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GOD DETHRONED: Interview mit Henri Sattler

06.12.2010 | 07:46

GOD DETHRONED haben mit "Unter The Sign Of The Iron Cross" eine weitere exquisite Death-Metal-Scheibe eingeprügelt, die keine Wünsche offen lässt. Grund genug, um Sänger und Gitarrist Henri Sattler ein wenig auf den Zahn zu fühlen.

Die Nachricht, dass GOD DETHRONED auf einem überzeugenden vierten Platz in unserem Soundcheck gelandet sind, nimmt Henri erfreut zur Kenntnis. "Wow, das ist ein wirklich gutes Ergebnis. Überhaupt sind die Reaktionen bislang wirklich überwältigend. Dabei hatten wir ein bisschen damit gerechnet, dass wir diesmal nicht so gut verstanden werden würden. Nicht, weil wir nicht vom Album überzeugt wären, sondern einfach weil extremere Alben häufiger nicht besonders gut abschneiden. Von daher war es eine sehr positive Überraschung, als wir dann die Ergebnisse sahen. Im holländischen Aardschok sind wir sogar Erster geworden und es gibt viele Reviews, die das neue Album als noch besser als "Passiondale" sehen.", freut sich Henri.


Meiner Meinung, dass "Under The Sign Of The Iron Cross" keine großen Veränderungen bei gleichbleibender Qualität zu Tage treten lässt, widerspricht Henri."Die gleichbleibende Qualität verstehe ich mal als Kompliment. Danke Dafür. Doch den Rest würde ich so nicht sehen. Wir wollten das extremste Album unserer Geschichte machen und ich denke, das haben wir auch erreicht. Die Intensität und Brutalität der Songs ist überwältigend. Dennoch kann man den Songs meiner Meinung nach immer noch leicht folgen und sie sind in gewisser Weise auch noch sehr catchy. Es ist unser zweites Konzeptalbum nach "Passiondale" und wieder haben wir das Gefühl, dass wir mit der Musik und den Lyrics die richtige Atmosphäre erzeugt haben, um der Welt zu zeigen wie brutal der Erste Weltkrieg tatsächlich war.", erzählt Henri, um auch dann gleich noch ein paar Worte darüber zu verlieren, wie es zu den WWI-Texten kam: "Mein Interesse am Ersten Weltkrieg wurde vor ein paar Jahren eher zufällig geweckt. Daraufhin begann ich mich in die Geschichte dieses Krieges einzulesen und entdeckte eine Unzahl an Details über diesen Krieg, der einer der brutalsten Kriege in unserer Geschichte war. Mir fiel auf, dass es nur wenige Bands gibt, die über den Ersten Weltkrieg Songs schreiben, vielleicht weil es schlicht einfacher ist Songs über den Zweiten Weltkrieg zu schreiben. Das wiederum gibt mir viele Möglichkeiten über diesen Krieg zu schreiben, ohne dass dies schon alles mal alles dagewesen ist. "Under The Sign Of The Iron  Cross" behandelt unter anderem den Schlieffen-Plan (eine der Kriegsstrategien der Deutschen zu Beginn des Ersten Weltkriegs -PK), die Schlacht von Verdun (fast einjährige Grenzschlacht zwischen Frankreich und Deutschland im Jahr 1916 - PK) und den Roten Baron (Jagdflieger Manfred von Richthofen - PK). Das sind also schon Themen, die man tatsächlich kennen sollte." Wohl wahr.

Abgerundet wird das Konzept vom düsteren Coverartwork, das gar einen leichten Black-Metal-Appeal aufweist. "Ja, oder? Das Artwork passt wirklich toll.", freut sich Henri. "Einmal mehr ist es von Karl-Heinz Schuster, der auch schon das Artwork für "Passiondale" entworfen hat. Der Albumtitel ist ja sehr direkt und hat im Grunde die Richtung schon sehr gut vorgegeben. Es hat Karl-Heinz dann ein paar Tage gekostet bevor er mit dem Konzept dieser in der Dunkelheit marschierenden Armee kam, die auf das Eiserne Kreuz zugehen. Die Atmosphäre des Covers gibt exakt den Inhalt der Scheibe wieder."


Die auffällige Lebendigkeit und Klasse der holländischen Death-Metal-Szene mit Bands wie HAIL OF BULLETS, ASPHYX oder eben GOD-DETHRONED kommentiert Henri wie folgt: "Zumindest bei den Bands, die du jetzt genannt hast, ist es wohl einfach so, dass diese Bands dabei sind, seit es Death Metal gibt oder zumindest auf Leuten besteht, die von Anfang an dabei waren. Und offensichtlich sind all diese Musiker einfach mit der richtigen Art des Death Metal aufgewachsen und haben ein Talent für ein Songwriting, das sehr charakteristisch ist und sich von den anderen Bands deutlich abhebt. Von daher ist es auch keine Überraschung, dass es diese Bands noch oder wieder gibt und sie immer noch mit qualitativ hochwertiger Musik überzeugen können." Hm, wo Henri Recht hat, hat er wohl Recht.

Auf die Bestätigung von Liveterminen müssen die Fans allerdings noch warten. "Wir warten jetzt erst mal ab wie das Album ankommt und entscheiden dann, was wir machen. Aber wir werden ganz sicher nächstes Jahr nach Deutschland kommen. Kein Zweifel."

Redakteur:
Peter Kubaschk

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