchy, groovig, brutal und doomig. Wir sind nicht darauf aus, irgendwelche Geschwindigkeitsrekorde zu brechen oder uns bei den Riffs die Finger zu verknoten. Es geht nur darum, gute Songs und Arrangements zu schreiben und diese dann in ein massives Soundgewand zu packen." Ein Ziel, das mühelos erreicht wird.

Und da Ed die meisten Songs und Arrangements schreibt, gibt es auch kaum Überschneidungen mit ASPHYX, der Band von Martin van Drunen (vox) und Paul Baayens (gt.). "Ja, das ist wirklich kein großes Problem. Paul und ich sind auch diesmal eine Reihe Riffs, die er hatte, durchgegangen und haben dann die rausgesucht, die am meisten nach HAIL OF BULLETS klangen. Ich höre schon manchmal, dass wir nach ASPHYX klingen, aber abgesehen von Martins Vocals kann ich das eigentlich nicht bestätigen. Und auch bei den Lyrics hat Martin eine ganz konkrete Vorstellung davon, welche Texte er für welche Band benutzt. Und Stephan (Gebedi, gt. - PK) schreibt ja auch Sachen für THANATOS, aber wenn er mit Ideen für uns kommt, klingt das komplett anders. Wir wissen also alle schon ganz instinktiv, welche Ideen für welche Bands geeignet sind."

Wie oben schon angesprochen, wird auch die massive Produktion auf "On Divine Winds" erreicht. "Ja, an der Produktion haben wir wirklich hart gearbeitet.", entgegnet Ed. "Wir hatten schon den Eindruck, dass "...Of Frost And War" ein bisschen schmutzig klang. Diesmal wollten wir gerade die Gitarren charkteristischer hinbekommen, dabei aber auch klarer und schlagkräftiger sein. Gleichzeitig ist es aber auch sehr schwierig mit solch massiven Gitarrenwänden, einen kräftigen Drumsound beizubehalten, aber ich denke, dass wir das ganz gut hinbekommen haben. Jedes Instrument hat genügend Raum und zusammen klingt es einfach tödlich." Dem kann man nicht widersprechen.

Die Texte drehen sich einmal mehr um den zweiten Weltkrieg und thematisieren diesmal den Aufstieg und Fall der Japaner in dieser Zeit. "Wir brauchten einfach ein Thema, das sowohl brutal als auch interessant ist. Und so kam Martin nach ein bisschen Recherche mit dieser Idee an. Ich war zuerst nicht wirklich überzeugt, da ich nicht viel über die Kämpfe im Pazifik wusste und es den Hörern wahrscheinlich in der Mehrzahl auch so geht, aber dank Martins lebendigen und detaillierten Texten passte dieses Konzept einfach perfekt, zumal die Brutalität dieser Texte auch absolut zu unserer Musik passt. Als Martin damals die ersten Demos hörte, sagte er bloss: "Das klingt nach Krieg." und schon war die grundlegende Textausrichtung geboren." erläutert das Drumtier.

Diese lyrische Ausrichtung wird auch von den Partylöwen von SABATON genutzt. Etwas, was Ed nicht nachvollziehen kann. "Sorry, aber ich finde das absolut lächerlich. Ihr Album ist ja nur etwas früher als unseres erschienen und so haben wir jetzt häufiger Fragen dazu bekommen und ich finde diese Mischung aus diesen brutalen Texten und diesem fröhlichen Power Metal einfach falsch. Ich habe absolut nichts gegen guten Power Metal, überhaupt nicht, aber diese Kombination bewegt mich gar nicht. Vielleicht ist dies auch nicht ihr Ziel, aber ich weiß wirklich nicht, was das soll, um ehrlich zu sein.", spricht Ed klare Worte und mir aus der Seele.


Dass ASPHYX und HAIL OF BULLETS so friedlich ko-exisitieren können, liegt auch daran, dass beide Bands keine großen Touren mehr spielen werden. "Genau, da kollidiert nichts, weil wir keine Tourneen spielen. Wir spielen ein paar Wochenendshows und ein paar Festivals mit beiden Bands und da ist es kein Problem da etwas zu koordinieren. Im Grunde geht es nur darum, wer zuerst gebucht wird, so lange ein Angebot das andere nicht deutlich übersteigt, dann würden wir uns wohl zusammensetzen und eine Lösung finden. Bei Festivals können dann schon mal beide Bands spielen, so lange es an zwei verschiedenen Tagen stattfindet. Zwei Gigs an einem Tag wären für Martin wohl doch zu viel."

Entsprechend sollten Fans sich schon mal den 6. November notieren. "Ja, da spielen wir im Turock in Essen und im Sommer sicher auf ein paar Festivals, aber da ist noch nicht bestätigt." Harren wir der Dinge, die da kommen.

Redakteur:
Peter Kubaschk

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