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Diskografie-Check: SLAYER - Teil 2 | Platz 5 - 1

18.10.2020 | 20:00

Jetzt geht es ans Eingemachte bei unserem Diskografie-Check rund um die Thrash-Heroen SLAYER. Noch fünf Alben sind übrig, doch wer wird sich die Krone schnappen? Wird es das alles zermalmende Meisterwerk "Reign In Blood" sein, oder hat das Debüt "Show No Mercy" eine Chance mit seiner ungestümen Energie einen Überraschungserfolg zu landen? All das erfahrt ihr in den kommenden Zeilen:

5. Hell Awaits

Zum Beginn unserer Top 5 sind wir nun endlich in den glorreichen Achtzigern angekommen, in denen der Thrash Metal unsere Genre-Welt dominierte. Und natürlich war SLAYER als ein Teil der "Big Four" mit von der Partie und legte 1985 mit dem Zweitwerk "Hell Awaits" den Grundstein für weitere Erfolge. Dem zweiten Release für Brian Slagels Label Metal Blade Records hört man dabei ganz klar an, dass der Vierer dank des Erfolgs von "Show No Mercy" nun ein deutlich besseres Budget und damit mehr Zeit im Studio zur Verfügung hatte. Das spiegelt sich vor allem in solchen Experimenten wie dem mit Effekten überladenen Intro zum Opener 'Hell Awaits' wieder, das einem auch 35 Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung das Blut in den Adern gefrieren lässt. Nach dem rückwärts abgespielten Stimmendurcheinander aus der Hölle treten Araya und seine Mitstreiter dann allerdings das Gaspedal bis zum Anschlag durch und liefern mit dem Titeltrack, 'Kill Again' und 'Necrophiliac' ein wahres High-Speed-Feuerwerk, das so selbst im temporeichen Thrash-Sektor zu diesem Zeitpunkt ein Novum war. Doch die US-Amerikaner brillieren nicht nur mit ungestümer Energie und rasantem Tempo, auch die groovigeren Nackenbrecher, die gerade die Veröffentlichungen der späten Achtziger zu wahren Megasellern machen sollten, sind auf "Hell Awaits" vorhanden. Bestens nachzuhören auf dem unwiderstehlichen Nackenbrecher 'At Dawn They Sleep', der in der Konversation der besten SLAYER-Tracks in meinen Augen viel zu häufig ignoriert wird. Paart man das mit der bildgewaltigen und morbiden Lyrik, dann ist schnell klar, warum der Vierer schon mit dem zweiten Album zum absoluten Schreck des amerikanischen Parents Music Resource Centers (PMRC), deren "Explicit Content"-Label zu etwas wie einem Qualitätslabel für Metalalben der Achtziger und Neunziger wurde, und gleichzeitig zum Liebling so vieler Schwermetall-Anhänger mutierte. Kein Wunder also, dass der Langspieler auch bei allen Redaktionskollegen im Kampf um die vorderen Plätze mitmischt und in meiner Auflistung, bei Marcel und Frank sogar den letzten Platz auf dem Treppchen einheimst.

4. Show No Mercy

Knapp die Nase vor "Hell Awaits" hat das Debütalbum "Show No Mercy", das auf Platz 4 in unserem Countdown über die Ziellinie kommt. Ähnlich wie das Zweitwerk landet auch diese Scheibe bei nahezu allen Redaktionskollegen auf den vorderen Rängen, streicht dabei bei Peter, Mahoni, Jonathan und Rüdiger sogar Podestplatzierungen ein, während Timo und Marcel den Silberling aus dem Jahr 1983 sogar als Krone der SLAYER'schen Schöpfung sehen. Dabei stehen die Vorzeichen für den Silberling erst einmal gar nicht so gut, denn King, Araya, Hanneman und Lombardo haben zwar einen Vertrag mit Metal Blade Records unterzeichnet, doch sind sie bei der Finanzierung der Aufnahmen auf ihr Erspartes und teilweise sogar finanzielle Unterstützung der eigenen Eltern angewiesen. Entsprechend rumpelig klingt der Sound der ingesamt zehn Tracks, was allerdings wahrscheinlich für die meisten Fans nur zum einmaligen Charme der Scheibe beiträgt. Ausbremsen können die Defizite den Erfolg der Amerikaner allerdings auch nicht, dafür ist das hier dargebotene Songmaterial für die damalige Zeit einfach viel zu revolutionär. Brutale Schwermetall-Abrissbirnen dicht am Rande des Wahnsinns wie 'Die By The Sword', 'Evil Has No Boundaries' oder 'Crionics' hat die Welt eben bis dahin noch nicht gehört. Und vom überragenden Titeltrack, der gleichzeitig den Schlusspunkt markiert, haben wir da noch gar nicht geredet. Doch nicht nur musikalisch wissen die Jungs, wie man die Hörer herausfordert, auch optisch und textlich trifft "Show No Mercy" mit okkulten und morbiden Anspielungen den Nerv der damaligen Jugend, während das bereits erwähnte PMRC schon vor Veröffentlichung Sturm gegen die Thrash-Newcomer läuft. Bei dieser explosiven Mischung ist es kein Wunder, dass der Silberling schnell um die 35.000 Mal weltweit über den Ladentisch geht, damit zum bis dato erfolgreichsten Release des noch jungen Labels wird und Brian Slagel dazu veranlasst, den Vierer für ein weiteres Album unter Vertrag zu nehmen. Der Grundstein für eine einmalige Karriere ist gelegt und von hier an geht es für SLAYER in den nächsten Jahren nur noch steil bergauf!

3. South Of Heaven

Und damit sind wir auch schon bei den Podestplätzen angekommen und den Auftakt der selbigen markiert der vierte SLAYER-Langspieler "South Of Heaven". Um die musikalische Veränderung im Vergleich zum bis dato typischen Bandsound zu verstehen, müssen wir eine kurze Zeitreise ins Jahr 1988 unternehmen: Das Quartett kommt gerade von einer unglaublich erfolgreichen Tour zurück, hat mit "Reign In Blood" das Rezept von "schneller, härter, morbider" auf die Spitze getrieben und muss nun einen Nachfolger für vielleicht eines der wegweisendsten Metalalben aller Zeiten schreiben. Erstmalig setzen sich die Beteiligten daher auch vor Beginn der Arbeiten zusammen, um den weiteren Weg abzustecken. Ihre Lösung: Die Handbremse anziehen und statt auf halsbrecherisches Tempo verstärkt auf fiese Grooves setzen. Natürlich gibt es auf "South Of Heaven" trotzdem noch typische SLAYER-Tracks, doch die Tendenz hin zu stampfenden Mid-Tempo-Brechern ist deutlich hörbar und überraschenderweise sind es auch genau diese Songs, die sich als Highlights ins Gedächtnis der Fans gebrannt haben. Allen voran ist da natürlich der Titeltrack zu nennen, der angeführt von seinem taumelnden und extrem melodischen Riff zu einem absoluten Metalklassiker geworden ist und bis zuletzt ein fester Bestandteil der Setlisten der Amerikaner gewesen ist. Eine ebensolche feste Größe bei den Livekonzerten ist über die Jahre 'Mandatory Suicide' geworden, dessen Riffs mit zum Feinsten gehören, was Hanneman und King in ihrer Karriere auf die Beine gestellt haben. Ebenso zählt für mich auch das grandiose 'Spill The Blood', das erstmals unverzerrte Gitarren beinhaltet und gleichzeitig auch Arayas melodischeren Gesang präsentiert, zu einem der ganz großen Glanzlichter dieses Klassikers der Thrash-Metal-Geschichte. Kein Wunder also, dass Frank, Jonathan, Walter und meine Wenigkeit sogar Platz 2 für "South Of Heaven" vergeben, während Kollege Jakob Schnapp die Scheibe sogar als absolute Krönung der Diskografie ansieht. Ebenso bezeichnend ist, dass kein Redakteur die Scheibe weiter unten als auf Platz 4 einordnet. Soll heißen: Wenn ihr dieses Bollwerk geballter Riff-Kultur noch nicht im Schrank stehen habt, solltet ihr dringend den CD- oder Vinyl-Händler eures Vertrauens aufsuchen!

2. Reign In Blood

Auf Platz 2 findet sich in meinen Augen die faustdicke Überraschung dieses Diskografie-Checks, denn das Überalbum "Reign In Blood" landet in der Endabrechnung tatsächlich nur auf dem Silberrang. Und mit Frank, Mario, Jakob Ehmke, Chris und Chefredakteur Peter werden auch gleich fünf Kollegen damit nicht so ganz einverstanden sein, denn sie alle sehen das ikonische Album klar als den absoluten Höhepunkt in der Karriere der US-Amerikaner. Und betrachtet man den Langspieler aus dem Jahr 1986 losgelöst vom sonstigen Schaffen der Band, dann ist "Reign In Blood" mit ziemlicher Sicherheit einer der wichtigsten Meilensteine auf dem Weg hin zu sämtlichen Formen des modernen Extreme Metal. Erstmalig kooperierte der Vierer dabei mit Produzenten-Legende Rick Rubin und wie es die Stärke des bärtigen Maestros ist, verhalf er auch SLAYER dazu, die Essenz des Sounds perfekt auf den Punkt zu bringen. Kein Track spiegelt das wohl besser wider als der unsterbliche Opener 'Angel Of Death', dessen halsbrecherische Riffs einem auch heute noch durch Mark und Bein gehen. Gibt es einen Track, der Thrash Metal besser auf den Punkt bringt? Ich kann es mir nicht vorstellen. Fast ebenso berühmt ist der Rausschmeißer 'Raining Blood', der über die Jahre hinweg nicht nur zu einem Markenzeichen SLAYERs geworden ist, sondern auch einer der bekanntesten Metalsongs überhaupt ist. Doch auch zwischen diesen beiden Klassikern machen die Amerikaner auf ihrem dritten Silberling keinerlei Gefangene. Ob es nun 'Postmortem' ist, das die Nackenmuskeln prüft, 'Altar Of Sacrifice' den Teufel höchstpersönlich beschwört oder 'Piece By Piece' wild aus den heimischen Boxen geht, eine Sache gibt es auf "Reign In Blood" nicht: musikalische Ausfälle. Nein, hier sitzt jede wahnwitzig schnelle Gitarren-Note, jeder böse Schrei aus Tom Arayas Kehle und jede Double-Bass-Attacke, die Dave Lombardo hinter seiner Schießbude abfeuert. Dieses Album ist von der ersten bis zur letzten Sekunde Thrash Metal in Perfektion und selbst das ikonische Artwork aus der Feder von Larry Carroll dürfte mittlerweile auch über die Grenzen unseres geliebten Genres in die Popkultur eingegangen sein. So soll euch auch Satan höchstpersönlich holen, wenn ihr dieses Meisterwerk nicht in eurem heimischen Regal stehen habt.

1. Seasons In The Abyss

Es geht noch besser als "Reign In Blood"? Ja, sagt unsere Redaktion, denn mit Rüdiger, Jonathan, Mahoni, Walter und meiner Wenigkeit sehen zwar nur fünf Redakteure "Seasons In The Abyss" auf Platz 1, dafür fährt der Silberling mehr zweite Plätze ein und behält dadurch schlussendlich die Oberhand. Betrachtet man auch diese Scheibe im historischen Rahmen, dann markiert "Seasons In The Abyss", das erneut von Rick Rubin produziert wurde, den kommerziellen Höhepunkt. Zwar reicht es nur zu Platz 40 in den amerikanischen Billboardcharts, doch das geniale Video zum Titeltrack, für dessen Dreharbeiten die Band extra nach Ägypten reiste, läuft auf MTV in Dauerschleife und dürfte jedem Metalhead bekannt sein. Doch nicht nur kommerziell schwingen sich die Amerikaner zu neuen Höhenflügen auf, auch musikalisch schaffen sie die perfekte Gratwanderung zwischen der Geschwindigkeit von "Reign In Blood" und dem unwiderstehlichen Groove, der den Vorgänger "South Of Heaven" auszeichnete. Gleichzeitig ist das Songwriting des Vierers inzwischen so ausgereift, dass nahezu alle Tracks der Scheibe direkt zünden. Seien es aggressive Thrash-Riff-Monster wie 'War Ensemble', 'Temptation' oder 'Hallowed Point', oder eben eher schleppende Mid-Tempo-Brecher wie 'Expendable Youth' oder 'Blood Red', eigentlich ist hier jeder Track ein Volltreffer. Doch auch bei einem qualitativ so starken Langspieler gibt es zwei Kompositionen, die noch einmal ganz besonders herausragen: 'Dead Skin Mask' und der Titeltrack 'Seasons In The Abyss'. Beide bis zuletzt feste Größen im Repertoire der Amerikaner und inzwischen ähnlich wie 'Raining Blood' oder 'Angel Of Death' Metal-Kulturgut, das wohl jeder Anhänger härterer Töne schon an den eröffnenden Tönen erkennen wird. Abgerundet von einem erneut ikonischen Artwork aus der Feder von Robert Fisher markiert der Silberling, der passenderweise auch noch dieser Tage seinen 30. Geburtstag feierte (ursprünglicher US-Release war der 9. Oktober 1990), damit für unsere Redaktion die Krone der SLAYERschen Schöpfung und darf in keiner, ja wirklich absolut keiner ordentlich sortierten Schwermetall-Sammlung fehlen!

Damit sind wir auch schon am Ende unseres Countdowns angekommen. Was haltet ihr von unseren Wertungen? Liegen wir irgendwo komplett daneben, haben wir den Nagel auf den Kopf getroffen? Wir freuen uns darauf, mit euch in unserem Forum zu diskutieren, gerne auch mit Vorschlägen, welche Diskografie wir als nächstes unter die Lupe nehmen sollen. Bis dahin gibt es hier noch die Listen aller einzelnen Redakteure zum Nachlesen:

Frank Jäger:

1. Reign In Blood
2. South Of Heaven
3. Hell Awaits
4. Seasons In The Abyss
5. Show No Mercy
6. Christ Illusion
7. World Painted Blood
8. Repentless
9. God Hates Us All
10. Divine Intervention
11. Diabolus In Musica
Rüdiger Stehle:

1. Seasons In The Abyss
2. Show No Mercy
3. Reign In Blood
4. South Of Heaven
5. Hell Awaits
6. Repentless
7. Divine Intervention
8. Christ Illusion
9. World Painted Blood
10. Diabolus In Musica
11. God Hates Us All
Jonathan Walzer:

1. Seasons In The Abyss
2. South Of Heaven
3. Show No Mercy
4. Reign In Blood
5. Hell Awaits
6. Repentless
7. Christ Illusion
8. Divine Intervention
9. God Hates Us All
10. World Painted Blood
11. Diabolus In Musica
Mahoni Ledl:

1. Seasons In The Abyss
2. Reign In Blood
3. Show No Mercy
4. South Of Heaven
5. Repentless
6. Hell Awaits
7. Divine Intervention
8. World Painted Blood
9. Diabolus In Musica
10. Christ Illusion
11. God Hates Us All
Marcel Rapp:

1. Show No Mercy
2. Seasons In The Abyss
3. Hell Awaits
4. South Of Heaven
5. Reign In Blood
6. God Hates Us All
7. Repentless
8. Christ Illusion
9. World Painted Blood
10. Divine Intervention
11. Diabolus In Musica
Jakob Schnapp:

1. South Of Heaven
2. Reign In Blood
3. Seasons In The Abyss
4. Hell Awaits
5. Repentless
6. Show No Mercy
7. Divine Intervention
8. Christ Illusion
9. God Hates Us All
10. World Painted Blood
11. Diabolus In Musica
Mario Dahl:

1. Reign In Blood
2. Seasons In The Abyss
3. Repentless
4. South Of Heaven
5. God Hates Us All
6. Hell Awaits
7. Show No Mercy
8. Diabolus In Musica
9. World Painted Blood
10. Christ Illusion
11. Divine Intervention
Walter Scheurer:

1. Seasons In The Abyss
2. South Of Heaven
3. Reign In Blood
4. Hell Awaits
5. Show No Mercy
6. Repentless
7. Divine Intervention
8. Diabolus In Musica
9. Christ Illusion
10. God Hates Us All
11. World Painted Blood
Jakob Ehmke:

1. Reign In Blood
2. Seasons In The Abyss
3. South Of Heaven
4. Hell Awaits
5. Diabolus In Musica
6. Repentless
7. Show No Mercy
8. Divine Intervention
9. God Hates Us All
10. Christ Illusion
11. World Painted Blood
Tobias Dahs:

1. Seasons In The Abyss
2. South Of Heaven
3. Hell Awaits
4. Reign In Blood
5. Divine Intervention
6. God Hates Us All
7. Show No Mercy
8. Diabolus In Musica
9. Christ Illusion
10. Repentless
11. World Painted Blood
Timo Reiser:

1. Show No Mercy
2. Reign In Blood
3. Seasons In The Abyss
4. South Of Heaven
5. Repentless
6. Hell Awaits
7. World Painted Blood
8. Christ Illusion
9. Divine Intervention
10. God Hates Us All
11. Diabolus In Musica
Chris Staubach:

1. Reign In Blood
2. Seasons In The Abyss
3. Repentless
4. South Of Heaven
5. World Painted Blood
6. Show No Mercy
7. Christ Illusion
8. Hell Awaits
9. Diabolus In Musica
10. Divine Intervention
11. God Hates Us All
Peter Kubaschk:

1. Reign In Blood
2. Seasons In The Abyss
3. Show No Mercy
4. South Of Heaven
5. Hell Awaits
6. World Painted Blood
7. Divine Intervention
8. Repentless
9. Christ Illusion
10. God Hates Us All
11. Diabolus In Musica

Redakteur:
Tobias Dahs

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