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GODSLAVE: Interview mit Bernie

01.05.2011 | 19:14

Die Thrasher von GODSLAVE veröffentlichen mit ihrem neuen Schaffenswerk "Into The Black" ein bärenstarkes Highlight dieses noch recht jungen Jahres. Es kommt so oft, wie es nun kommen muss und wir bitten Klampfer Bernie um einen sehr nettes, bestens gelauntes und äußerst ehrliches Gespräch, bei dem wir nun etwas mehr über die GODSLAVE-Welt erfahren dürfen.

Hallo Bernie. Schön, dass du ein wenig Zeit für meine Fragen hast, vielen Dank dafür. Wie geht es dir bzw. euch zu Zeit? Alles im Lot im Hause GODSLAVE?

Hallöchen, vielen Dank erstmal für die Hammer-Review, das hat uns sehr gefreut. Mir geht’s soweit  gut, die Sonne scheint endlich! Gleich geht’s in die Probe, der Zug ist also am rollen.

Uns geht’s gut, Album ist nun draußen, wir planen einige Gigs etc., es geht voran!

 

Da einigen Lesern GODSLAVE sicherlich noch kein Begriff ist, magst du uns etwas über euch erzählen? Stell' euch doch einmal vor.

Unter dem Namen GODSLAVE gibt es uns nun seit 2008, wir haben sogar im April unser 3-Jähriges. Seitdem beackern wir alle Bühnen, die sich beackern lassen. In der Zeit haben wir eine CD namens "Bound by Chains", eine EP namens "Out Of The Ashes" und zwei Split EPs  namens "Thrashed Vol.1" und "Thrashed Vol.2" veröffentlicht. Nach einigen Wechseln auf dem Drumhocker lärmen wir nun seit Mai 2010 in dieser Besetzung!

Das wäre  so das Wichtigste, denk ich. Tagesaktuelle Infos gibt es aber immer unter www.facebook.com/godslaveband,

www.myspace.com/godslaveband und

www.youtube.com/user/godslavebernie – spread the word!

 

Euer aktuelles Schaffenswerk "Into The Black" schlug, jedenfalls bei mir, ein wie eine Bombe. Solch ein Album in diesem noch jungen Jahr hätte ich niemals erwartet. Bist du mit dem Gesamtergebnis genauso zufrieden wie ich oder hättest du dem Ende hin noch einige Veränderungen vorgenommen?

Erstmal vielen Dank, freut uns sehr, dass das Album gut ankommt. Ich bin tatsächlich genauso zufrieden wie du. Wir sind echt stolz auf "Into the Black", der ganze Prozess der Entstehung ging ein dreiviertel Jahr und wir haben alles reingesteckt, was ging. Das Endergebnis ist genauso geworden, wie wir uns das vorgestellt haben, wir haben lange vorher geplant, organisiert und uns Gedanken gemacht Dass das alles dann auch geklappt hat, das freut uns.

Bisher würde ich auch tatsächlich gar nix am Album ändern. Ich hoffe, dass mir mit der Zeit noch was auffällt, denn dann wissen wir, wo wir beim nächsten Mal ansetzen müssen, hehe. Wenn alles geil ist, dann ist es nicht einfach, noch einen Schritt weiter zu gehen.

 

Speziell die Produktion hat mich vollkommen von den Socken gehauen. Erzähl uns doch ein wenig über die Entstehung der Platte.

Ich liebe den Sound auch. Der ist auch ein Ergebnis von Jahren. Angefangen hat alles mit der EP, die wir bei unserm Producer Phil Hillen im SU2 Studio (www.su2-studio.de) aufgenommen haben. Dann kamen die zwei Split CDs und wir haben dabei immer sehr viel ausprobiert, um auf den Sound zu kommen, den wir uns vorstellen und das hat bei "Into the Black" dann endgültig Früchte getragen.

Songideen hatten wir eine ganze Weile schon zusammengetragen und sind dann im Frühsommer in die heiße Songwriting-Phase gegangen. Im Oktober haben wir das Studio geentert und waren dann mit Unterbrechungen im November damit fertig.

Wir haben unserem Producer viel zu verdanken, es hat sich massiv ausgezahlt, dass wir schon so lange zusammen arbeiten, wir sind zu einer richtigen Einheit geworden.

Leute, wenn ihr für einen günstigen Preis einen Mördersound haben wollt, dann geht zu Phil!

 

Zwei Songs möchte ich gerne gesondert ansprechen: Zum einen wäre da 'Blood Of The Innocent', der nach dem ruhigen Part scheinbar explodiert und deutlich herausragt. Zum anderen hat mich der Gewehrschuss bei 'Scholar Eclipse' komplett aus der Fassung gebracht. Jener gibt dem Song den ultimativen Startschuss. Kurz um, welcher Song auf "Into The Black" gefällt dir am besten und warum?

Das ist natürlich schwer zu beantworten, welches seiner zwölf Kinder man bevorzugt.  Aber ich entscheide mich für 'Anvilised'. Sowohl von der Musik als auch vom Text her ist das mein absoluter Lieblingssong. Der macht auch am meisten Spaß beim Spielen, weil er recht facettenreich ist. Textlich und auch musikalisch ist der Song ein Tribut an ANVIL, die uns sehr inspiriert haben. Solch Durchhaltevermögen und Hingabe sieht man sehr selten. Ich liebe diese Band. Der Text ist dementsprechend sehr persönlich und fasst so ein bisschen zusammen, wie Thommy (Sänger) und ich die ganze Sache sehen, wir machen bereits seit 2003 zusammen Musik und hatten auch so einige Hürden zusammen zu bewältigen, die uns viel gekostet haben. Natürlich alles in einem weitaus kleinerem Rahmen als bei ANVIL der Fall.

Ansonsten ist 'Scholar Eclipse' auch einer meiner Favoriten. Der geht so schön ab. Textlich sind 'Blood Of The Innocent' und 'Why I Hate' für mich ganz weit oben.

 

Die Songs strotzen nur vor Facettenreichtum und Variabilität. Von welchen Bands habt ihr euch beeinflussen lassen? Gibt es überhaupt Kapellen, an denen ihr euch ein wenig orientiert?

Naja, es ist ja schon so, dass jede Band immer gerne was Besonderes und Eigenständiges machen möchte und sich deshalb natürlich nicht an einer bestimmten Band orientiert haha. So ist das überraschenderweise auch bei uns, haha.

Allerdings kann man nicht leugnen, dass man selbstverständlich von seinem Musikgeschmack und dementsprechend auch von speziellen Bands beeinflusst wird. Bei uns ist das ein Mischmasch aus der Bay Area und deutscher Tradition, würde ich mal sagen. Also in gleichen Teilen EXODUS wie DESTRUCTION und jeweilige Konsorten. Melodiemäßig kommen dann auch mal NWoBHM-Einflüsse auf. Welche Einflüsse man raus hört, können aber eher die Hörer sagen als man selbst.

Der ein oder andere wird behaupten, dass 'Thrashed' nach WHIPLASH klingt, 'Scholar Eclipse' nach METALLICA, 'Slippery When Dead' nach WITCHERY oder eben 'Anvilised' nach ANVIL und was soll ich sagen: Recht hätten die Leute.

 

"Into The Black" ist bereits euer zweites Studiowerk. In deinen Worten, was unterscheidet das 2011er Werk von eurem Debüt?

Alles. Eigentlich sind die beiden Platten von zwei verschiedenen Bands eingespielt worden. Deshalb nehme ich auch frecherweise unsere "Out Of The Ashes" EP als zweites Album mit rein und sehe "Into The Black" als drittes an. Außerdem umgehe ich dann auch die "Make it or break it"-Gefahr, haha.

Nein, "Bound By Chains" besteht aus alten Songs unserer Vorgängerband SLAVERY und wurde auch zum Teil in der Zeit vor der jetzigen Band aufgenommen. Die ersten richtigen GODSLAVE-Songs waren auf der EP zu hören. Hm, so gesehen war dann die EP unser erstes Album, mit wenigen Songs halt, und das neue unser zweites, hargh. Egal, haha.

Wir wollten damals die alten Songs, die wir über so lange Zeit aufgenommen hatten, einfach veröffentlichen. Es wäre schade gewesen, wenn sie auf dem Müll gelandet wären. Und zeitlich hat das mit dem Neubeginn von GODSLAVE zusammen gepasst, deshalb kam es als erstes Album raus.

"Into The Black" ist GODSLAVE 2011. Alles davor war wichtig, um uns zu diesem Album zu führen. Jetzt sind wir angekommen!

 

Viele Songs auf "Into The Black" brennen schier darauf, live präsentiert zu werden. Habt ihr euch bereits Gedanken gemacht, welche es in eure Setliste schaffen können?

Ja, alle. Zumindest haben wir bei unserer Release-Show im Februar das komplette Album am Stück gespielt, das war cool! Auf lange Sicht werden alle der Songs einen Platz in unserer Setlist finden, allerdings werden wir natürlich immer variieren, sonst wird’s ja langweilig. Wenn aber jemand auf eine Show kommt, kann er sich gerne vorher einen speziellen Song wünschen, das ist kein Thema! We're here to make you happy, haha.

 

 

Wie sieht eure Jahresplanung aus? Stehen etwaige Auftritte in diesem Jahr an?

Aber hallo! Leider viel zu wenige bisher, um uns wirklich glücklich zu machen. Wir lieben es, auf der Bühne zu stehen. Dafür machen wir das Ganze hier. Schaut einfach auf Myspace oder Facebook, da halten wir unseren Tourkalender sehr aktuell. Die nächsten größeren Gigs sind am 22.Juli das Feuerfänger-Festival und Anfang September das Metallergrillen!

Im Herbst planen wir sogar eine kleine Tour, Näheres gibt’s dann bald zu hören, also stay tuned!

 

Der Videoclip zu 'Uncut, Unseen, Unrated' ist im Übrigen mehr als gelungen. Was hat euch bewogen, ausgerechnet diesen Song zu nehmen?

Die ersten Überlegungen, wenn's an ein Video geht, sind eher pragmatisch: welcher Text lässt sich visuell umsetzen, wie schwierig könnte das werden, haben wir alle Komponenten zur Verfügung etc. Für mich muss einfach alles zusammen passen, muss alles eine Einheit bilden, deshalb käme nicht in Frage, ein Video zu drehen, das gar nichts mit dem Text des Songs zu tun hat.

Da 'Uncut, Unseen, Unrated' quasi aus Zitaten klassischer Horrorfilme besteht, kam dann die Idee auf, einen Horrorfilm zu nehmen und Bandszenen in einem Kino dazu zu drehen, praktisch als Hommage an das Horrorgenre, das wir sehr lieben. Das Kino hatten wir mit dem Völklinger Residenz Kino schnell gefunden. Da bin ich früher als Kind und Teenie immer hingegangen und wir standen eh schon eine Weile mit der Inhaberin in Kontakt.

Wir haben uns dann einen Film von Olaf Ittenbach ausgesucht, da wir den Produzenten persönlich kennen. Das war in erster Linie natürlich zum Teil pragmatisch, aber es hat so gut zusammen gepasst, da wir große Ittenbach-Fans sind und wir hätten uns zu Beginn niemals träumen lassen, dass wir einen Film wie "Garden of Love" benutzen dürfen, das war wirklich der Hammer.

 

Da ihr bereits die Bühne mit Größen wie SODOM, AMON AMARTH oder auch BOLT THROWER teilen konntet, gibt es sicherlich die eine oder andere, lustige Touranekdote, oder? Magst du eine davon zum Besten geben?

Ich würde gerne, aber irgendwie ist noch nicht viel Erzählenswertes passiert. Da das alles meistens Einzelgigs sind und somit ein Teil der Band fahren muss, passieren solche Dinge auch eher nicht. Frag uns mal nach unserer ersten Tour, haha. Ich denke, da wird so einiges passieren. Wir haben meist recht harmlos Spaß zusammen und haben unseren Fokus auf die Live Show, das ist alles, was zählt. Für irgendeinen Unsinn sind wir auch schon viel zu alt.

Warte, ich erinnere mich noch daran, als ich in  völlig zerstörtem Zustand auf dem Rock-Area 2009 James Hindner von ONSLAUGHT Backstage angelabert habe, wann denn endlich mal eine neues Album herauskommt und er dann bierernst von ihren Jazzeinflüssen in den neuen Songs erzählt hat. Ich hab's trotz meines Zustandes dann aber doch recht schnell gemerkt, dass er mich veräppelt hatte, zum Glück, haha.

 

Was hört ihr eigentlich privat? Gibt es irgendwelche heimlichen Sünden oder seid ihr alle im Großen und Ganzen dem Thrash-Metal treu?

Ich sag's mal so: wem peinlich ist, was er hört, der kann echt kacken gehen.

Ich z.B. bin seit jeher ein riesengroßer STATUS QUO-Fan. Die neuen Alben von GRAVEYARD und URIAH HEEP gehen mir auch richtig gut ab. Zurzeit hab ich leider nichts "Peinliches" in meinem Player, sonst würde ich dir das auch gerne erzählen.

Doch, halt dich fest: Ich finde nicht nur die erste Platte (wohlgemerkt die erste) von AMY MC DONALD sehr geil, sondern bin auch ein großer LILY ALLEN-Fan und DUFFY geht mir auch gut ab! Ehrlich, wem sein Musikgeschmack peinlich ist, der ist zu bemitleiden.

Privat hören wir alles kreuz und quer, ich bin eher der Death-Thrasher, Thommy und Meyer sind dem US-Metal sehr angetan und Tobi hört mit seinen 21 Jahren auch gern 90er Jahre Modern-Kram oder Prog. Die Mischung macht's, beeinflusst dann auch irgendwo die Musik klingt und das finde ich gut so.

 

Bernie, von meiner Seite war es das mit den Fragen. Die obligatorischen letzten Worte gehören selbstverständlich dir. Ich möchte mich herzlich für die Zeit und die Beantwortung der Fragen bedanken und wünsche dir, sowie deinen Mitstreitern alles Gute, sowohl für GODLSLAVE als auch außerhalb der Band.

Ich habe zu danken für den Support! Leute, besucht uns im Netz, get in contact auf Facebook, Myspace oder Youtube und kommt zu unseren Shows, wir freuen uns auf euch! Spread the word! Thrash that thrash that doesn't thrash!!


Redakteur:
Marcel Rapp

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