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EDGECRUSHER: Interview mit Igor Panic

09.04.2007 | 19:33

Mit "Forever Failure" haben EDGECRUSHER vor kurzer Zeit abermals eindrucksvoll unter Bewies gestellt, dass die Region Bodensee mit metallischen Talenten geradezu gesegnet ist. Ob man in Zukunft den "Lake Area Thrash" auch gebührend zu schätzen weiß, wird sich erst zeigen, ein Anfang dafür sollte auf jedne Fall gemacht sein.
Sänger Igor stellte sich dem kurzfristig vereinbarten Fragenmarathon.

Walter:
Obwohl es sich bei EDGECRUSHER um keine "Frischlinge" mehr handelt, ist euer Name noch nicht unbedingt weit verbreitet.
Zeit also, sich hier in ausgiebigem Rahmen erst einmal vorzustellen...

Igor:
Also, holen wir mal aus. EDGECRUSHER wurden von mir im Jahre 2002 gegründet. Von den Gründungsmitgliedern sind immerhin noch drei vorhanden, die da wären Jan Rockroh (g.), Johannes Kostbar (g.) und ich als Sänger. Wie ihr seht, handelt es sich hier um lustige Namen, hehe. Ich möchte allerdings betonen, dass das keineswegs Künstlernamen sind, sondern unsere normalen weltlichen Namen. In den Jahren mussten einige Bandmitglieder ausgetauscht werden, letztendlich haben wir aber unsere aktuelle Formation mit Jan Jäckle am Schlagzeug und Markus Eberle am Bass komplettiert. Und hier sind wir nun. Jeder "EDGECRUSHER" hat zuvor in anderen Bands gespielt und Erfahrung mitgebracht. Einige von uns haben auch noch weitere Bands am Start. Die Marschrichtung ist allerdings klar, soweit es möglich ist, haben EDGECRUSHER Priorität.

Walter:
Die Inspiration für euren Bandnamen dürfte von FEAR FACTORY stammen. Wer aus dem metallischen Universum muss denn noch genannt werden, um alle eure Einflüsse einigermaßen aufzuzählen?

Igor:
Musikalisch würde ich FEAR FACTORY nicht als Einfluss auf uns nennen. Augenscheinlich sind sie aber Pate unseres Bandnamen, hehe, das ist zweifelsohne Fakt. In musikalischer Hinsicht würde ich eine breite Palette an Bands nennen, die entweder traditionellen Metal, Thrash oder melodischen Death Metal spielen. Ich sehe EDGECRUSHER als eine grobe Mischung dieser Genres.

Walter:
Mit eurer aktuellen Scheibe "Forever Failure" werdet ihr wohl nicht nur meine Wenigkeit begeistert haben. Wie ist denn das Echo darauf bislang ausgefallen?

Igor:
Bisher wirklich super. Die Fans, die das Ding schon im Schrank stehen haben, sind begeistert, natürlich nicht zuletzt dank der Bombenproduktion. In der Presse hatten wir bisher nur positive Rückmeldungen, es stehen aber noch jede Menge Reviews aus. Wir sind sehr gespannt, was da noch kommt.

Walter:
Sicher nur Gutes, denn kein Song fällt als "Schwächling" aus dem Rahmen. Gibt es so etwas wie eine Intention, wenn es daran geht, neue Songs zu komponieren?

Igor:
Das wird bei uns wahrscheinlich so abgehen, wie bei 80 Prozent aller Bands. Man trifft sich im Proberaum, packt die neuesten Ideen aus und jamt drauflos. Oft geht aber auch eine Ausarbeitung der neuen Ideen eines Bandmitglieds einer solche Jamsession voraus. So nehmen z.B. die Gitarreros ihre Sachen bereits zu Hause auf ihren PCs auf und wir haben im Proberaum schon eine erste Idee davon, wie es klingen könnte. Die Intention als solche ist einfach, dem Metal zu frönen und genau jene Mucke zu spielen, die wir privat auch am Liebsten hören.

Walter:
Interessant sind ja nicht nur die Klänge von EDGECRUSHER, sondern auch die Texte. Was gibt es diesbezüglich zu vermelden und woher kommen die Inspirationen dafür?

Igor:
Oh, das kann alles Mögliche sein. Oft sind es fiktive Sachen, die in die Texte einfließen, aber hin und wieder sind es auch reale Dinge, die behandelt werden. Da gibt es dann sowohl sozialkritische Themen, aber auch Persönliches zu lesen. Manchmal ist es recht plakativ wie z.B. bei 'Soulsaver', in dem es sich um eine religiöse Organisation handelt, die nur geistigen Müll unters Volk bringen will. Manchmal gehen wir aber auch subtil an die Sache heran, wie in 'Me And The Sun', wo es für den Hörer wohl schwer sein dürfte, dahinter zu kommen, welches Thema in diesem Song aufgegriffen wurde. Alles in allem ist es eine bunte Mischung. Es bleibt aber jedem Leser bzw. Zuhörer selbst überlassen, Dinge in die Texte hinein zu interpretieren.

Walter:
Mit welcher Erwartungshaltung steht ihr eigentlich der Veröffentlichung von "Forever Failure" gegenüber?

Igor:
Es ist ernüchternd. In diesem Business war es sowieso noch nie leicht, etwas zu reißen, erst recht nicht in Zeiten, in denen kein Label mehr in neue Combos investieren will und wo scheinbar nur noch Betriebswirte Kosten- und Nutzenanalysen machen anstatt A&R-Leute loszuschicken, die ihre Ohren offen halten und nach guten Bands Ausschau halten. Dadurch ist es fast unmöglich an einen brauchbaren Deal zu kommen. Allein schon aus diesem Grund haben wir uns keinerlei Illusionen hingegeben und waren uns im Vorfeld klar, dass ein guter Deal wohl nicht möglich sein wird. Wir hatten die Anfrage einer Firma aus Frankreich, die meinten tatsächlich, sie könnten die CD vertreiben und dafür sämtliche Rechte bekommen, haha. Was glauben die eigentlich? Dass wir alle hirnamputiert sind?
Naja, wie auch immer. Jedenfalls machen wir das, was wir auch schon die letzten Jahre getan haben, wir vermarkten und vertreiben EDGECRUSHER selbst so gut es geht und soweit es für eine Underground-Band möglich ist.

Walter:
Diese Einstellung gefällt mir, wie auch die Klänge von "Forever Failure", denn die Musik hat mich richtig angesprochen. Nicht ganz schlau geworden bin ich dagegen aus dem Cover. Was stellt es dar?

Igor:
Wie der Albumtitel schon verrät, handelt es sich im Allgemeinen um menschliche Verfehlung und diese kann eben viele verschiedene Gesichter haben. In diesem Fall ist es ein kleines Mädchen, von welchem wir auch nicht wissen, was mit ihr passiert ist. Warum ist sie verlassen in einem dunklen Haus, welche Mächte haben sie zu diesem "Freak" gemacht?

Walter:
Was auch immer passiert sein mag, EDGECRUSHER werden uns alle zu solchen Kreaturen werden lassen, bei mir beginnt zumindest nach einigen Durchläufen von "Forever Failure" das Genick zu schmerzen. Was da wohl noch kommen wird?
Anderes Thema: Gibt oder gab es auch schon Angebote für einen Deal?

Igor:
Wie in den vorherigen Fragen bereits erwähnt, gab es leider nichts Nennenswertes, worüber es sich lohnen würde zu sprechen. Wir bleiben dadurch aber unser eigener Herr im Haus, auch wenn wir damit nur einen Bruchteil der Menschen erreichen können, wie es mit einem halbwegs vernünftigen Label im Rücken möglich sein könnte.

Walter:
An eurem neuen Silberling ist nicht nur die Musik sehr gelungen, auch hinsichtlich des Sounds kann man euch nur gratulieren. Wie war denn die Zusammenarbeit mit Andy Classen?

Igor:
Total entspannt. Natürlich sind wir mit mächtigem Respekt ins "Stage One Studio" gefahren und haben uns schon ausgemalt, wie er uns kleine Amateurhosenscheißer richten wird. Letztendlich stellte sich schnell heraus, dass der Andy wohl einer der coolsten und lässigsten Typen unter der Sonne ist. Er holt viel aus dir raus und noch viel mehr aus dem kompletten Bandsound. Er ist ein Profi vor dem Herrn, der zu jeder Sekunde alles im Griff hat und immer genau weiß, was er tut. Unsere nächste Scheibe werden wir auf jeden Fall wieder von ihm produzieren lassen.

Walter:
Die hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lassen wird. Eure eigene Stilbeschreibung "Lake Area Thrash Metal" finde ich sehr originell. Was geht den szenemäßig am Bodensee so ab?

Igor:
Hier geht einiges ab. In den letzten Jahre haben sich einige Underground-Bands hier in der Gegend etabliert und arbeiten mehr oder weniger fleißig an ihrem Sound. SPELLBOUND sind die erste Band der Region, die einen internationalen Deal an Land gezogen hat. Bleibt abzuwarten, ob ihnen weitere Bands aus der "Lake Area" folgen können. :-)

Walter:
Na hoffentlich. Eure CDs sind mir nun ein Begriff, live konnte ich EDGECRUSHER aber leider noch nie sehen. Was sind denn die Highlights eures bisherigen Schaffens diesbezüglich?

Igor:
Da gab es einige sehr schöne Gigs, z.B. mit BORN FROM PAIN, CATARACT, DISILLUSION und ein paar mehr. Neben den richtig bekannten Bands zocken wir aber sehr gerne mit unseren Kumpels von BITTERNESS, FALLEN YGGDRASIL oder CONTRADICTION und vielen weiteren. Da machen die Gigs einfach mordsmäßig Spaß und man freut sich immer alte Bekannte zu treffen.

Walter:
Was ist an kommenden Gigs zu erwarten?

Igor:
Jetzt im April spielen wir z.B. mit MERCENARY. Da freuen wir uns besonders drauf, zumal wir MERCENARY persönlich sehr gut finden. Deren beide letzten Scheiben sind der Hammer. Wir werden sehen, was sich in Zukunft noch ergibt, die neue CD hat uns auf jeden Fall ein paar neue Türen geöffnet, so dass zukünftig mehr Gigs mit bekannten Acts und/oder Open Airs drin sein sollten.

Walter:
Ein Blick in die Kristallkugel möge uns nun noch ein klein wenig über zukünftige Aktivitäten von EDGECRUSHER verraten...

Igor:
Weitere CDs, viele spaßige Gigs und hoffentlich viele Backstage-Bierchen, hehe.

Walter:
Daran soll es nicht scheitern. Ich denke auch aus unserer Redaktion wird sich gegebenenfalls jemand dafür finden lassen. Ist es eigentlich Absicht, dass auf eurer Website der Name POWERMETAL.de bei Links zu den Magazinen ganz vorne steht und obendrein noch schrifttechnisch eine Spur größer ist als der "Rest"? :-)

Igor:
Hehehe, was dir nicht alles auffällt. POWERMETAL.de war anno dazumal das erste Webzine, welches ein Review zu "Deeper Than Hate" veröffentlicht hat und dann war es ja auch noch ein Spitzenreview. Des Weiteren habe ich bereits zuvor schon privat oft meine Zeit auf eurer Website "vertrödelt", anstatt mich z.B. meinem Studium zu widmen, haha. Wir haben auf jeden Fall eine Verbundenheit zu eurem Online-Mag!

Walter:
Das hört man gerne, zumal ja auch das als "Studium" bezeichnet werden kann.
Die abschließenden Worte sollen nun aber einzig und allein für euch reserviert sein.

Igor:
Zunächst einmal vielen Dank für das Interview, diese Art von Promotion ist unbezahlbar. :-)
"Ich würde für den Metal sterben. SCHREIB DAS." Hahahahahaha.

Redakteur:
Walter Scheurer

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