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Gruppentherapie: VICIOUS RUMORS - "Razorback Killers"

24.03.2011 | 07:38

Die Überraschung des Monats kommt aus dem Hause VICIOUS RUMORS, die den ersten echten Hammer seit mindestens 17 Jahren abliefern. Unsere Redaktion stimmt einen wahren Jubelchor an, bei dem auch einige spitze Schreie auszumachen sind.


VICIOUS RUMORS waren in der goldenen Carl-Albert-Ära (R.I.P!) von 1988 - 1994 eine meiner absoluten Lieblingsbands. Alben wie "Digital Dictator", "Welcome To The Ball" oder "Vicious Rumors" laufen auch heute noch regelmäßig bei mir und sorgen für freudige Ausraster. Seitdem konnte die Band aus vielen verschiedenen Gründen im Studio nicht mehr an die einstige Klasse anknüpfen, während sie live mit einem großen Klassikerfundus punkten konnten. "Razarback Killers" knüpft nun tatsächlich fast an die Klasse mit Carl Albert an. Ein Song wie 'Razorback Blade' hätte so auch 1988 erscheinen können, während der Midtempo-Stampfer 'Blood Stained Sunday' auf dem unbetitelten Werk von 1990 eine gute Figur gemacht hätte. Was für mich zum kompletten Vergnügen fehlt, ist zum einen Carl Albert, den Brian Allen zwar würdig vertritt, aber dem er nicht ebenbürtig ist und zum anderen ein an manchen Stellen etwas kompakteres Songwriting. Nummern wie 'Black', 'Pearl Of Wisdom' oder 'Deal With The Devil' hätten auch eine Minute weniger lang sein können. Davon abgesehen ist "Razorback Killers" aber das deutlich beste Album des sympathischen Masterminds Geoff Thorpe seit 1994. Gratulation.

Note: 8,0/10
[Peter Kubaschk]

VICIOUS RUMORS waren für mich in den vergangenen Jahren immer so eine Sache. Als großer Fan und Mitgröler des 2006er Ausrufezeichens "Warball", stehe ich damit doch etwas einsam auf weiter Flur. Was habe ich James Rivera als Sänger verehrt und war umso bestürzter als es hieß, dass die Kalifornier nun einen neuen Mann hinter dem Mikro beherbergen. Klar, dass ich zunächst auf "Razorback Killers" die beiden Shouter miteinander verglichen hab. Und, wer hätte es erwartet, der neue, Brian Allen, besteht seine Feuertaufe mit Bravour. Ein unglaublich gutes VICIOUS RUMORS-Album, was die Herren hier eingetütet haben. Jede Menge Ohrwürmer und Wucht von einer Band, die es auf ihrer alten Tage noch mal wissen will und eine Energieleistung an den Tag bringt, die mit allen Wässern gewaschen ist. Speziell die aggressiv-schnellen 'Murderball' und 'Razorblack Blade', sowie das beinah balladeske 'Blood Stained Sunday' haben es mir auf diesem Opus angetan. Dem Ende hin schwächelt "Razorback Killers" ein wenig, sodass die Songs nur knapp an der Neun-Punkte-Marke vorbeischrammen. Dennoch sollten beispielsweise 'Let The Garden Burn' und 'Deal With The Devil' nicht unterschätzt werden. Starkes Album, was nach einer Live-Interpretation im Sommer lautstark schreit.

Note: 8,5/10
[Marcel Rapp]


Natürlich ist da dieses großartige "Digital Dictator". Niemandem in der Szene sollte man erklären müssen, dass das ein Klassiker ist. Doch danach wurde es mehr oder weniger Brachland, was die Beziehung zwischen VICIOUS RUMORS und meinereiner am ehesten beschreibt. Umso überraschter stehe ich vor dem Bollwerk, das VICIOUS RUMORS 2011 aufzubauen verstehen. Melodische Kniffe auf hohem Niveau, bretterharte Riffs und Gesang, der mich immer wieder an die tolle Stimme von Bruce Hall (AGENT STEEL) erinnert - all das ergibt einen heftigen Power-Metal-Cocktail, wie er heutzutage zu klingen hat. Dabei atmen die Riffs den Spirit der Achtziger, die Rhythmik tritt genau dorthin, wo auch schon anno dazumal die Balls on the wall waren. Mit einer fetten, kalifornisch-warmen Produktion erlebt der Sound eine sehr stimmige, dynamische Fixierung auf das Wichtige: Dicken Rock'n'Roll, der an der Grenze zur Genialität vorbeischrammt, aber eine grundsolige Arbeit mit echten Highlights darstellt.

Note: 8,0/10

[Julian Rohrer]

Selbst bei mir Klassik-Muffel genießen VICIOUS RUMORS seit jeher einen Sonderstatus. Würde Traditionsstahl öfter so klingen wie auf der legendären "Digital Dictator", wäre er wohl meine Musikdroge erster Wahl. Besser geht's nicht? Doch, beweist die neue Granate "Razorback Killers", und sprengt gleich beim ersten Durchlauf die Kinnlade weg. Fette Riffs, Widerhaken-Hooks, saucooler Gesang, eine mitreißende Mischung aus Eingängigkeit und Härte - von rasanten Nummern bis hin zu hymnischen Mitstampfern wird alles geboten, und das auf einem technischen Höchstniveau, das die Ohren schlackern lässt.
Beim besten Meckerwillen kapituliere ich vor diesem Stahlmonument - mir fällt nichts ein, was man besser machen könnte. Genau so klingt meine Idealvorstellung von Heavy Metal. Und was bekommen Klang gewordene Ideale? Die Höchstnote!

Note: 10/10
[Regina Löwenstein]


Ja, leck mich am Arsch, was geht denn hier? Beim Hören von "Razorback Killers" kommen ähnliche Glücksgefühle hoch wie zuletzt bei "Ironbound". Nicht das VICIOUS RUMORS jetzt nach OVERKILL klingen würden, mitnichten. Die Parallele liegt darin, dass hier eine weitere Achtziger-Legende der Gemeinde nach mehreren ganz ordentlichen Scheiben wieder einen amtlichen Oberhammer vor den Latz knallt. War an "Warball" zuletzt noch vor allem James Rivera so richtig toll, gelingt es Geoff Thorpe und seinen Mannen viereinhalb Jahre später doch tatsächlich noch mal, an den Glanz von "Digital Dictator", "Vicious Rumors" und "Welcome To The Ball" anzuknüpfen. Trademark von VICIOUS RUMORS war schon immer die perfekte Verbindung der melodischen Eleganz früher QUEENSRYCHE oder LETHAL und der aggressiven Power von METAL CHURCH. Das wird auf "Razorback Killers" wieder vortrefflich heraus gearbeitet. Der neue Sänger Brian Allen gibt es exzellente Figur ab (auch wenn Carl Albert für immer unerreicht bleiben wird), die neuen Songs strotzen nur so vor Energie, Spielfreude und kompositorischem Zug zum Tor. Man könnte sagen, VICIOUS RUMORS spielen anno 2011 Heavy Metal wie Borussia Dortmund Fussball. Somit taugte also der seit einiger Zeit im Internet herum geisternde Titel 'Razorback Blade' durchaus als Indikator für die immense Qualität des zu erwartenden Albums. Egal, ob eingängige Midtempo-Nummern wie 'Murderball', getragener Stoff wie 'Pearl Of Wisdom' oder Thrash-Keulen wie 'Axe To Grind' - Edelstahl-Traditionalisten werden dieses Album von der ersten bis zur letzten Sekunde lieben. Super!

Note: 9,0/10
[Martin van der Laan]

Überall Lobeshymnen und ausgerechnet ich, als alter VICIOUS RUMORS-Fan, gebe eine niedrigere Note ab? Seltsam, aber glücklicherweise ist meine Note trotzdem alles andere als schwach. Nur scheinen die Kollegen deutlich begeisterter zu sein als ich, ob einfacher Songs wie den viel zu lang geratenen 'Black' oder 'Pearl Of Wisdom' oder dem Rausschmeißer 'Deal With The Devil' und beschwören den Geist der alten Tage. Und tatsächlich, da ist der Titelsong, der in der Tat exakt so klingt wie anno dazumal "Digital Dictator". So sehr, dass ich erstmal genau hinhören musste, ob das nicht vielleicht eine Neuaufnahme eines alten Songs sein könnte. Ist es aber nicht. Man hat eben nur fast bei sich selbst abgekupfert. Da die Fans immer die Rückkehr zum digitalen Diktator haben wollten, macht die Band damit eigentlich alles richtig, nur mir ist das Ganze dann doch zu sehr rückwärtsgerichtet. Die besten Songs sind der Opener 'Murderball' und das intensive 'All I Want Is You', aber zugegeben: ich mosere hier sicher zu stark. Was wiederum meine Note bestätigt, denn ich werde das Album auch kaufen, sobald es erscheint. Mit weniger Enthusiasmus als die Kollegen, aber doch mit Freude.

Note: 7,5/10
[Frank Jaeger]

Redakteur:
Peter Kubaschk

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