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FEAST FOR THE CROWS: Interview mit Sebastian Kollat

12.11.2006 | 23:26

Das kommende Jahr wird erst ganze acht Tage alt sein und schon erscheint ein für die Brutalos unter uns sehr empfehlenswertes Album. Verursacher dieses heftigen Death-Metal-Gebräus mit dezenten Hardcore-Anleihen ist ein in Marburg beheimatetes Quintett mit dem bis dato noch recht unbekannten Namen FEAST FOR THE CROWS. Aber nicht nur für gefiederte Zeitgenossen ist deren Debüt ein wahres Fest, vor allem Liebhaber von melodiösen Todesmetal-Klängen werden danach ebenso lautstark krächzen, wie es eben jene schwarzen Vögelchen im normalen Leben tun.

Walter:
FEAST FOR THE CROWS kamen wie aus dem Nichts mit ihrem Debüt an. Über die Band war bisher nicht wirklich viel zu erfahren, deshalb stellt sich die Frage, was es über die Anfangstage zu wissen gibt, zumal ja euer vorheriger Name TEAR OF PHOENIX auch nicht unbedingt bekannt gewesen ist.

Sebastian:
Einen Einsteig zu finden ist ein wenig schwierig. Ich bin erst Frühjahr 2005 zu TEAR OF PHOENIX gestoßen, war dort der einzige Gitarrist und habe deshalb Max dazu geholt, da ich mit ihm bereits 2-3 Jahre zuvor zusammen in einer anderen Schwedentod-Band gezockt hab. Seitdem Max und ich dabei waren, hat sich der Musikstil von TEAR OF PHOENIX deutlich geändert – weg vom Oldschool-Hardcore – hin zum Melodic Death Metal mit vereinzelten Hardcore-Einflüssen. Wir haben dann in der damaligen Besetzung eine EP im Kohlekeller Studio aufgenommen, welche auch auf tolle Resonanz stieß. Im Juni 2006 haben wir dann den ersehnten Plattenvertrag mit Bastardized Recordings in den Händen gehalten und sind hoffnungsschwanger in das Rape of Harmonies Studio gestartet um dort unseren ersten Longplayer aufzunehmen. Allerdings verlief die Zeit im Studio alles andere als unproblematisch. Es gab massive Probleme mit dem alten Sänger und Bassisten und so mussten wir uns leider zur Trennung durchringen. Direkt nach der Trennung haben wir befreundete Musiker und einen neuen Sänger (meinen Bruder Simon), welcher dann das Album neu eingesungen hat, ins Boot geholt. Daher war für uns der Namenswechsel unumgänglich. Im jetzigen Line-up läuft aber nun endlich alles so, wie wir es uns vorstellen.

Walter:
Das war ja schon einmal ein sehr informativer Einstieg. Könntest du uns auch noch alle Musiker einzeln vorstellen?

Sebastian:
Unser Basser Stefan Kraft hat zuvor bereits einige Jahre lang in der Band THE EARWIX Musik gemacht und war immer ein guter Kumpel von mir. Er ist für mich der perfekte Mann um die Position am Bass bei FEAST FOR THE CROWS auszufüllen.

Moritz Jung, unser Schlagwerker, hat ebenfalls schon in diversen Bandprojekten mitgewirkt. In erster Linie waren das Death- oder Black-Metal-Projekte. Er hat in Düsseldorf Schlagzeug studiert und hat sein Diplom stolz an der Wand hängen. Er studiert zur Zeit wieder und zwar Musik-Pädagogik. Einen besseren Drummer hätten wir vermutlich nicht finden können.

Simon Kollat (Vocals) hat uns mit seiner kraftvollen Stimme vollkommen überzeugt. Auch er hat bereits einige Banderfahrung. Simon ist eher in der Hardcore-Szene unterwegs und macht ansonsten zur Zeit seine Ausbildung zum Augenoptiker.

Max und ich sind die beiden Gitarristen und Hauptsongwriter in der Band. Außerdem so etwas wie die Mädchen für alles.
Max studiert derzeit physikalische Technik und ich arbeite als Grafiker/Webdesigner bei einem größeren Unternehmen in Düsseldorf.

Walter:
Danke schön. Nun aber zur Musik an sich: Welche Bands müssen denn erwähnt werden, wenn wir von musikalischen Einflüssen sprechen?

Sebastian:
In erster Linie würde ich hier natürlich Bands der alten schwedischen Schule wie AT THE GATES, alte IN FLAMES, GATES OF ISHTAR oder IN THY DREAMS nennen. Außerdem ziehen wir uns alle ganz gerne Hardcore-Bands wie TERROR, MADBALL, MODERN LIFE IS WAR oder DEATH BEFORE DISHONOR rein. Max und Moritz (jaja, ziemlich lustiger Zufall) hören zudem noch sehr gerne brachiales Geknüppel à la NILE oder HATE ETERNAL.

Walter:
Irgendwie hatte ich auf die letztgenannten Truppen als Einfluss getippt, als mir der name FEAST FOR TGHE CROWS untergekommen ist. Was hat euch zu diesem - recht gut zur Musik passenden - Bandnamen bewogen?

Sebastian:
Max kam mit dem Vorschlag. Er ist großer Fan der "Song of Ice and Fire"-Reihe von George R.R. Martin. Ein Buch der Reihe heißt "A Feast For Crows" und das fanden wir mehr als passend.

Walter:
Demnächst erscheint euer Debütalbum. Was gibt es dazu zu erzählen?

Sebastian:
Aufgenommen haben wir es im Juni 06 im Rape Of Harmonies Studio. Der Sound ist echt Killer geworden. Es gibt neun unserer Meinung nach sehr abwechslungsreiche, fetzige Tracks zu bestaunen. Wie schon erwähnt, sehr schwedisch das Ganze und, das muss ebenfalls erwähnt sein, ohne trendy - cleanen Gesang und anderen Schubladen-Elementen.

Walter:
Wie könnte man die musikalische Entwicklung der Band beschreiben?

Sebastian:
Am besten mit folgendem Satz: Weg vom Hardcore und immer mehr hin zum Death Metal, ohne aber die treibende Energie einzubüßen.

Walter:
Gibt es auch schon erste Pressereaktionen auf "When All Seems To Be Burned"?

Sebastian:
Ja, die gibt es bereits. In drei Onlinemags sind schon Reviews online, die allesamt mehr als zufriedenstellend ausgefallen sind.

Walter:
Das wird wohl auch so bleiben, bei dieser energetischen Höchstleistung. Eure Musik scheint prädestiniert für die Bühne zu sein. Für einige größere Bands habt ihr auch bereits eröffnen dürfen. Was waren bisher die "Highlights" in eurer Karriere, wenn man von Konzerten spricht?

Sebastian:
Die Show in Marburg mit MAROON war ganz klar mein Favorit. Ich denke, dass ich da auch für die anderen Bandmitglieder spreche. Das Publikum ist vollkommen ausgerastet und MAROON-Sänger André hat uns bei "Unite" auf der Bühne unterstützt.

Walter:
Obwohl ich eher die Splatter-Ecke vermutet hatte, wirken eure Texte eher bodebnständig. Was inspiriert euch denn zu euren Texten?

Sebastian:
Eigentlich alles das, was uns bewegt. Allgemeines, wie politische Angelegenheiten auf der Weltverbessererschiene, aber auch Privates bis hin zu persönlichen Gefühlen. Wir haben aber auch die ein oder andere Durchhalteparole mit auf dem Album. Vergeblich sucht man allerdings Herzschmerzkram - wir machen Metal!

Walter:
Wer war denn für das Artwork verantwortlich?

Sebastian:
Das war ich. Ich hoffe, es gefällt.

Walter:
Jau, kommt gut. Ihr habt wahrscheinlich auch vor, überregional bekannter zu werden. Wie stellt ihr euch vor, dieses Unterfangen zu bewerkstelligen?

Sebastian:
Mit der tatkräftigen Unterstützung unseres Labels und vielen coolen Leuten, die uns supporten, wird uns das hoffentlich gelingen. Nach dem Album-Release steht voraussichtlich erstmal eine Tour an und auch jetzt sind wir schon ständig unterwegs.

Walter:
Hoffentlich mit dem nötigen Support des Labels. Wie kam denn der Vertrag bei eurem Label zustande?

Sebastian:
Geradezu klassisch. CD und Bandinfo zum Label geschickt – gezittert, gebangt und schlussendlich dann gefreut über das Angebot von Bastardized Recordings.

Walter:
Kann ich mir gut vorstellen. Auch wenn das Album noch sehr frisch ist, sprich noch nicht einmal offiziell erschienen ist, müssen wir einne Blick nach vorn tätigen. Gibt es denn auch schon Pläne für die Zukunft?

Sebastian:
Ja, die gibt es natürlich. Wir arbeiten derzeit unter Hochdruck an neuem Material und haben vor nächstes Frühjahr, spätestens aber im Sommer 2007 den nächsten Longplayer einzuprügeln.

Walter:
Das klingt gut. Da wird wohl ein Veröffentlichungszeitraum von ziemlich genau einem Jahr angepeilt. Bis dahin vergeht aber noch ein wenig Zeit, weshalb ich euch für heute ein herzhaftes "Bis dann" sagen möchte.
Die abschließenden Worte dieses Interviews sollen die euren sein...

Sebastian:
Danke an alle, die uns supporten. Danke an POWERMETAL.de für dieses Interview. Hört euch unsere CD an und kauft sie auch!

Redakteur:
Walter Scheurer

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